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Mercedes-Werk Tuscaloosa: "Mir schaffe beim Daimler"

Ob ML, GL- oder R-Klasse: Seit zehn Jahren produzieren die Stuttgarter im amerikanischen Tuscaloosa. Die Identifikation mit der deutschen Edelmarke ist auch in den USA so groß, dass selbst Mercedes-Boss Zetsche vom "Tuscaloosa-Teamgeist" schwärmt.

Von Stefan Grundhoff

Die Produktionsstätte im Bundesstaat Alabama wurde am 21. Mai 1997 nach zweijähriger Bauzeit eröffnet und war seinerzeit das erste Mercedes-eigene Pkw-Werk außerhalb Deutschlands. Früh sprangen die Schwaben auf den SUV-Zug auf und wurden vom Erfolg der ersten M-Klassen-Generation überrascht. Mittelprächtige Verarbeitungen und technische Probleme in der Anlaufphase taten dem grandiosen Erfolg des Edel-SUV keinen Abbruch. Um der erhöhten Nachfrage Herr zu werden, investierte Mercedes-Benz zusätzlich zu den ursprünglich geplanten 300 Millionen US-Dollar weitere 100 Millionen, um die Kapazität von 60.000 auf jährlich über 80.000 Fahrzeuge auszubauen.

Im Rekordjahr 2002 liefen in Tuscaloosa letztlich mehr als 88.000 M-Klassen vom Band. Die Nachfrage war so groß, dass von 1999 bis 2002 zusätzliche Modelle bei Magna Steyr in Graz, dem Stammwerk der kantig-kernigen G-Klasse, produziert wurden. Mittlerweile können in Tuscaloosa bis zu 170.000 Fahrzeuge pro Jahr gebaut werden. "In diesem November werden wir auf eine Million Fahrzeuge kommen", so Dieter Zetsche, der sich anlässlich des zehnten Geburtstages des Werkes in Tuscaloosa im weißen Team-Shirt mit markigem "Dieter"-Schriftzug präsentierte.

Erste M-Klassen-Generation wurde 600.000 mal verkauft

Mittlerweile hat die M-Klasse als Geländewagen-Kernmodell mit Produktionsstandort im amerikanischen Tuscaloosa zwei Brüder namens GL und R. Die erste Generation der M-Klasse mit der internen Bezeichnung W 163 erschien 1997 und war der Vorreiter vieler modernen Premium-SUV. Die erste Generation wurde bis zu ihrer Ablösung im Jahre 2005 weltweit rund 600.000 Mal verkauft. Der Nachfolger der Baureihe W 164 setzt die Erfolgsstory seither nahtlos fort; bislang haben sich mehr als 250.000 Mercedes-Benz Kunden für das zweite "M" entschieden. Mercedes-Benz ist im amerikanischen Bundesstaat Alabama einer der größten Arbeitgeber und nicht nur deshalb bei der Bevölkerung beliebter denn je.

Die Identifikation mit der deutschen Edelmarke ist mächtig. Viele der über 4.000 Angestellten, die hier nur Team-Mitglieder genannt werden, verbreiten ein geradezu schwäbische Wir-Gefühl getreu dem Motto "mir schaffe beim Daimler". Auch Daimler-Chef Dieter Zetsche zeigt sich beeindruckt vom Tuscaloosa-Teamgeist: "Ich habe solch einen Spirit bisher in keinem anderen Werk gesehen. Die drei Modelle GL, ML und R spielen eine extrem wichtige Rolle im Mercedes-Portfolio." Über eine Vergabe der Produktion für den neuen Mittelklasse-SUV GLK nach Alabama hat Mercedes nach eigenen Angaben nicht ernsthaft nachgedacht.

Im Herbst kommt die "Edition 10"

Auch der Kunde soll sich über zehn Jahre deutsch-amerikanischer Freundschaft zwischen Stuttgart und Tuscaloosa freuen. Anlässlich des runden Geburtstags bringt Mercedes zum Herbst ein Sondermodell der M-Klasse mit dem Namen "Edition 10" auf den Markt. 20-Zoll-Räder, elektrische Ledersitze, Xenonlicht und Titanelemente heben die Jubiläumsausgabe von den bekannten Modellen ab. Die Preise stehen noch nicht fest, dürften jedoch mindestens 5.000 Euro über dem der normalen Serienmodelle liegen.

Verfügbar ist der Edition 10 in den bekannten Motorvarianten ML 280 CDI, 320 CDI, 420 CDI, 350 und 500. Ob die Edition 10 auch mit der neuen Bluetec-Technologie auf den Markt kommen wird, ist noch ungewiss. Fest steht: Bluetec wird im nächsten Jahr auch in die Modelle der R-, GL- und ML-Klasse Einzug halten. "Der Dieselstart von Mercedes in den USA verlief seit letztem Herbst überaus erfolgreich", so Zetsche, "in den Staaten, wo wir die E-Klasse mit Dieselmotor anbieten, liegt der Anteil bei rund 20 Prozent."

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