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Rausschmiss des "Top Gear"-Moderators: Was plant der verrückte Clarkson jetzt?

Jeremy Clarkson wurde von der BBC gefeuert, seine Co-Moderatoren May und Hammond haben jetzt auch hingeworfen - und es gibt erste Gerüchte über eine neue Show bei Netflix.

Jeremy Clarkson verließ gestern seine Wohnung - mit einem Fahrrad

Jeremy Clarkson verließ gestern seine Wohnung - mit einem Fahrrad

Lange Gesichter bei der BBC. Die ehemals altehrwürdige, in letzter Zeit aber skandal-geschüttelte Sendeanstalt feuerte gestern den umstrittenen Moderator Jeremy Clarkson. Jetzt haben seine Co-Moderatoren James May und Richard Hammond aus freien Stücken und aus Solidarität der Sendung den Rücken gekehrt.

Anlass der Entlassung war Clarksons cholerisches Temperament. Nach einem langen Drehtag gab es abends nur kaltes Essen. Zuerst stritt sich der Star mit dem Produzenten der Show, dann schlug er ihn ins Gesicht. Produzent Oisin Tymon musste sich danach die Lippe nähen lassen.

In der Tat, kein gutes Benehmen. Doch wer die Sendung kennt, den wundert der Zwischenfall nicht. "Top Gear" ist mit Abstand die erfolgreichste Informationssendung auf dem Planeten, Diva-Attitüden der Moderatoren sind daher wie bei anderen Stars wenig verwunderlich. Wer würde es wagen, Mariah Carey nach einem Konzert belegte Brote vorzusetzen?

Angepasste Version der Sendung

Clarkson zeigte sich reumütig. Aber weder seine Entschuldigungen, noch eine Petition oder der Beistand des britischen Premiers brachten die BBC von ihrer Entscheidung ab. Nun ist die BBC alle drei Moderatoren los. Unmittelbar nach der Verkündung des Rausschmisses von Clarkson änderten James May und Richard Hammond ihren Twitterstatus in ehemalige "Top Gear"-Moderatoren. James May sagte, das Ganze sei eine Tragödie, aber sie drei seien immer ein Paket gewesen.

Die von der BBC großspurig angekündigte Renovierung des Sendeformats muss demnach gründlicher ausfallen als gedacht. Fans betrachten die Ankündigungen der BBC, eine zeitgemäße Modernisierung der Sendung vorzunehmen, ohnehin mit Argwohn. Sie fürchten, dass die Herrschaft der Correctness auch in dieser Bastion des PS-Wahnsinns Einzug hält. Dass es anstatt brennender Reifen in Zukunft Vorträge übers Spritsparen gibt.

Geht die Show bei einem anderen Sender weiter?

Clarkson allein hätte man wohl ersetzen können, aber Neubesetzungen für alle drei Moderatoren zu finden, ist ein Ding der Unmöglichkeit - weltweit genießen sie Star-Status und gelten bei all ihren Spleens als ausgezeichnete Fahrer und Autojournalisten. Irgendwelche prominenten Namen, die ein bisschen fahren können, werden sie nicht ersetzen können.

Worst Case für die BBC wäre eine Autoshow des infernalischen Trios bei einem anderen Sender. Erste Angebote gibt es schon. Der russische Militärsender Zvezda könnte sich Clarkson als Testfahrer für Pkw und Panzer vorstellen - eine lustige aber unrealistische Vorstellung. Ernster sind Gerüchte, dass Netflix dem grantigen Clarkson eine Show angeboten hat. Tatsächlich hätte das Trio wohl die freie Wahl, auch Sky oder ITV würden die erfolgreiche Sendung der BBC liebend gern beerben.

Autofans würden sich freuen, wenn Clarkson, May und Hammond auf Sendung blieben - doch die BBC hätte die lukrative Show, die 67 Millionen Pfund im Jahr einbringt, wegen eines Streits um belegte Brötchen ruiniert.

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