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Ampel-Kontrolle der Hamburger Polizei: Bei Rot über die Ampel? Das ist keine Spezialität von Kampfradlern

Rücksichtslos bei Rot über die Ampel – das machen doch nur diese Kampfradler, behauptet die Auto-Lobby. Bei einer Großkontrolle entlarvte die Hamburger Polizei aus Zufall diesen Mythos: Die notorischen Rotlichtsünder sitzen nicht auf dem Fahrradsattel, sondern hinter dem Lenkrad.

Der ewige Krieg zwischen Auto- und Radfahrern wird gern mit unbewiesenen Behauptungen geführt. Die Stichprobe in Hamburg räumt mit manchen Mythen auf.

Der ewige Krieg zwischen Auto- und Radfahrern wird gern mit unbewiesenen Behauptungen geführt. Die Stichprobe in Hamburg räumt mit manchen Mythen auf.

Radfahrer in der City gelten als Desperados. Angesichts ihrer – angeblichen Untaten – gab der ehemalige Verkehrsminister Ramsauer die Zurückhaltung auf, die sein Amt eigentlich gebietet, und zog 2012 über die sogenannten "Kampfradler" und ihre verrohten Sitten her. Nicht nur bei Ramsauer, bei vielen Autofahrern stehen Biker in dem Ruf sich gewohnheitsmäßig über alle Verkehrsregeln hinwegzusetzen. Da auch sehr sportliche Radler für Tempoverstöße nicht schnell genug sind, wird gern die rote Ampel als Beispiel angeführt. Während die Kraftfahrer brav auf grünes Licht warten, rasen die Kampfradler achtlos auch bei Rot über die Kreuzung, lautet der Vorwurf. 

Schwerpunktkontrolle

Die Hamburger Polizei wollte es genauer wissen. Einen Tag lang wurde am 21. November von sechs Uhr morgens bis zehn Uhr abends von 148 Polizisten der Verkehr im Stadtgebiet kontrolliert. Besonderes Augenmerk galt den Rotlichtverstößen. Das Ergebnis ist eindeutig: Die notorischen Rotlichtsünder sitzen hinter dem Steuer. 226 Autofahrer und 22 Radfahrer missachteten das Rotlicht. Auf zehn Kraftfahrzeuge, die bei Rot über eine Ampel fuhren, kam ein Radfahrer. Das soll die 22 Radler nicht entschuldigen, doch damit wurde eine weitere Stammtischweisheit der Auto-Lobby entkräftet.


Sicherlich spielt auch eine Rolle, dass insgesamt mehr Kraftfahrzeuge unterwegs sind als Räder. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass dieses gefährliche Manöver zehn Mal häufiger von Autofahrern als von Radlern durchgeführt wird. Hinzukommt, dass Biker vor allem ihr eigenes Leben gefährden, der Führer eines Kraftfahrzeugs aber rücksichtslos das Leben von Unbeteiligten aufs Spiel setzt. 

Noch mehr Verstöße

Außer den 22 Rotlicht-Bikern fielen den eingesetzten Beamten keine weiteren Verstöße von Radfahren auf. Das Sündenregister der Automobilisten war mit den 226 Rotlichtverstößen allerdings nicht abgeschlossen.

Hinzu kamen:

- Vier Mal Fahren ohne Führerschein

- 64-mal wurde das Handy beim Fahren benutzt

- 60-mal wurde die Anschnallpflicht ignoriert

- 31-mal wurde illegal gewendet oder abgebogen

- 40-mal wurden technische Mängel am Fahrzeug beanstandet

Addiert man alle Verstöße auf, wird das Verhältnis von 226 zu 22 noch dramatischer. 425 Verstöße am Steuer zu 22 am Fahrradlenker. Oder anders ausgedrückt: Ganze 5,17 Prozent der Verstöße gingen auf das Konto von Radfahrern 94,83 Prozent auf das Konto von Kraftfahrern. 

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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