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Cadillac CT6 3.0 T AWD: Edler Gleiter

Der Cadillac CT6 will mit amerikanischen Tugenden der europäischen Luxusklasse mit S-Klasse, Siebener und Co. die Stirn bieten. Das Topmodell hat jedoch nur sechs Zylinder.

In der Platinumausstattung werden 94.500 Euro fällig.

In der Platinumausstattung werden 94.500 Euro fällig.

Wer ihn zum ersten Mal von vorn durch die Straßen gleiten sieht, denkt: "Oh, ist der US-Präsident wieder im Lande?" Der Cadillac CT6 lässt zu keinem Zeitpunkt auch nur einen Hauch von Zweifel an seiner Herkunft. Schon die massige Front mit den herunterhängenden Blinkerleuchten, die in Kombination mit den Frontscheinwerfern fast wie zwei Standarte wirken, zeigen sofort, dass hier mehr als nur ein 08/15-Auto kommt. Gepaart mit dem an Wiedererkennungswert kaum zu überbietenden Frontgrill inklusive Logo passt der erste Eindruck einfach zu einem Topmodell des Premiumsegments. Rollt der 5,18 Meter lange Amerikaner dann an einem vorüber, lässt auch seine Silhouette keinen anderen Schluss zu, als dass es sich hier um einen edlen, aber zudem auch äußerst stark motorisierten Verkehrsteilnehmer handeln muss. Hier eine Ecke, dort eine Sicke, der CT6 wirkt wie ein moderner Athlet. Selbst das ansonsten eher trist wirkende Heck über den vier Endrohren ist knackiger geworden und endet wie gewohnt in einem gewaltigen Knick. Wird unter dem Knick ein eleganter Kick vollführt, öffnet sich die elektrische Heckklappe des 433 Liter Gepäck fassenden Kofferraums.

Edler Gleiter
In der Platinumausstattung werden 94.500 Euro fällig.

In der Platinumausstattung werden 94.500 Euro fällig.

Der zwei Tonnen schwere Cadillac CT6 hat aber natürlich mehr zu bieten, als nur ein unverwechselbares Äußeres. Wer sich zum ersten Mal im Fond des 417 PS starken Allradlers befindet, wird sich die Motorleistung gleich zweimal nennen lassen müssen. Denn wie ein 3,0 Liter großer V6 aus dem fernen Westen klingt er im Stadtverkehr nun wirklich nicht. Einzig das Geräusch der aktivierten Massageinstallation im Sitz ist beim gemütlichen und nahezu jede Unebenheit wegbügelnden Dahinrollen zu vernehmen. Mit Blick auf die, bei Nichtbenutzung in der Vordersitzlehne versenkbaren, Zehn-Zoll-Bildschirmen wird es dort hinten von Anfang an recht gemütlich. Na gut, die Beine übereinanderschlagen können hier zwar auch nur Topmodels, aber auch bei 1,95 Meter Sitzriesen liegt kein Knie-Vordersitzkontakt an. Schade nur, dass es keinen vom Fond-Sitzer hinten rechts bedienbaren Schalter gibt, mit dem sich der Beifahrersitz verschieben lässt. Dafür existiert ein Schalter, mit dem das zweigeteilte Panoramadach im hinten Bereich den Blick zum Himmel freigibt. Allzu groß fällt dies jedoch nicht gerade aus.

Wird der Platz im Fond mit dem des Fahrers getauscht, liegt es nun an einem selbst, ob es bei der ruhigen Soundkulisse bleibt, oder er selbst und die Außenwelt erfahren sollen, dass hier mehr als nur ein Dahingleiten möglich ist. Auch, wenn das regelmäßige V4-Aufleuchten einem vorgaukeln möchte, dass dank der Zylinderabschaltung der angegebene Spritverbrauch von 9,8 Litern auf 100 Kilometern in greifbare Nähen rücken könnte, bleibt dieser natürlich völlige Utopie. "Der Tank ist 73 Liter groß. Was soll es also?" denkt sich dann bestimmt nicht nur der sportlich ambitionierte Fahrer und lässt das maximale Drehmoment von 555 Newtonmetern per Achtgang-Automatik an allen vier Rädern zum Einsatz kommen. 5,7 von einem sonor sportlich klingenden Motor untermalte Sekunden vergehen bis Tempo 100. Warum der Cadillac CT6 bei 240 Kilometern pro Stunde auf die rechte Spur und sich seinen deutschen Konkurrenten geschlagen geben muss, weiß nur Cadillac selbst. Damit der Fahrer trotz vollbesetzter Rückbank dennoch die Stuttgarter und Münchener im Rückspiegel früh genug erkennt, dafür sorgt der branchenweit erste digitale Rückspiegel. Ob er sich tatsächlich durchsetzen wird, steht in den Sternen. Er ist äußerst gewöhnungsbedürftig, vor allem für die Augen, doch einen Selbstversuch ist es natürlich wert.

Abgesehen von ruhigem Stadtverkehr und rasanter Tempohatz auf der Autobahn beherrscht der in der Basis 73.500 Euro und in der höchsten Ausstattungsvariante Platinum 94.500 Euro teure Cadillac CT6 vor allem die Landstraße. Seine aktive Hinterachslenkung sorgt in Kombination mit dem magnetischen Fahrwerkregelsystem für ein schnelles Ansprechen und eine sehr präzise Umsetzung der Wünsche des Fahrers. Sorgt sie bei geringen Geschwindigkeiten für einen verkürzten Wendekreis, zeigt sich ein Sicherheits- und Komfortgewinn bei höheren Geschwindigkeiten durch das verbesserte Handling. Oder anders formuliert: Wer in der Stadt noch dachte "Das ist mal wieder eine typisch weiche und schwammige Ami-Lenkung" wird sich außerhalb der Stadt über eine signifikant direktere Lenkung freuen. Nicht so richtig Freude will bei spontanen Gasstößen aufkommen. Zu lang dauert die Umsetzung von Pedal zu Asphalt. Ist der Doppelturbomotor erst einmal in Schwung, scheint es hingegen kaum noch ein Halten zu geben. Nur gut, dass die über Zweikolben-Aluminiumsättel verfügende Bremsanlage auf Wunsch richtig satt zupackt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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