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Citroën ë-Spacetourer 75 kWh Dritter im Bunde

In der XL Version ist der Citroën ë-Spacetourer 5,31 Meter lang
In der XL Version ist der Citroën ë-Spacetourer 5,31 Meter lang
© press-inform - das Pressebuero
Nach dem Opel Zafira-e Live und dem Peugeot e-Traveller komplettiert der Citroën ë-Spacetourer das Trio der Elektro-Kleinbusse aus dem PSA-Konzern. Der Nachzügler gibt ein gutes Bild ab, offenbart aber auch ein Dilemma, dass sich bald auf mehrere Konzernmarken auswirken dürfte.

In dem Citroën ë-Spacetourer füllt man sich sofort heimisch. Die analogen Rundinstrumente, das leicht schräg stehende Lenkrad und der sieben Zoll Monitor - alles kommt einem freundlich vertraut vor. Dieses Willkommen Daheim-Gefühl kommt nicht von ganz ungefähr. Denn der elektrische Kleinbus teilt sich mit dem Peugeot e-Traveller und dem Opel Zafira-e Live die EMP2-Plattform und damit die Technik. Da man beim PSA-Konzern nach wie vor auf jeden Cent schaut, sind auch die Differenzierungsmöglichkeiten der einzelnen Marken begrenzt. Vor allem bei einem derart kostensensitiven Segment wie den Nutzfahrzeugen. Da sind wir schon beim Thema: Bei den Preisen gibt sich das Trio nicht viel. Der Citroën ë-Spacetourer kostet in der gefahrenen Version mindestens 66.400 Euro.

Optisch dient das Gesicht als Hauptunterscheidungsmerkmal, bei dem sich die plastischen Automobil-Chirurgen selbstverwirklichen dürfen, nach der A-Säule muss die Blechschere dann schon ruhen und beim Heck ähneln sich die drei Geschwister wie ein Ei dem anderen. Dieses Gleichteile-Thema wird sich vermutlich noch verschärfen, wenn die FCA-Marken noch dazukommen und Fahrzeuge wie der Fiat Talento das Konzernportfolio vervollständigen. Falls die Gleichteilestrategie in Zukunft ähnlich konsequent durchgezogen wird wie bisher, dürften den Marketingexperten so langsam die Worte ausgehen, wenn die Unterscheidungsmerkmale ähnlich dünn gesät sind.

Das ist aber Schnee von morgen. Aktuell sitzen wir im Citroën ë-Spacetourer in XL Business Lounge-Ausführung mit der 75 Kilowattstundenbatterie, die eine maximale Reichweite von 307 Kilometern verspricht. Das bedeutet, bis zu sieben Plätze, bei unserer Version können es sich sechs Personen inklusive Fahrer auf eigenen verschiebbaren Stühlen bequem machen. Platz ist ausreichend vorhanden, sodass man sich auch in Reihe drei noch wohl fühlt. Zumal die vier hinteren Sitze sich gegenüberstehen. Bei Bedarf kann man auch in die klassische Bestuhlung wechseln. Aber anders als beim VW Bulli müssen die Sitze aus und in der gewünschten Position wieder eingebaut werden. Diese Prozedur ist etwas umständlicher, aber das Gewicht der Sitzmöbel ist nicht so hoch, dass man ein Abonnement im Fitness-Studio bräuchte. Der Zustieg zu der rollenden Lounge ist dank der Schiebetürenbreite von 933 Millimetern bequem machbar. So soll es auch sein, da diese Art von Kleinbus gerne aus VIP-Shuttle verwendet wird.

Mit einem Gewicht von knapp 2,4 Tonnen und der Länge von 5,31 Metern ist der ë-Spacetourer ein ziemliches Dickschiff, das sich aber auch im wuseligen Stadtverkehr unproblematisch bewegen lässt. Der bekannte 100 kW / 136 PS Elektromotor hat dank des maximalen Drehmoments von 260 Newtonmetern mit dem Kleinbus auch in der Max-Ausführung keine Probleme, solange man die Fahrprogramme Power (volle Leistung) oder Normal (80 kW / 109 PS und 210 Nm) wählt. Zumal die Spitzengeschwindigkeit ohnehin auf 130 km/h beschränkt ist. Anders sieht es schon beim Eco-Modus aus. Da wird die Leistung des Triebwerks auf 60 kW / 82 PS und 190 Nm begrenzt und damit tut sich die E-Maschine merklich schwerer mit dem Personentransporter. Vor allem außerhalb der Stadtmauern. Da wir alleine im ë-Spacetourer saßen, dürfte sich dieser Umstand bei Vollbesetzung noch verschärfen. Im Stop-and-go-Verkehr in den Innenstädten dürfte dieser Energiesparmodus dennoch ausreichen.

Das bringt uns zur Effizienz. Citroën gibt den Verbrauch mit 27,5 kWh (gemäß dem WLTP-Zyklus) an, wir kamen bei unserer Testfahrt auf 28,0 kWh. Beim Stromtanken an der heimischen 11 kW-Wallbox hilft der dreiphasige Onboardlader mit dem die Akkus nach gut sieben Stunden wieder gefüllt sind. Damit wäre der Hotel-Shuttlebus über Nacht wieder mit voller Batterie wieder einsatzbereit. An einer 100 kW-Stromtankstelle dauert diese Prozedur lediglich rund 45 Minuten. Auf der Straße fällt die komfortable Abstimmung des ë-Spacetourers auf. Und wenn es einmal eng wird, unterstützen insgesamt 15 Assistenzsysteme den Fahrer. Wirklich nützlich sind der Spurhalteassistent, der Tote-Winkelwarner, der aktive Notbremsassistent und die Rückfahrkamera, die die Radarsensoren nutzt, um die Umgebung darzustellen. Ein dienliches Extra in dem Kleinbus ist die bekannte Grip-Control, eine Art erweitertes ESP, das dem Fahrer bei brenzligen Traktionssituationen mit Bremseingriffen unterstützt. Einen Allradantrieb kann die Technik freilich nicht ersetzen, aber die Fahrprogramme Normal, Schnee, Matsch, Sand, ESP Off) helfen dem Vorderradantrieb auch im Winter. Das Infotainment unterhält derweil den Fahrer. Hightech darf man nicht erwarten, aber auf dem Sieben-Zoll-Monitor kann das Smartphone per Apple CarPlay oder Android Auto gespiegelt werden.

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