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Designer Franz von Holzhausen Mutiger Visionär

Franz von Holzhausen und der Mazda Furai
Franz von Holzhausen und der Mazda Furai
© press-inform - das Pressebuero
Franz von Holzhausen ist der kreative Kopf hinter dem Aussehen der Teslas. Der Designer mit deutschen Vorfahren wagte viel, als er 2008 den sicheren Schoß der Automobilindustrie verließ und sich Elon Musk anschloss. Der Erfolg gibt ihm recht.

Franz von Holzhausen ist kein Mann der großen Worte. Anders als sein Chef Elon Musk sucht der Tesla Chefdesigner nicht das Licht der Öffentlichkeit. Doch alleine die Tatsache, dass von Holzhausen seit 2008 eng mit Musk zusammenarbeitet, sagt viel über das Können und die Wertschätzung Holzhausens aus. Denn der Südafrikaner verschleißt Top-Angestellte am Fließband. Nur wenige können mit dem aberwitzigen Tempo und den hohen Ansprüchen des Firmenchefs mithalten beziehungsweise diese erfüllen.

Doch die Liaison zwischen Musk und von Holzhausen währt nun schon fast eineinhalb Jahrzehnte. Eine Zeitspanne, die selbst für Designer recht ungewöhnlich ist. Meistens fühlen sich die kreativen Köpfe irgendwann eingeengt, wollen sich neu verwirklichen und suchen eine neue Herausforderung. Die besteht bei von Holzhausen offenbar darin, sich stets selbst neu zu erfinden. Mit dem Modell S setzte er ein Zeichen und etablierte die Tesla-Designsprache, der auch die Crossover Model X und Model Y sowie das Model 3 folgten. Doch mit dem triangel-kantigen Cybertruck und dem neuen Roadster schlägt von Holzhausen einen neuen Formen-Weg ein.

Die Geschichte des exzentrischen Milliardärs und des eher ruhigen Designers ist übrigens eng mit dem Tesla Logo verwoben. Denn das steht nicht für den Namen Tesla, sondern zeigt die Form des Elektroantriebs. So hat es jedenfalls Elon Musk erklärt. Dass das Symbol einen Gleichstrommotor zeigt, Tesla aber Wechselstromantriebe verwendet, ist lediglich ein kleines Bonmot am Rande. Die RO Studios aus New Jersey hatten da Logo entworfen und bei einem seiner Besucher traf Elon Musk auf Franz von Holzhausen. Der mutige Bald-Autobauer und der Designer kamen ins Gespräch und der Südafrikaner erzählte von seinem hochtrabenden Vorhaben. Holzhausen fühlte bei seinem damaligen Arbeitgeber Mazda nicht genug geschätzt, vor allem seine Ansichten über Nachhaltigkeit und die Umwelt riefen beim japanischen Autobauer nicht jene Begeisterung hervor, die sich Holzhausen wünschte.

Da kam der charismatische Milliardär gerade recht. Musk überzeugte von Holzhausen von seiner Idee, ein Elektroauto zu bauen. Was heißt eines? Eine ganze Modellpalette. Das war ganz nach dem Gusto des Designers. Er verabschiedete sich höflich bei Mazda und heuerte bei Tesla an. Zu einer Zeit, als sich die etablierten Autobauer noch die Bäuche vor Lachen hielten, als sie auf Elon Musks Pläne angesprochen wurden. Die meisten Kollegen des US-Amerikanischen Designers fragten sich, was in Franz gefahren sei, dass er eine sichere Stelle und vermutlich eine gute Karriere in der Automobilindustrie gegen die Elektro-Luftschlösser eines exzentrischen Südafrikaners eintauschte. "Viele haben mir abgeraten, diesen Job anzunehmen", erinnert sich Franz von Holzhausen.

Immerhin hatte sich der US-Designer mit deutschen Vorfahren schon einen Namen in der Automobilbranche gemacht. Nach seiner College-Zeit an der renommierten Syracuse University, wo seinen Abschluss im Transportation-Design machte, stieg er gleich bei VW ein. Bei der US-Dependance des deutschen Automobilbauers arbeitete er an einigen wegweisenden Prototypen wie den Microbus oder dem Concept One, aus dem später der New Beetle entstehen sollte. Bei General Motors war von Holzhausen für das Aussehen von Autos wie das des Chevrolet SS, des Pontiac Solstice sowie dessen Bruder Opel GT verantwortlich. Der Pontiac wurde in den USA 2006 zum Auto des Jahres gekürt und erhielt außerdem noch den Preis "Design of the Year 2006". Bei Mazda verlieh er dem RX-8, dem Mazda3 und dem Mazda5 die Form.

Bei Tesla erwartete den Designer kein schickes lichtdurchflutetes Studio, sondern eine Ecke in der Space X-Fabrik, in der Elon Musks Weltraumfantasien Realität werden sollten. Der eine oder andere hätte beim Anblick dieser hemdsärmeligen Arbeitsbedingungen auf dem Absatz kehrt gemacht. Von Holzhausen konnte so seine Vision des Automobildesigns von Grund auf entwickeln. Der wenig charmante Arbeitsplatz war für ihn so etwas wie ein weißes Blatt Papier. So rustikal die Umgebung auch gewesen sein mag, der Druck war immens. Wäre das Design des Model S nicht angekommen, hätte dies das Aus für Tesla bedeutet. Dass das ganze Projekt in weniger als einem Jahr vollendet sein musste, machte die Sache nicht einfacher. Franz von Holzhausen hat abgeliefert. "Ich wollte einfach ein schönes Auto machen. Ob es einen Diesel- Elektromotor hat, war letztendlich egal", sagt der Designer.

Anders als Elon Musk ist für Holzhausen das Bad in der Menge kein Lebenselixier. Jedoch wird er bei den Tesla-Präsentationen, die an die Apple-Events erinnern, genauso euphorisch gefeiert wie der Firmengründer. Franz von Holzhausen ist kein Festival-Trompeter, der zu jedem Thema seine Meinung kundtut. Sobald er sich äußert, lassen seine Einschätzungen nichts an Klarheit zu wünschen übrig. Den BMW i3 verglich er einmal mit einem Ikea-Möbelstück und für ihn wäre ein Einheitsgesicht, wie es Audi jahrelang pflegte, ein No-Go. Für Franz von Holzhausen steht jeder Tesla für sich, die Ähnlichkeiten in den Formen sind seinem Federstrich zuzuschreiben.

pressinform

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