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Ennstal Classic 2012: Dauerregen im Paradies

Die Ennstal Classic gilt zusammen mit der Mille Miglia als schönste und anspruchsvollste Oldtimerrallye Europas. Doch der Wettergott hatte diesmal kein Einsehen mit einem der letzten Oldieparadiese.

Organisator Helmut Zwickl lädt Oldtimerfans seit 20 Jahren im Sommer zum "Autofahren im letzten Paradies" ein. Kaum eine Rallye macht in einem historischen Fahrzeug mehr Spaß, kaum eine Rallye ist anspruchsvoller. Wer hier gewinnt, gehört zu den Besten. Wer hier durchkommt, weiß wie es geht. Der Vollgas-Anstieg hinauf auf Stoderinken, die kurvenreiche Fahrt auf das Hochplateau der Postalm oder der spektakuläre City-Grand-Prix von Gröbming am Abschlusstag - die Teilnehmer der Ennstal Classic kommen immer wieder; Rennfahrer, Tourenexperten und Oldtimerverrückte. Trotz der Rekordbeteiligung von 230 Fahrzeugen blieben diesmal 150 weitere Interessenten außen vor. Initiator Helmut Zwickl nimmt nur die besten der besten aus dem Baujahren 1917 bis 1972, um sein erlesenes Fahrzeugfeld mit automobilen Sehenswürdigkeiten zu spicken. 230 Fahrergespanne aus engen Freunden, Zweckgemeinschaften, aber auch 30 Ehepaaren, sechs Vater-Sohn-Duos, jedoch nur zwei Geschwisterdoppeln. "Ich fahre mit meinem 19jährigen Sohn", so Andreas Renner auf einem BMW 507, "es gibt sonst kaum etwas, was uns beide zugleich interessiert." Der Fahrer muss auf der Ennstal Classic nichts anderes machen als fahren - schnell, präzise und unfallfrei; der Beifahrer hat das Sagen. Die Topteams wechseln nie; diejenigen, bei denen der Spaß im Vordergrund steht, wechseln sich auf den 900 marternden Kilometern regelmäßig ab.

Das Sommerpendant der mindestens genauso spannenden Planai Classic, die im Winter stattfindet, hatte 20 Jahre nach der Erstaustragung mehr Wetterpech denn je. Über die Hälfte der insgesamt 900 Rennkilometer wurden im strömenden Regen gefahren - eine Herausforderung insbesondere für Fahrer und Copiloten der Vorkriegsfahrzeuge, denen der marternde Regen ins Gesicht peitscht und den Weitblick nimmt. Die meist offenen Modelle bieten ihren Insassen kaum Schutz gegen die widrigen Wettereinflüsse von außen. Hatte es am Rallye-Donnerstag bereits immer wieder geregnet, so wurde der Oldtimermarathon am Freitag zu einem nicht enden wollenden Regentanz für Mensch und historische Maschine. "Irgendwann wird der Regen zu Deinem persönlichen Feind", so Ex-Rennfahrer und Rallyefan Jochen Mass, "irgendwann nimmt man es persönlich." Mass, in diesem Jahr auf der Ennstal Classic mit einem historischen Mercedes 300 SLS von 1957 unterwegs, weiß wovon er spricht. "Ab Tempo 80 tut der Regen weh", so der durchnässte deutsche Rennfahrer beim Zwischenstopp in Steyr, "es geht nur mit Brille und die beschlägt andauernd."

Hinter der winzigen Frontscheibe seines Renn-SLS wurde Jochen Mass am Freitag genauso durchgeweicht, wie die anderen Insassen der Vorkriegs- und jüngeren Nachkriegsmodelle. Doch war es nicht nur der strömende Regen, der der Ennstal Classic in diesem Jahr seinen Stempel aufdrückte. Es war auch die Kälte, denn außer den zwei letzten Rennstunden am Freitagabend konnten sich die Teilnehmer während der Fahrt durch einige der schönsten Gegenden Österreichs allenfalls warme Gedanken machen. Etappenpunkte wie Sölkpass, Postalm oder Obertauern hatten jeweils kaum fünf Grad Celsius. Gefühlt sah es da noch ganz anders aus. So machten viele Teilnehmer auch unangenehme Bekanntschaft mit rutschigen Fahrbahnen und verbeulten die geliebten Preziosen. Veranstalter Helmut Zwickl wählt jedes Jahr bevorzugt kleine, gewundene Bergstraßen aus, die den Piloten im Grenzbereich höchste Glücksgefühle bescheren. Bei strömendem Regen und nahezu eisglatten Fahrbahnen geraten Piloten und Oldtimer nicht selten an ihre Grenzen - auch das ist die Ennstal Classic des Jahres 2012. Wer nicht fahren kann, hat hier nichts zu suchen und braucht sich an der forschen Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h pro Stunde auf kleinsten Straßen, bergauf wie bergab, kaum zu versuchen.

Natürlich gibt es wie jedes Jahr Sieger, Verlierer, Publikumslieblinge und Nebendarsteller. So gewannen Helmut Schramke und sein Beifahrer Peter Umfahrer auf einem spektakulären Jaguar XK 150 DHC von 1960 am Ende noch knapp vor dem favorisierten Team von Carsten und Monika Wollenberg auf dem erfolgserprobten Mercedes 230 SL von 1964. Für das Team Christian Mitterdorfer und Isabella Warth auf einem Jaguar E-Type S1 reichte es am Ende zu einem exzellenten Platz drei. Auch die Erfolgsrennfahrer von einst konnten sich auf der anspruchsvollen Ennstal Classic im Vorderfeld platzieren. BMW-Urgestein Dieter Quester und Anja Schiemann erreichten auf einem grauen BMW 328 von 1939 einen sehr guten 13. Platz und auch Rallyelegende Rauno Aaltonen war mit Helmut Artracker auf einem 16. Platz im Rallye-Mini von 1972 nicht unzufrieden.

Beim Publikum kamen nicht nur durch das verheerende Wetter die Vorkriegsmodelle besonders an. Cooler als in einem Lagonda M 45 / L 45 kann man wohl kaum unterwegs sein und wenn die britischen Le-Mans-Renner aus den 30er Jahren mit ihren 4,5-Liter-Triebwerken die Berge hinauftrampeln, bekommt wohl jeder Oldtimerfan Gänsehaut. Dass es auch anders geht, zeigte im Feld der übermächtigen Rennelefanten der filigrane BMW 319/1. Gerade einmal 55 PS stark avancierte der in einer grünen Zweifarblackierung gehaltene Zweisitzer aus München zu einem der Publikumslieblinge. Der leichte Renntourer von 1937 war trotz unterlegener Motorleistung bergan kaum zu stoppen.

Bei Helmut Zwickl laufen bereits die ersten Vorbereitungen für die Ennstal Classic des Jahres 2013. Doch vorher gibt es noch mehr zu tun. Denn kurz vor der alpinen Ski-WM findet im Januar 2013 wieder die Planai Classic auf Eis und Schnee statt. An die Rahmenbedingungen, mit einem Oldtimer auf Eis und Schnee im Grenzbereich zu fahren, konnten sich viele Teilnehmer auf der sommerlichen Ennstal Classic dieses Jahres schon einmal gewöhnen. Nächsten Sommer hoffen dann alle wieder auf paradiesisches Wetter im letzten Oldtimerparadies.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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