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Fahrbericht: Mercedes-Benz GLE 450 4MATIC: Komfort-Elektronik

Mercedes hat seinen GLE neu aufgelegt. Der Nachfolger der einstigen M-Klasse kommt nun mit noch mehr Komfort und viel Elektronik an Bord.

Mercedes-Benz GLE 2019

Mercedes-Benz GLE 2019

Feuerwehr, Polizei und Sanitäter werden ihn lieben: Denn der aktive Lenk-Assistent des neue Mercedes-Benz GLE bringt eine Rettungsgassenfunktion mit. Auf mehrspurigen Straßen und bei weniger als 60 km/h orientiert sich dabei die Elektronik "schwarmartig" an den Fahrzeugen ringsum und an den erkannten Straßenmarkierungen, um Platz zu machen für eine Rettungsgasse. Es ist nicht die einzige hilfreiche Erfindung, die in den komfortablen SUV Einzug gefunden hat.

Komfort-Elektronik
Mercedes-Benz GLE 2019

Mercedes-Benz GLE 2019

Der GLE ist seit September 2015 der Nachfolger der M-Klasse, mit der Mercedes 1997 seinen ersten Premium-SUV aufgelegt hat. Anfang 2019 kommt nun die nächste Generation zu den Händlern. An Bord: Viel Elektronik, die das Fahren angenehmer machen soll. Und mehr Platz. Der Radstand ist um 80 mm auf 2.995 Millimeter gewachsen, was vor allem den Passagieren auf den Rücksitzen zugutekommt. Ihre Beinfreiheit etwa stieg um fast sieben Zentimeter. Optional bietet Mercedes denn auch eine dritte Sitzreihe - wirklich bequem geht es dort aber nicht gerade zu. Sinnvoller ist da die Option, die beiden Einzelsitze in der zweiten Reihe elektrisch verstellen zu können in Länge und Neigung der Lehnen. Platz fürs Gepäck ist auch vorhanden: Bis zu 825 Liter sind es mit hochgeklappten, bis zu 2.055 Liter mit umgeklappten Lehnen. Viel getan hat sich auch am Arbeitsplatz des Fahrers. Das optionale Head-up-Display dürfte aktuell das größte sein in einem Pkw. Mit einer Auflösung von 720 x 240 Pixel wird über ein Linsen- und Spiegelsystem ein 45 x 15 Zentimeter großes, farbiges und helles Bild in die Frontscheibe eingeblendet, das in knapp drei Metern Entfernung vor dem Fahrer über der Motorhaube zu schweben scheint. Aber auch das "normale" Navi bietet neue Optionen. So wird das Videobild der Frontkamera in die linke Hälfte des Bildschirms eingespielt. Eingeblendete Richtungsschilder weisen dann aktiv den Weg. Schöne neue Welt.

Das Cockpit ist erst einmal übersichtlich. Die beiden 12,3 Zoll großen hochauflösenden Displays für das Kombielement vor dem Fahrer und die Media-Funktionen sind hinter einer durchgehenden, breiten Glasfront angeordnet - sieht schick aus. Gesteuert werden können die Funktionen auch über Handbewegungen. Nähert sich die Hand dem Touchscreen, werden bereits einzelne Elemente hervorgehoben. Insgesamt hat Mercedes rund 40 neue Funktionen in den Bordcomputer hineinprogrammiert. Ohne intensives Studium des Handbuchs geht da nichts mehr.

Auch sonst ist so manches kleine technische Wunderwerk in den Laboren entstanden. Das optionale E-ACTIVE BODY CONTROL zum Beispiel, das mit der ebenfalls neu entwickelten Luftfederung kombiniert ist. Es kann die Feder- und Dämpferkräfte an jedem Rad individuell regeln. Die vier elektrischen Dämpfer liefern einen einstellbaren Federweg von bis zu 20 Zentimetern. Das wirkt nicht nur Wank-, sondern auch Nick- und Hubbewegungen entgegen - oder lässt den GLE mit der richtigen Programmierung zum tanzenden Showcar werden. Zusammen mit der Funktion, die Straßenoberfläche voraus zu scannen und die Ergebnisse blitzschnell an die Dämpfer weiterzugeben, sorgt das für fast sänftenartiges Fahren.

Außen hat sich optisch ebenfalls eine Menge getan. Der nach wie vor steil aufragende Kühlergrill hat nun ein Wabenmuster, der Markenstern wird von zwei Querstreben gehalten. Der GLE passt sich der Markenoptik an. Die kurzen Überhänge helfen im Gelände, ebenso der verchromte Unterfahrschutz. Dank aerodynamischer Feinarbeit ist aus der einst rollenden Schrankwand ein fast schon windschlüpfriges Auto geworden: Cw-Werte ab 0,29 dokumentieren das.

Komplett überarbeitet hat Mercedes auch die Motoren für den GLE. Zum Modellstart Anfang 2019 wird es in Deutschland erst mal einen Benziner und einen Diesel geben. Im GLE 450 4Matic arbeitet mit 48-Volt-Technologie ein Reihen-Sechszylinder, der im Normalmodus 270 kW/367 PS und ein maximales Drehmoment von 500 Nm leistet. Über eine Boost-Funktion sind kurzfristig noch einmal zusätzlich 250 Nm Drehmoment und 16 kW/22 PS abrufbar. Das geht dann - etwa beim Überholen - ordentlich ab: 750 Nm Drehmoment sind schon was. Den Verbrauch des Benziners gibt Mercedes mit 8,3 Liter auf 100 Kilometer an, was 190 Gramm CO2 pro Kilometer entspricht. Ein Partikelfilter sorgt mit dafür, dass der GLE die Norm Euro 6b-Temp einhält. Als zweites Aggregat bietet Mercedes ab Start im GLE 300 d einen 180 kW/245 PS starken Diesel an. Auch er kommt auf ein maximales Drehmoment von 500 Nm, der offizielle Verbrauch liegt bei 6,1 Liter auf 100 Kilometer.

Bei all der Elektronik: Fahren lässt sich der neue GLE auch. Und zwar so bequem und komfortabel, wie es sich für einen Mercedes gehört. Die Sitze sind auch auf weiten Strecken ermüdungsfrei, die Lenkung dürfte etwas direkter sein und mehr Widerstand aufbauen - aber sie ist präzise und gibt gute Rückmeldung von der Straße. Das Schalten mit der 9-Gang-Automatik geht ohne jede Zugkraftunterbrechung vonstatten, je nach Fahrprogramm passen die Abstufungen der Gänge bestens. Und der Allradantrieb, der beide Achsen gleichmäßig bedient, sorgt für beste Traktion.

An Assistenzsystemen herrscht - wie bei Mercedes üblich - kein Mangel. Man muss die meisten nur extra zahlen. Ein Aktiver Abstandsassistent gehört dazu, der die Geschwindigkeit streckenbasierend und mit Infos von LiveTraffic regelt, ein aktiver Bremsassistent, ein "Anhängerrangier-Assistent", ein Totwinkel-Assistent mit Ausstiegswarnung oder eine neue Sitzkinetik, die durch kleinste Bewegungen von Sitzkissen und Lehne die Sitzhaltung während der Fahrt korrigiert. Billig war der in den USA gebaute GLE noch nie - bei der neuen Modellgeneration ist es nicht anders. Der Mercedes GLE 450 4MATIC startet ab 72.649,50 Euro, der Diesel GLE 300 d 4MATIK bei 65.807 Euro.

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