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Fahrbericht: Skoda Kodiaq RS: Sportlicher Dienstwagen

Skoda bringt seinen ersten SUV mit de sportlichen RS-Kürzel im Namen. Reichen 240 PS, um aus dem Zweitonner ein Sportgerät zu machen?

Im Skoda Kodiaq RS arbeitet ein Zweiliter-Turbodiesel

Im Skoda Kodiaq RS arbeitet ein Zweiliter-Turbodiesel

Skodas Sound-Designer haben ganze Arbeit geleistet: Der Kleine klingt wie ein Großer. Sobald man dem Skoda Kodiaq RS die Sporen gibt, tönt der Vierzylinder-Diesel auf einmal wie ein satt gurgelnder Sechsender. Besonders dankenswert: Die Klangkünstler haben nicht übertrieben - kein künstliches Stottern beim Herunterschalten des Doppelkupplungsgetriebes, keine elektronisch kreierte Fehlzündungen. Dynamic Sound Boost nennt Skoda das zum ersten Mal verwendete Teil, das in der Nähe des Endrohres sitzt und den Klang der Abgasanlage verstärkt.

Sportlicher Dienstwagen
Im Skoda Kodiaq RS arbeitet ein Zweiliter-Turbodiesel

Im Skoda Kodiaq RS arbeitet ein Zweiliter-Turbodiesel

Der Motor macht im Skoda Kodiaq nicht nur die Musik. An sich ist der 2-Liter-Turbodiesel ein alter Bekannter aus dem VW Tiguan. Doch obwohl weder Leistung noch Beschleunigung im Skoda auch nur einen Deut besser sind als bei dem Wolfsburger - der Skoda macht gefühlt deutlich mehr Spaß. Zwar machen weder der Biturbo noch das RS-Kürzel aus dem leer schon 1,9 Tonnen schweren Tschechen wirklich einen "R"allye "S"portler. Aber einen kräftigen SUV, der mehr kann, als nur den Nachwuchs zur Schule zu kutschieren.

Optisch ist der knapp 4,7 Meter lange Skoda Kodiaq RS eine Weiterentwicklung des Kodiaq Sportline. Der RS hat den gleichen unteren Teil des vorderen Stoßfängers, die gleichen Seitenschweller und schwarzen Zierteile als Fensterrahmen, Außenspiegel oder Dachreling. Einzig im RS gibt es die erstmals bei Skoda zu findenden 20-Zöller in den Radkästen, den ovalen Auspuff, die leuchtend rot lackierten 17-Zoll-Bremsen und den durchgehenden Reflektor am Heck. Auch innen gleicht der RS dem Sportline: Viel Platz vorne wie hinten, als 5-Sitzer mit 530 bis 1.960 Liter Laderaum gut dabei. Auf Wunsch gibt es den Kodiaq auch mit einer dritten Sitzreihe als 7-Sitzer. Ablagen? Reichlich. Das Cockpit ist komplett digital und bietet zahlreiche verschiedene Anzeigemöglichkeiten zur Wahl. Dazu kommt eine übersichtliche und einfache Bedienung. Die gut geformten Sportsitze mit der integrierten Kopfstütze und dem eingenähten RS-Logo wurden extra für den Sport-Kodiaq entworfen.

Seine Kraft schöpft der Kodiaq RS im wesentlichen aus dem zweistufigen Biturbo des Dieselmotors, des stärksten Seriendiesels, den Skoda zu bieten hat. Der erste Turbo ist auf schnelles Ansprechen schon bei niedrigen Drehzahlen ausgerichtet. Der zweite erreicht seinen optimalen Ladedruck bei höheren Umdrehungen. Dieses Prinzip sichert dem Kodiaq RS schon bei niedrigen Drehzahlen ab 1.750 U/min-1 das volle maximale Drehmoment von 500 Nm. Entsprechend kraftvoll beschleunigt er auch schon sehr früh. Der serienmäßige Allradantrieb sorgt für die nötige Traktion, wenn der Sport-SUV loslegt und seine mehr als zwei Tonnen Lebendgewicht in 6,9 Sekunden aus dem Stand auf Landstraßentempo bringt. Der Basis-Macan von Porsche ist da auch nur zwei Zehntel schneller. Die Höchstgeschwindigkeit des Kodiaq RS liegt bei 221 km/h. Der offizielle Verbrauch von 6,4 Litern ist im Rahmen seiner Konkurrenten. Start-Stopp-Automatik ist ebenso an Bord wie Rekuperation beim Bremsen. Das hohe Drehmoment empfiehlt den Kodiaq RS auch als Zugfahrzeug für Pferde- und Bootsanhänger.

Exzellent das adaptive Fahrwerk, die Lenkung und das DSG des Kodiaq RS. Zum ruppigen Halbstarken wird er nicht mal im Sport-Modus - selbst dann pariert er schlechte Straßen noch mit einem komfortablen Ausfedern. Im Komfort-Modus reagiert er dann noch deutlich sanfter und bügelt so gut wie jedes Schlagloch weg. Das 7-Gang-DSG arbeitet dezent im Hintergrund. Keine Zugkraftunterbrechung beim Gangwechsel, kein unwilliges Motzen, weil es mal nicht den richtigen Gang erwischt, sanftes Herunterschalten. Nur im Sportmodus dreht das DSG vernehmlich höher, bevor es schaltet. Die Progressivlenkung ist präzise und liefert genau den richtigen Widerstand. Ein Kurvenjäger wird der Kodiak als SUV trotz RS ohnehin nicht werden - aber er zirkelt genau nach Vorgabe um die Kurven.

Für Skoda hat sich der Kodiaq zu einem Erfolgsmodell entwickelt. In den zwei Jahren, in denen er auf dem Markt ist, wurden bereits 277.000 Stück produziert - 100.000 davon in China. Die Präferenzen der Käufer sind eindeutig: 57 Prozent entschieden sich für ein Diesel-Modell, 87 Prozent wählten ihn mit DSG-Getriebe. Und die RS-Versionen kommen schon bei den anderen Skoda-Baureihen gut an - jeder fünfte verkaufte Octavia etwa trägt dieses Kürzel. Bleibt der Preis, wenn der Kodiaq RS ab Ende des Jahres beim Händler steht. 49.990 Euro ist nicht in jedermanns Portokasse. Aber kühle Rechner werden schnell zusammenaddieren, dass der Preis allein schon fast die Mehrausstattung aufwiegt - und noch gut in gehobene Dienstwagenlisten passt.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.