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Integriertes Schloss Dieses Fahrrad ist unklaubar


Fahrraddiebstahl gilt nach wie vor als Kavaliersdelikt und wird fast nie aufgeklärt. Zeit für neue Sicherungskonzepte. Das "Yerka" ist Rad und Schloss in einem.
Von Heiner Walberg

Fast jedem Radfahrer ist schon mal ein Fahrrad geklaut worden. Abhilfe schaffen sehr teure Schlösser, sehr billige Fahrräder oder eine Kombination aus beidem. Ästhetik und Fahrspaß bleiben dabei schnell auf der Strecke.

Wenn man ein besonders schönes Fahrrad fährt, weckt das Begehrlichkeiten. Die meisten Schlösser sind schnell geknackt und das geklaute Fahrrad ist dann auch noch ein super Fluchtfahrzeug. Drei chilenische Ingenieursstudenten und Fahrradenthusiasten hatten davon genug. Sie haben kurzerhand ihre eigene Firma gegründet und sind in der Entwicklung neue Wege gegangen.

Neuer Ansatz

Gute Fahrradschlösser sind teuer, schwer und mit dem richtigen Werkzeug trotzdem zu knacken. Das haben die drei Existenzgründer aus Chile erkannt, sie integrieren das Schloss deshalb einfach in den Fahrradrahmen. Im Prinzip ganz einfach: Das Unterrohr des Rahmens lässt sich von oben und unten beiseite klappen, die lange Sattelstütze dient als eine Art Schließriegel und verbindet die beiden Teile miteinander. Das spart Platz, Gewicht und sieht auch noch schick aus.

Nicht unkaputtbar, aber unklaubar

Fragt sich natürlich noch, was das Konzept so besonders macht – ein "Schloss" aus Aluminium ist sicherlich noch schneller zersägt, als jedes andere Schloss. In diesem Fall bedeutet die Zerstörung des Schlosses aber auch eine Zerstörung des Objektes der Begierde. Das Yerka lässt sich nicht klauen, ohne es kaputt zu machen. Gegen zerstörungswütige Neider ist es also nicht immun. Bei einem angestrebten Verkaufspreis von gerade einmal 499 Dollar dürfte es aber auch davon nicht übermäßig viele geben. Das Rad kann man momentan vorbestellen, es ist aber noch nicht lieferbar.

Das Rad

Dass es sich beim Yerka nicht nur um ein fahrendes Schloss, sondern um ein sehr gut aussehendes Fahrrad handelt, sei ebenfalls erwähnt. Im Stil eines New Yorker Kurierrades verzichtet das Yerka auf Anbauteile und alles, was kaputt gehen kann. Schutzbleche, Gangschaltung und Dynamobeleuchtung sucht man vergeblich. Dafür findet sich ein weiteres Detail zum Diebstahlschutz. Die Räder sind mit speziellen Muttern (wie bei Alufelgen am Auto) gegen unbefugtes Abbauen gesichert.

Die drei Firmengründer, die sich auf ihrer Website barfuß und mit Pizza in der Hand ein bisschen "businessuntypisch" präsentieren, haben mit dem Yerka Mut zu neuen Konzepten bewiesen. Ob sich ein derart minimalistisches Fahrrad allerdings am Massenmarkt durchsetzen kann ist fraglich. 


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