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Kaufberatung Fahrradschloss: Welches Schloss schützt wirklich vor Diebstahl?

Nichts wird so gern geklaut wie Fahrräder. Die meisten Schlösser bieten nur symbolischen Schutz. Was man vor dem Schlosskauf bedenken sollte.

Ein Mann knackt mit einem Seitenschneider ein Fahrradschloss

Bei einem professionellen Seitenschneider von einem Meter Armlänge müssen sich fast alle Schlösser geschlagen geben

Radklau ist ein Volkssport in Deutschland. 340.000 Räder werden Jahr für Jahr gemopst. Der Klau konzentriert sich zudem: Wer sein Trekkingrad im Keller eines Einzelhauses abstellt und es tagsüber in der Firma auf einem bewachten Gelände lässt, geht ein sehr viel geringeres Risiko ein als jemand, der sein Rad in der City auch mal nachts draußen lässt. 

Schutz gegen den Fahrradiebstahl

Einziger Schutz gegen Diebe sind Schlösser. Aber auch hier darf man keine Wunder erwarten: Es gibt kein Schloss auf dem Markt, das man mit professionellem Werkzeug nicht aufbrechen kann. Punkt. Es ist nur die Frage, wie schwer man es den Dieben machen will. Mit einem soliden Bügelschloss kann man verhindern, dass das Rad mit einem kleinen Seitenschneider aus dem Baumarkt mitgenommen wird.

Ein Klassiker: Was nützt das beste Schloss, wenn man beim Anschließen nicht aufpasst?

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Der Radfahrer muss bei der Wahl des Schlosses mehreren Kriterien gerecht werden: 

Kosten: Wie viel will oder kann man ausgeben: 20, 50 oder über 100 Euro?

Bequemlichkeit: Wie leicht lässt sich das Rad mit dem Schloss im Alltag irgendwo anschließen?

Gewicht: Wie schwer oder leicht darf das Schloss sein? Jemand der 1000 Euro mehr ausgibt, um sein Rad ein Kilo leichter zu machen, hat kein gutes Gefühl, wenn er ein Zwei-Kilo-Schloss mit sich herumführen soll.

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Typ 1: Leichtes Seilschloss

Günstig, leicht, einfach und bequem - das spricht für ein Drahtseilschloss. Problem: Man bekommt so ein Schloss schon mit einer guten Kombizange auf.

Ein Drahtseilschloss schützt das Rad davor, einfach weggeschoben zu werden. Es lässt sich leicht um Zäune und Bäume winden und kostet nur zwischen 10 und 20 Euro. Ideal also, um ein normales Rad vor dem Café anzuschließen. Steht das Rad über Nacht auf der Straße, ist dies keine Sicherung. Auch akzeptabel bei alten, minderwertigen Rädern, die niemand weiterverkaufen kann.

Typ 2: Schloss am Rahmen

Hollandräder und Cityräder haben ein Rahmenschloss manchmal serienmäßig eingebaut: Ein Bügel arretiert das Hinterrad. Das ist einfach und bequem, sichert das Rad aber nicht mal gegen das Wegtragen. Eigentlich unsinnig. Besser ist ein fest am Rahmen montiertes Kabel- oder Drahtschloss. Das ist auch bequem und man kann das Rad wenigstens anschließen.

Faltschlösser sind stabil, flexibel und leicht am Rad zu transportieren. 

Faltschlösser sind stabil, flexibel und leicht am Rad zu transportieren. 

Typ 3: Kabel- oder Spiralkabelschloss

Diese Schlösser sind am Beliebtesten, sie liegen schon für fünf Euro beim Discounter. In einer Plastikhülle sind geflochtene Drähte, so bleibt das Schloss flexibel. Problem ist, dass man sie mühelos auch mit einem einfachen Bolzenschneider aufbekommt. Nicht mehr als eine symbolische Sicherung für überwachte Parkplätze.

Typ 4: Faltschloss

Neben Panzerketten ist das der Favorit, wenn es sicher sein soll. Diese Schlösser sind wie ein Zollstock aufgebaut. Auseinandergefaltet ist dieses Schloss beim Anschließen flexibler als ein Bügelschloss. Zusammengefaltet bleibt das Schloss zwar schwer, lässt sich aber optisch unauffällig in einem Rahmenhalter verstauen. Teure Exemplare besitzen sogar gesicherte Schließzylinder.

Gibt es in allen Klassen - leider gilt die Faustregel: Besonders sicher ist auch besonders schwer. 

Eine praktische Sache ist die Schloss-Ketten-Kombi: Mit dem flexiblen Schloss lassen sich Fahrräder einfach an festen Gegenständen anschließen..

Eine praktische Sache ist die Schloss-Ketten-Kombi: Mit dem flexiblen Schloss lassen sich Fahrräder einfach an festen Gegenständen anschließen..

Typ 5: Panzerkabelschloss und Panzerkette

Panzerkabel bestehen aus geflochtenen Stahlseilen, die gekapselt sind. Panzerketten aus extra gehärtetem Stahl. Die Glieder sind bis bis zu 14 mm dick. Stabile Ausführungen bekommt man auch mit einem großen Bolzenschneider kaum auf. Hohes Gewicht und Preise oberhalb von 120 Euro sind ein Problem. Außerdem lässt sich eine Kette nicht so elegant unterbringen, wie ein Faltschloss. Sie passt besser zu einem Rad mit Einkaufskorb, als zu einer cleanen Rennmaschine.

Typ 6: Bügelschloss

Das Bügelschloss ist die sicherste Variante. Hauptnachteil ist die starre Form. Schon ein Laternenmast wird von dem Bügel nicht umschlossen. Man sollte darauf achten, dass ein einseitig aufgetrennter Bügel nicht freigedreht werden kann - Diebe also beide Seiten aufschneiden müssen. Vor dem Kauf darauf achten, dass das Schloss mitsamt seiner Halterung auch am eigenen Rad montiert werden kann.

Fazit

Wer mehr als einen symbolischen Schutz will, muss ein Bügel-, Panzerketten oder Faltschloss wählen. Hier kommt es darauf an, wie man das Schloss am Rad transportieren will. Nimmt man ein Markenschloss, muss man mit einem Preis von mindestens 80 Euro rechnen. Typisches Beispiel: Das Abus Faltschloss Bordo Granit X-Plus mit 85 Zentimeter Länge wiegt mit Befestigung fast zwei Kilogramm. Preisempfehlung ist 123 Euro, der Ladenpreis liegt bei etwa 85 Euro. Preistipp: Im Test der Stiftung Warentest schnitt das Axa Cherto Compact 95, mit der Note Gut ab. Mit zwei Kilogramm ist es ein echtes Schwergewicht, kostet aber nur erfreuliche 30 Euro

Auf dem Youtube-Channel "Os Primitivos" werden im neuesten Video Fahrraddiebe hereingelegt.

Grenzen des Schutzes

Wenn man sich Gedanken über ein super-sicheres Schloss macht, sollte man die Grenzen des Schutzes nicht vergessen. Bei teuren Fahrrädern werden auch die Anbauteile gestohlen. Wenn man Pech hat, findet man seinen gut gesicherten Rahmen gerupft vor. Praktisch ist es kaum möglich, zusätzlich zum Rahmen auch noch Radsatz, Traninings-Computer, Lichtanlage, Lenker, Vorbau, Sattel und Sattelstange angemessen zu sichern.

Eine weitere Frage ist, wo man das Rad eigentlich anschließen will. Ein Beleuchtungsmast ist relativ solide. Wenn man sein Rad auch an Zäune oder Radständer anschließt, muss man daran denken, dass der 18-Millimeter-Bügel aus extra hartem Edelstahl jedem Angriff trotz, das verzinkte Blech des Ständers aber kinderleicht aufzutrennen ist.

Und: Nichts wird so gern ausgeräumt, wie die Fahrradkeller von Mehrfamilienhäusern. Also auch dort muss das Rad ab- und angeschlossen werden.

GPS-Tracker gegen Fahrraddiebstahl

Wenn der Diebstahl schon nicht zu verhindern ist, kann man das Rad mit einem GPS-Tracker versehen. Da gibt es unzählige Varianten. Bequem sind Modelle, die im Rücklicht verborgen sind und die ihren Akku mit dem Strom des Dynamos aufladen. Im Prinzip kann man aber jeden kleinen und wasserdichten GPS-Tracker verwenden. Kauft man ein teures System für Fahrräder, sollte man drauf achten, dass es auch eine App gibt, die Alarm schlägt, sobald das Fahrrad unbefugt bewegt wird.

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