HOME

Diebstahlschutz: Warentest prüft Fahrradschlösser – auch billige Schlösser schützen gut

Beim Test rückten die Warentester den Schlössern sogar mit einem Winkelschleifer zu Leibe. Das hielten nur die wenigsten aus. Ausgerechnet das sicherste Schloss ist leider mit Schadstoffen belastet. Doch es gibt auch billige Schlösser mit guten Ergebnissen.

Der Fahrradklau ist allgegenwärtig, ohne gutes Schloss werden auch die ältesten Drahtesel geklaut-

Der Fahrradklau ist allgegenwärtig, ohne gutes Schloss werden auch die ältesten Drahtesel geklaut-

Getty Images

Echte Sicherheit vor Fahrradklau gibt es nur, wenn die Schlösser richtig schwer sind. So kann man das Ergebnis des jüngsten Tests zum Thema zusammenfassen. Einziger Lichtblick: Es gibt ein Schloss, das flexibel und vergleichsweise billig ist und dennoch eine gute Sicherheit bietet.

Von 20 Bügel-, Falt- und Kettenschlössern im Test erhielten nur fünf Modelle eine gute Note. Die beliebten flexiblen Schlösser mit Panzerkabel haben die Tester gleich weggelassen. In früheren Testreihen ließen sie sich alle allzu leicht knacken.

Die Tester rückten den Schlössern mit handelsüblichem Werkzeug zu Leibe. Selbst ein Akku-Winkelschleifer wurde zwei Minuten lang angesetzt. Für Fahrradbesitzer ist dieser Trend gefährlich. Es gibt immer mehr akkubetriebenes Hochleistungswerkszeug - wie Winkelschleifer.

Auch Profis arbeiten so wie die Tester: Ein Fahrrad wird in wenigen Minuten geklaut – kein Dieb arbeitet eine halbe Stunde an einem Schloss.

Zwei Schlösser pro Rad

Die Warentester empfehlen, ein Fahrrad mit zwei unterschiedlichen Schwergewichten zu sichern.

Das sind dann mehr als vier Kilo Schlossgewicht. Ziemlich absurd – bei leichten Rädern muss man etwa 1000 Euro zusätzlich bezahlen, nur um ein Kilogramm Fahrradgewicht loszuwerden – aber wohl notwendig. Leider sind die meisten Schösser, die mit "gut" abschnitten, sehr teuer. Zwei Schlösser für 125 Euro machen schon 250 Euro nur für die Sicherheit. Tipp der Warentester: Steht das Rad beim Büro immer am gleichen Ort, sollte man dort das zweite Schloss dauerhaft befestigen, dann muss man nur ein Schloss mit sich führen.

E-Trekkingbikes: Das sind die besten E-Bikes bei der Stiftung Warentest
Der Testsieger KTM Macina Fun 9 SI-P5I erreicht die Note Gut (1,7). Die Tester loben den kraftvollen Motor und den breiten Lenker mit ergonomischen Griffen. Kosten: 2800 Euro.

Der Testsieger KTM Macina Fun 9 SI-P5I erreicht die Note Gut (1,7). Die Tester loben den kraftvollen Motor und den breiten Lenker mit ergonomischen Griffen. Kosten: 2800 Euro.

Hersteller

Sicher aber unflexibel

Im Test waren Bügel-, Falt- und Kettenschlösser. Von der Konstruktion her können Bügelschlösser die stabilste Variante sein. Sie sind aber durch ihre starre Form wenig flexibel. In der Praxis kann es dann passieren, dass man sein Rad nicht an der besten Stelle anschließen kann, weil sich das Bügelschloss nicht befestigen lässt. Die beste Sicherheit im Test bot ein Bügelschloss, das New York Lock von Kryptonite. Beim Thema Sicherheit erzielte es die Bestnote 1,0 - doch es wurde wegen Schadstoffen abgewertet. Es kostet 128 Euro.

Geht man nach der Aufbruchsicherheit, finden sich auch zwei Preis-Leistungstipps im Test. Das starre Bügelschloss Decathlon B'Twin 940 kostet nur 36 Euro. Es erreicht die Gesamtnote 2,0 und 1,6 bei der Aufbruchsicherheit. Unter den flexibleren Kettenschlössern erzielte das Kryptonite Kryptolok 990 Combo Integrated Chain eine Sicherheitsnote von 1,6. Die Gesamtnote ist 2,0. Ein starkes Ergebnis für nur 50 Euro.

Unter den ebenfalls ziemlich flexiblen Faltschlössern erreicht nur das Abus Bordo Granit X Plus 6500/110 Black HS eine gute Note (1,7) in der Aufbruchsicherheit. Es kostet allerdings stolze 128 Euro.

Günstiges oder super-sicheres Schloss

Unser Tipp: Das flexible Kettenschloss Kryptonite Kryptolok 990 Combo Integrated Chain bietet eine gute Sicherheit zu einem annehmbaren Preis von 50 Euro. Geht Sicherheit über alles würden wir zum Kryptonite New York Lock LS greifen. Die Traumnote 1,0 bei der Sicherheit bedeutet, dass auch die kritischen Warentester nichts auszusetzen hatten. Dafür muss man über die Schadstoffe hinwegsehen. Weniger schön: Auch das Kettenschloss Tresor von Abus ließ sich kinderleicht öffnen. Man kann also nicht vom bekannten Markennamen auf Qualität schließen.

Trügerische Sicherheit

Der Test berücksichtigt allein die Resistenz des Schlosses. Räder werden aber immer irgendwo angeschlossen. Ein Dieb wird kaum einen Lichtmast oder einen Baum fällen. Doch ein Zaun oder ein Bügel besteht nicht aus speziell gehärtetem Material. Ein altes Eisengitter, wie es vor vielen Altbauten steht, lässt sich in wenigen Sekunden aufschneiden. Dann nehmen Profis das Rad im Transporter mit und knacken das Schloss später in aller Seelenruhe. Davor schützt auch das beste Schloss nicht.

Den kompletten Test mit allen Ergebnissen können Sie gegen eine Gebühr hier lesen.

Lesen Sie auch:

Kaufberatung Fahrradschloss Welches Schloss schützt wirklich vor Diebstahl?

So günstig können Sie Ihr Rad versichern

Diese Fahrradschlösser bereiten Dieben wirklich Kopfzerbrechen


kra
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.