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Fiat 500X Cross FireFly Turbo 1.0: Glühwürmchen

Fiat hat seinen 500X nach drei Jahren aufgehübscht. Der gar nicht so kleine Italiener bekam zwei neue Motoren, ein neues Innendesign und mehr elektronische Helfer.

Fiat 500X - von der Seite unverändert

Fiat 500X - von der Seite unverändert

Fiat lebt von der Vergangenheit. Zumindest optisch und zumindest in Deutschland. Denn die 500er-Reihe, die 2007 auf den Markt kam und sich vom Design her an die herzigen Fiat 500 anlehnt, die zwischen 1957 und 1975 gebaut wurden, macht mit ihren Derivaten den Hauptanteil der Verkäufe in Deutschland aus. 2017 wurden von dem Retro-Italiener hierzulande fast 30.000 Stück neu zugelassen. Da kommt kein anderer Fiat auch nur annähernd ran. Nach dem 500 und dem 500L führte Fiat im Jahre 2015 den 500X ein, der auf der Basis des Jeep Renegade aufbaut. Nach drei Jahren gibt es nun ein Update des kleinen SUV. Optisch hat sich zumindest außen allerdings nicht sehr viel verändert. Serienmäßig gibt es Tagfahrlicht und Rückleuchten nun in LED-Technik, optional auch einen LED-Hauptscheinwerfer. Mit 4.269 mm Länge, 1.796 mm Breite und 1.603 mm Höhe sind auch die Dimensionen nahezu gleich geblieben - von der Grundfläche entspricht das in etwa einem VW Golf.

Glühwürmchen
Fiat 500X - von der Seite unverändert

Fiat 500X - von der Seite unverändert

Innen dagegen haben die Designer deutlich mehr zu tun gehabt. Die Materialien wirken hochwertig, geschmackvoll kombiniert und gut verarbeitet. Neu gestaltet wurde vor allem das Armaturenbrett. Tacho und Drehzahlmesser rahmen ein kleines Display ein, dessen Informationen über Tasten am Lenkrad konfigurierbar sind. Dort, wo der ursprüngliche Fiat 500 mit ein paar wenigen Kippschalterchen auskam, findet sich heute eine ziemliche Klaviatur an Bedienelementen an Lenkrad und Armaturenbrett. Optimal ist die Anordnung meist, aber nicht immer. Ein Beispiel: Man muss schon ein wenig fummeln, um die elektrische Handbremse rechts neben der Sitzfläche zu lösen.

Ein guter Teil der Flut an Knöpfen und Schaltern ist dem geschuldet, dass Fiat den 500X jetzt mit reichlich Helfern und Assistenzsystemen ausstattet - serienmäßig oder optional. So gibt es unter anderem Spurhalteassistent, Tempomat und Verkehrszeichenerkennung serienmäßig. Optional bestellbar sind automatische Scheinwerfer, Rückfahrkamera, 2-Zonen-Klimaautomatik, adaptive Geschwindigkeitsautomatik, ein aktiver (und sehr energisch regelnder) Spurhalteassistent, Auffahrwarnsystem, Totwinkelassistent und mehr. Ganz stolz ist man bei Fiat auch auf das "Uconnect" getaufte Entertainentsystem, das sich vor allem über den nun auch größeren Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts steuern lässt.

Smartphones können problemlos eingebunden werden. Dank einer konstanten Verbindung mit dem Internet sind zum Beispiel Streamingdienste wie Deezer oder andere Online-Dienste abrufbar und es können Fahrzeugdaten angezeigt werden. Ganz neu sind der 3-Zylinder-Benziner mit 999 ccm Hubraum und der 1,3 Liter-Vierzylinder, beide mit Turboaufladung und Otto-Partikelfilter. Die "Firefly" (Glühwürmchen) getaufte Motorenreihe erfüllt die kommende Abgasnorm Euro 6d-TEMP. Der mit einer 6-Gang Handschaltung kombinierte Dreizylinder schafft 88 kW/120 PS und ein maximales Drehmoment von 190 Nm.

Der Vierzylinderdiesel leistet 110 kW/120 PS und ein maximales Drehmoment von 270 Nm und kommt mit einem 6-gängigen Doppelkupplungsgetriebe. Der Dreizylinder, mit dem wir rund um Turin unterwegs waren, ist zwar laufruhig und im Innenraum auch durchweg leise geworden - aber immer noch ein Dreizylinder mit dem Hubraum einer Milchflasche. Um flott vorwärts zu kommen will er fleißig geschaltet werden, braucht aus niedrigen Drehzahlen heraus kräftig Gas und wird dann doch auch mal etwas lauter. Fiat gibt die Zeit, die es braucht, um aus dem Stand auf Tempo 100 zu beschleunigen, mit eher behäbigen 10,9 Sekunden an. Im Alltag, vor allem, wenn er viel in der Stadt gefahren wird, sollte das allerdings den 500er-Fans reichen. Auch die offiziell 6,4 Liter Verbrauch auf 100 Kilometer sind nicht unbedingt rekordverdächtig - zumal der Bordcomputer bei der Testfahrt real eher acht Liter Verbrauch errechnete.

Immerhin ist man im 500X durchaus komfortabel unterwegs. Die Lenkung - nun mit unten abgeflachtem Volant - ist ziemlich direkt, liefert gute Rückmeldung von der Straße, die Handschaltung funktioniert knackig und mit kurzen Wegen. Die Sitze sind bequem und bieten guten Seitenhalt, der Platz ist ausreichend und entspricht der Fahrzeugklasse. Im Kofferraum lässt sich mit 350 Liter durchaus was unterbringen, bei Bedarf stehen durch das Umklappen der Rückbanklehnen bis zu 1.000 Liter Stauraum bereit. Weniger komfortabel fällt dagegen das Fahrwerk aus: Auf unebener Straße poltert der 500X ziemlich verärgert. Angeboten wird der 500X in drei Modellvarianten: Als vor allem für die Stadt gedachter Fiat 500X Urban (ab 17.490 Euro), als etwas abenteuerlicher aufgehübschter City Cross (ab 19.190 Euro) und als zumindest optisch auf offroad gestylter 500X Cross (ab 20.990 Euro).

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Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.