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Unfall des "Star Trek"-Schauspielers Hat ein Fehler seines Jeeps zum Tod von Anton Yelchin beigetragen?

Anton Yelchin wurde von seinem Jeep zerquetscht.
Anton Yelchin wurde von seinem Jeep zerquetscht.
© Paul Buck/EPA Chrysler
"Star Trek"-Schauspieler Anton Yelchin wurde von seinem eigenen Auto zerdrückt. Nun stellt sich heraus, dass sein Jeep Grand Cherokee für Probleme mit dem Parkmodus bekannt war.

Der "Star Trek"-Schauspieler Anton Yelchin wurde von seinem eigenen Auto zerdrückt. Nach Angaben der Polizei hat der 27-Jährige seinen Wagen verlassen und den Motor laufen lassen. Dann ist das führerlose Auto nicht stehen geblieben, sondern rückwärts die steile Auffahrt hinabgerollt. Dabei wurde Yelchin von dem schweren Wagen gegen einen Pfeiler und einen Zaun gedrückt und zerquetscht. Bilder vom Unglücksort zeigen, dass der 2,5 Tonnen schwere Jeep Grand Cherokee schon relativ schnell gewesen sein musste, der Zaun ist komplett verbogen.

Problem mit der Bedienung der Automatik

Nun vermutet man, dass der Unfall mit einem bekannten Problem des Grand Cherokees zusammenhängt.  Jeep hatte in der Vergangenheit exakt die gleichen Probleme. Der Hebel der Automatik war so ausgelegt, dass Fahrer leicht die Position N für Neutral mit der Position P für Parken verwechselten. Die Fahrzeuge sind mit der neuen Acht-Gang ZF-Automatik ausgerüstet. Das neue Bedienkonzept des Hebels führt dazu, dass, nachdem die Fahrer P geschaltet hatten, der Hebel in seine Grundposition zurückkehrte. War der Fahrer dann einen Moment abgelenkt, konnte es geschehen, dass nicht mehr sah, welche Position tatsächlich eingelegt war.

Nicht mehr zu stoppen 

Fatal an der Verwechslung: Nur in der Parkposition bremst der Jeep und bleibt sicher stehen - so wie jeder Automatikwagen. In der neutralen Position bleibt der Jeep nur an einer waagerechten Stelle stehen, die Räder drehen frei. In dieser Stellung darf der Wagen auch abgeschleppt werden oder in einer Waschstraße bewegt werden. Steht der Wagen einigermaßen eben, rollt er wegen seines Eigengewichtes nicht sofort weg. Dann setzt er sich aber zunächst unmerklich und dann immer schneller in Bewegung. Das beschleunigt sich umso dramatischer, wenn das Gefälle größer wird. Von außen ist das 2,5 Tonnen schwere Fahrzeug dann nicht mehr zu stoppen.

41 Verletzte bei Unfällen

1,1 Millionen Fahrzeuge wurden in einem freiwilligen Rückruf in die Werkstätten geholt, weil sie die Fahrer nicht ausreichend durch einen Signalton warnten, wenn sie das Auto in der neutralen Position verließen, den Motor laufen ließen und die Park-Position nicht eingelegt war. Statt eines Warntones gab es nur ein Warnlicht in der Konsole, das offenbar übersehen wurden.

Im Bericht der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) heißt es: "Die betroffenen Fahrzeuge … können die Fahrer möglicherweise nicht angemessen warnen, wenn die Fahrertür geöffnet wird und das Fahrzeug sich nicht im Parkmodus befindet, sodass sie das Fahrzeug verlassen, obwohl das Auto noch im Fahrmodus ist."

"Fahrer, die annehmen, ihr Auto sei im Parkmodus, können dann von dem Auto erfasst werden, wenn die Maschine läuft und die Handbremse nicht angezogen ist." Insgesamt untersuchte die NHTSA 700 Reports, die mit dem Problem in Zusammenhang gebracht wurden, davon 212 Unfälle mit 41 Verletzten.

Unklar bleibt, ob Yelchins Jeep betroffen war

Dieser Mangel tritt nur bei den Fahrzeugen auf, die zwischen dem 16. Juli 2012 und dem 22. Dezember 2015 hergestellt wurden. Noch ist nicht erwiesen, dass Yelchin einen Jeep aus dieser Charge fuhr, doch der Ablauf des Unfalls legt die Vermutung nahe. Unklar wäre auch, warum dieser Jeep Grand Cherokee nicht in die Werkstatt zurückging, um den 

Aktualisierte Fassung

Laut CBS News handelt es sich um einen Grand Cherokee des Baujahres 2015. Auch die zurückgerufenen Fahrzeuge ließen neben dem Signallicht im Cockpit einen Warnton erklingen, wenn der Fahrer den Wagen verlassen wollte. Aber nur, wenn der Motor ausgeschaltet war. Dass der Wagen in Stellung N nicht sicher steht, trifft auf alle allen Automatikfahrzeugen so. Das Problem ist nur, dass die Fahrer sich im Unklaren über die gewählte Position waren.

Grundsätzlich ist das zunächst ein Fehler des Fahrers. Doch die National Highway Traffic Safety Administration bemängelt in ihrem Bericht, dass die betreffende Schaltung "nicht intuitiv" sei und nur ein "ungenügendes fühlbares und visuelles Feedback an den Fahrer sende, und damit die Gefahr einer ungewollten Gangwahl vergrößert."

Gernot Kramper

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