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Preiskrieg der Fernbuslinien So billig, dass sich die Kunden schämen


Mit Fernbussen verdient heute keiner Geld, aber selbst bei doppelten Preisen wären die Busse noch konkurrenzlos billig, sagt Branchenpionier Christian Janisch, Gründer von DeinBus.de im Interview.

Herr Janisch, im Preiskampf unter den Fernbussen wird immer härter. Der schottische Anbieter Megabus verlangt jetzt für die Fahrt von Frankfurt nach München nur noch 1,50 Euro. Lässt sich so überhaupt noch Geld verdienen?

Nein. Seit einem Jahr ist das Geschäft nicht mehr kostendeckend. Es gibt einen Verdrängungswettbewerb, jeder will Marktanteile gewinnen. Geldverdienen verschiebt man auf später. Manche geben auf, andere fusionieren in der Not, wir wurden von einem Finanzierer vor der Pleite gerettet.

Auch die Bahn kündigt an, mit einer eigenen Busflotte im Konkurrenzkampf mitzumischen. Schreckt Sie das?

Da warten wir doch erst einmal ab, was aus der Ankündigung wird. Bahn-Chef Grube hat ja die privaten Fernbus-Anbieter zum Start der Liberalisierung im Jahr 2013 zunächst nicht ernst genommen, sondern lediglich angekündigt, die Bahn werde ihre Strategie überdenken. Dass die Bahn jetzt nach zweieinhalb Jahren mit den Überlegungen fertig ist, zeigt zweierlei: Sie nehmen die Konkurrenz auf der Straße ernst. Und: Es dauert schon sehr lange, bis so ein Staatsunternehmen zu Potte kommt. Aber Verspätungen ist man ja bei der Bahn gewohnt.

Können die Kunden mit weiter sinkenden Preisen rechnen?

Die sind doch jetzt schon derartig im Keller, dass einige unserer Kunden sagen, sie hätten fast ein schlechtes Gewissen. Wenn die Preise – meiner Meinung nach frühestens 2016 – wieder anziehen, wird das nicht weh tun. Als wir vor fünf Jahren die Strecke Stuttgart – München für 18 Euro anboten, haben alle gejubelt. Heute kostet die Fahrt sechs bis acht Euro. Selbst wenn sich die Preise vom aktuellen Niveau verdoppeln sollten, wären die Fahrten für jedermann noch bezahlbar.

Welches Niveau wäre für die Anbieter denn auskömmlich?

Das wäre Pi mal Daumen ein Kilometerpreis von zehn Cent pro Mitfahrer. Dann könnte die Branche ihre Fahrer gut bezahlen, gute Sozialstandards einhalten und auch einen kleinen Profit machen. Aktuell liegt der Kilometerpreis bei drei bis vier Cent.

Das Interview führt Joachim Reuter

Interview: Joachim Reuter

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