HOME

Karl Lagerfeld über seine Liebe zu Autos: Karls Katze ist jetzt Auto-Model

Karl Lagerfeld geht nicht gerne zu Fuß, er lässt sich lieber chauffieren. Dem stern erzählte der Designer von seiner Liebe zu Autos und schweren Unfällen.

Karl Lagerfeld liebt es luxuriös, auch bei Autos.

Karl Lagerfeld liebt es luxuriös, auch bei Autos.

Jetzt hat Lagerfeld den Jahreskalender 2015 für Opel fotografiert, dabei stand seine weiße Katze Choupette im Mittelpunkt. Auf die Frage, ob Opel sich von der Katze eine jüngere Zielgruppe erhoffe, antwortete der Grandseigneur: "Ich mache kein Marketing, und Zielgruppen sind mir egal." Opel-Marketing-Chefin Tina Müller wiederum versicherte, der neue Kleinstwagen des Herstellers spiele nicht auf den Modedesigner an – der Wagen heißt Opel Karl.

Persönlich lenkt der Meister keinen Opel, genau genommen fährt er gar keinen Wagen. Früher ging Karl Lagerfeld gerne zu Fuß oder fuhr mit dem Rad, doch auf beide Vergnügen muss er zuhause in Paris verzichten: Radfahren sei dort viel zu gefährlich, und zu Fuß werde er von Touristen angesprochen. Auch Züge seien nicht mehr das, was sie mal waren: "Ich liebe Züge", sagte der Chanel-Chefdesigner dem stern im Interview. "Aber es gibt leider keine Privatwaggons mehr. Mir geht das Publikum in den Zügen auf die Nerven. Bei meiner letzten Zugfahrt zeigten die Leute mit dem Finger auf mich und wollten Fotos von mir machen. Nein, ich steige in keine Züge mehr."

"Immer nur stumpf geradeaus schauen"

Richtig wohl fühlt sich Lagerfeld nur in seinen Autos. Allerdings sitzt er seit zwei schweren Unfällen, die er nur knapp überlebte, nicht mehr selbst am Steuer. Einen Mercedes 190 SL fuhr er gegen einen Baum, ein Porsche landete im Graben. "Beide Male war ich eingeschlafen. Beide Male war der Wagen im Eimer." Mit 30 Jahren beschloss er daher, sich chauffieren zu lassen. Er vermisse es aber nicht, selbst zu fahren: "Immer nur stumpf geradeaus schauen, das ist wahnsinnig langweilig. Und das ermüdende Geräusch von Motoren!"

Wie viele Autos er besitzt, und wo die stehen, weiß Lagerfeld nicht genau. "Wir haben auch Ferrari und Lamborghini im Rennstall stehen, wie man so sagt. Um die kümmere ich mich aber nicht. In solchen Autos fühle ich mich immer wie der Rinnstein-Kontrolleur. Ich mag es nicht so gern erdnah. Deshalb schätze ich auch meine Hummer-SUVs. Mit denen fährt man schön hoch über den Dingen."

Faible für Rolls-Royce

Ein besonderes Verhältnis hat der Designer zu seinen beiden Rolls-Royce. Der eine steht in Paris, der andere, ein Cabrio, in Monaco. Vor zwei Jahren fotografierte er sie für die Ausstellung "A Different View" in Goodwood, wo seit 2003 die Produktionshallen von Rolls-Royce stehen, in der Nähe der legendären Rennstrecke Goodwood Circuit. Lagerfelds Leidenschaft für die britische Luxusmarke ist nicht neu: "Ich liebe die ganz alten Rolls-Royce, diese riesengroßen Kisten. Kein Mensch könnte die heute noch fahren. Ich hatte mal ein Modell von 1931, das war sportlich! Das Lenken, das Schalten, vor allem der Rückwärtsgang – die reinste Kraftarbeit, keine Spur von assistiertem Fahren."

"Ich mache kein Marketing"

2010 hatte Lagerfeld bereits Werbung für Volkswagen gemacht, 2008 zog er sich sogar eine gelbe Warnweste über, um in Frankreich für mehr Sicherheit auf der Straße zu werben – mit dem Spruch: "Es ist gelb, es ist hässlich, es passt zu nichts, aber es kann Ihnen das Leben retten."

Mehr über Karl Lagerfeld ....

... und sein Verhältnis zu Autos, Bahnreisen und Chauffeuren finden Sie im aktuellen stern.

Carl Philipp Walter

Wissenscommunity