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Kia Venga 1.6: Familienpartie

Seit dem Frühjahr 2010 ist der Kompaktvan Kia Venga unverändert auf dem Markt. Angesichts des harten Wettbewerbs wurde es Zeit für eine Modellpflege.

In diesem Segment geben Ford B-Max und insbesondere der Opel Meriva seit Jahren den Ton bei den familiären Kunden an. Beiden bieten praktische Details und hintere Türen, die sich einmal gegenläufig (Meriva) öffnen und einmal als Schiebetüren auffahren. Da treibt es der koreanische Kia Venga deutlich unspektakulärer; erfreut sich seit seiner Vorstellung vor fünf Jahren jedoch einer überaus zufriedenen Kundschaft. Bisher wurden 150.000 Fahrzeuge verkauft. Gerade auf dem europäischen Markt weht in der Klasse der kompakten Familienvans ein kräftiger Wind. Die Modellpflege war allemal überfällig, denn die Konkurrenz sattelte zuletzt deutlich drauf. Umso überraschender, dass die Überarbeitungen am im slowakischen Zilina produzierten Kia Venga optisch wie technisch sehr zurückhaltend ausfielen. Denn nur leicht wurden Front und Heck mit Kühlergrill sowie Leuchteinheiten aufgefrischt. Selbst im in dieser Klasse umso wichtigeren Innenraum gibt es nur leichte Modifikationen wie eine neu gestaltete Zentralkonsole.

Kia Venga 1.6: Familienpartie
Kia Venga 1.6 Jahrgang 2015 - bei unter 15.000 Euro geht es mit 90 PS starken Vierzylinder los

Kia Venga 1.6 Jahrgang 2015 - bei unter 15.000 Euro geht es mit 90 PS starken Vierzylinder los

Geblieben ist das gute Raumangebot in dem 4,08 Meter langen Kia Venga. Durch den 2,62 Meter langen Radstand und die Dachhöhe lässt es sich auch in der zweiten Reihe für zumindest zwei Fondpassagiere gut aushalten. Um die Zustiegs- und Einladeannehmlichkeiten von Ford B-Max oder Opel Mevira ausgleichen zu können, wäre es jedoch angenehm, wenn sich die Fondtüren weiter öffnen lassen würden, um beispielsweise Kinder leichter in Sitze und Schalen zu bekommen. Überaus flexibel zeigt sich der Laderaum. Die Standardgröße von 314 Litern lässt sich durch Entnahme des Ladebodens auf 440 Liter erweitern. Wer die Rücksitze umklappt, kann für Großeinkäufe oder Kleinumzüge bis zu 1.486 Litern nutzen. Weitere Ablagemöglichkeiten gibt es im Innenraum, wo Konsolen und Türtaschen Getränke, Spielzeug oder andere Kleinteile aufnehmen. Instrumente oder die Digitalanzeigen könnten jedoch nach wie vor aus den 80er Jahren stammen.

Das komfortable Fahrwerk mit McPherson-Federbeinen vorn und Torsionslenkerachse hinten fügt sich in das unaufgeregte Bild von Design und Innenraum ein. Der Kia Venga federt die meisten Unebenheiten gut weg. Wenn etwas durchdringt, kommt es von der Hinterachse, die sich in flott durchfahrenen Kurven nicht als sonderlich fahraktiv präsentiert. Die Lenkung könnte ebenfalls direkter sein; in diesem Segment dürfte für das Klientel jedoch die Leichtgängigkeit eher entscheidendes Kriterium sein. Schon mehr fällt ist Gewicht, dass der Kia Venga nicht nur bei Sicherheitssystemen wie einem fehlenden Notbremsassistent eine nüchterne Vorstellung bietet, sondern auch Annehmlichkeiten wie eine Einparkautomatik nicht einmal gegen Aufpreis zu haben sind. Es gibt Butter und Brot mit sechs Airbags, ABS und ESP sowie weitere Kleinigkeiten, die jeder im Angebot hat.

Bei dem Angebot aus zwei Benzinern und einem Diesel sollte man keinen Gedanken an die Basismotorisierung mit müden 66 kW / 90 PS verschwenden. Für die meisten Kunden sollte der Kia Venga 1.6 mit seinen 92 kW / 125 PS die rechte Wahl sein. Der Vierzylinder ohne Turboaufladung ist in unteren Drehzahlbereichen recht dünn unterwegs, bringt aber bei 4.200 U/min immerhin 156 Nm maximales Drehmoment an die Kurbelwelle. Ist der 1,3 Tonnen schwere Fronttriebler erst einmal in Fahrt, geht es gut motorisiert durch die Lande. Jedoch könnte der Venga bei mittleren und höheren Geschwindigkeiten leiser sein. Auf längeren Strecken reist es sich mit 130 bis 150 Kilometern angenehm entspannt. Dazu tragen nicht zuletzt die gute Sitzposition und das Platzangebot in der ersten Reihe bei. Gut: die Sechsgang-Handschaltung. Die optionale Viergang-Automatik hat in der heutigen Zeit nichts mehr zu suchen.

Wer will, kann den Koreaner bis 183 km/h scheuchen oder ihn aus dem Stand in elf Sekunden bis über die Tempo-100-Marke bringen. Ein echtes Sparwunder ist der Motor jedoch nicht, verbraucht er im Normzyklus doch immerhin 6,4 Liter. Wer sparsamer unterwegs sein will, kommt am 128 PS starken Diesel mit 1,6 Litern Hubraum nicht vorbei. Der lockt mit guten 4,7 Litern Diesel. Unter 20.000 Kilometern pro Jahr lässt sich der Basispreis von 21.740 Euro schon deshalb nicht herausfahren, weil der Kia Venga 1.6 CRDi nur in der Topausstattung Spirit im Programm ist.

Wie die anderen Kia-Modelle gibt es das Venga-Angebot zu einem günstigen Preis. Kauftipp ist der Kia Venga 1.6 Edition 7, der für 17.590 Euro unter anderem zusätzliche Ablagen, Multifunktionslenkrad, elektrische Spiegel, Fensterheber hinten und eine manuelle Klimaanlage offeriert. Wieso das Technikpaket mit neuem Navigationsgerät, Rückfahrkamera, Tempomat, schlüssellosem Zugang, abblendbaren Spiegeln und dunklen Scheiben für günstige 1.290 Euro nur für das mindestens 20.290 Euro Topmodell Venga Spirit zu haben ist, mag kaum einleuchten. Gleiches gilt für das große Panoramadach (900 Euro). Auch dies ist nur im Topmodell im Angebot. So bleibt er auch nach der Modellpflege ein ordentliches Familienauto zu einem guten Preis und beeindruckenden sieben Jahren Garantie. Nicht mehr und nicht weniger.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.