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Fords neuer Kompaktvan: Der doppelte Max

Ford bietet seinen Kompaktvan C-Max künftig in zwei Karosserievarianten an: als Fünfsitzer und endlich auch als Siebensitzer. Mit Schiebetüren und pfiffigen Sitzen haben die Kölner der Konkurrenz etwas voraus.

Von Michael Specht

Touran, Zafira, Scenic. In der Beliebtheit ließen die drei Kompaktvans den C-Max bislang ziemlich alt aussehen. Ein Grund dafür war die Variabilität. Ging es darum, die eigenen und ein paar Nachbarskinder zum Fußballtraining zu kutschieren, fehlte dem Ford die dritte Sitzreihe. Für viele Fahrer mag das überflüssig erscheinen, denn nicht jeder fährt eine Fußballmannschaft umher. Dennoch ist "Reihe 3" ein wichtiges Kaufkriterium. "Der Markt für Siebensitzer wächst rasant", sagt Rainer Geschwentner, Programm-Manager des Ford C-Max, "schon 40 Prozent in diesem Segment entscheidet sich für diese Option." Und damit bisher gegen einen Ford C-Max.

Erstmals Schiebetüren

Also nahm man in Köln für die Entwicklung des neuen C-Max einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand und legte zwei Karosserievarianten auf Kiel. Eine Normalversion (C-Max) mit fünf Sitzplätzen und eine um 13 Zentimeter verlängerte Karosserie (Grand C-Max), für die der Kunde optional eine dritte Sitzreihe wählen kann. Wobei die größte Überraschung beim Grand C-Max nicht die Verlängerung ist. Die beiden seitlichen Schiebetüren sind ein absolutes Novum bei den Pkws von Ford und in der Klasse eine Seltenheit. Die Vorteile sind gravierend: Schiebetüren ermöglichen einen leichteren Ein- und Ausstieg in den Fond oder vermeiden in engen Parklücken Beulen im Nachbarsauto. Mütter freuen sich, weil sie beim Hantieren mit Kind und Kindersitz mehr Bewegungsfreiheit haben.

Ingenieure mit Väter-Qualitäten

Überhaupt scheinen in der Entwicklungsabteilung für den siebensitzigen Grand C-Max eine Menge junger Väter mitgewirkt zu haben, die wissen, wie es gewöhnlich im Passagierabteil hinter ihnen zugeht. So lassen sich die Sitze in der zweiten Reihe längs verschieben und so zusammenklappen, dass ein komplett ebener Ladeboden entsteht. Um dem Nachwuchs einen einfachen Zugang zur dritten Reihe – man zieht sie mit einem Handriff aus dem Boden – zu ermöglichen, kann der Mittelsitz in Reihe zwei so klein gefaltet und zur Seite geklappt werden, dass er unter dem Polster des rechten Außensitzes verschwindet. Eng wird es als Siebensitzer fürs Gepäck. Mehr als ein paar schmale Turnbeutel passen zwischen Heckklappe und Sitzlehnen in den Restkofferraum von 56 Litern nicht hinein. Ein Reisewagen für sieben Personen mit Gepäck ist der C-Max trotz der 13 Zentimeter mehr nicht. Nehmerqualitäten in Sachen Gütertransport bietet der Grand C-Max erst als Fünfsitzer. 439 Liter gehen dann ins Heck, bis zu 1742 Liter sind es in der zweisitzigen Konfiguration.

Meister der Handlichkeit

Nach dem Motto "Was praktisch ist, muss nicht eckig sein und wie ein Kasten aussehen" bemüht sich Ford mit seinem Kinetic-Design, beide Vans ein wenig sportlicher ausschauen zu lassen als die Konkurrenzmodelle. Das gilt auch für das Cockpit, wenngleich es hier zu Lasten der Übersichtlichkeit und Bedienbarkeit geht. Es erfordert vom Fahrer einige Gewöhnung, mit allen Knöpfen und Schaltern intuitiv zurecht zu kommen. Dafür aber stimmen Verarbeitungsqualität und Materialanmutung. Sie liegen nahezu auf dem Niveau von Volkswagen. Gleiches gilt für den Fahrkomfort. Der C-Max fährt sich handlich und angenehm leise, fühlt sich fest und solide an, reagiert präzise auf Lenkbefehle und zeigt erneut, dass Ford beim Thema Fahrwerk noch immer den Ton angibt.

Debüt für den 1,6-Liter-EcoBoost

Auch bei den Motoren holen die Kölner Autobauer kräftig auf. Was bei VW unter dem Namen TSI läuft, heißt bei Ford EcoBoost und steht ebenso für Downsizing, Benzindirekteinspritzung und Turboaufladung. Neueste Schöpfung ist der 1,6-Liter-EcoBoost-Benziner mit 150 PS, der weltweit erstmals verbaut wird. Schon aus niedrigen Drehzahlen zieht der Vierzylinder munter los, erlaubt schaltfaules und entspanntes Fahren, läuft ruhig, dreht agil hoch und soll nach Angaben von Ford durchschnittlich nur 6,6 Liter (Grand C-Max 6,9 l/100 km) verbrauchen. Im Alltag ist dieser Wert nur dann zu erreichen, wenn man den Van wie ein Ökoauto rollen lässt. Wer die schöne Leistungsentfaltung des EcoBoost-Motors häufiger genießen möchte, sollte mit einem Verbrauch zwischen neun und zehn Litern rechnen. Dies zumindest zeigte unser Bordcomputer während der ersten Testfahrt an.

Mehr Leistung für weniger Geld

Preislich startet der C-Max in der Ausstattung "Ambiente" bei 18.600 Euro. Der Grand C-Max kostet jeweils 1500 Euro mehr. Das sind mager ausgestattete Lockangebote für Firmen und Flottenbetreiber. Familien sollten mindestens die nächst höhere Linie "Trend" (ab 20.100 Euro) wählen, bei der sich wenigstens Radio und Klimaanlage an Bord befinden. Schicker und sportlicher und nochmals 2000 Euro teurer wird’s mit der Ausstattung "Titanium". Mit dem von uns gefahrenen 150 PS starken EcoBoost-Benziner würde der C-Max eigentlich 23.600 Euro kosten.

Bis zum Ende des Jahres macht Ford jedoch ein nettes Einführungsangebot. Um dem Van-Kunden den neuen Motor schmackhaft zu machen, bekommt man den C-Max 500 Euro günstiger und damit zum gleichen Preis wie mit dem älteren 125-PS-Aggregat.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.