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Klage einer Raserin: Eltern eines toten Jungen sollen Todesfahrerin entschädigen

Eine Autofahrerin tötete einen Jungen und verklagt seine Eltern auf mehr als eine Million kanadische Dollar Schadensersatz - wegen seelischer Leiden. Angeblich war sein Rad nicht korrekt beleuchtet.

Von Gernot Kramper

Brandon S. war ein sportlicher Junge, bis er überfahren wurde.

Brandon S. war ein sportlicher Junge, bis er überfahren wurde.

Sharlene S. hätte allen Grund sich zu schämen. Auf offener Straße übersah sie nachts drei Radfahrer und fuhr in die Gruppe hinein. Ein Junge war sofort tot, einer wurde schwer ein anderer leicht verletzt. Doch Sharlene S. sieht sich selbst als das Opfer rücksichtloser Radfahrer und verklagt nun die Eltern der Kinder, auch die des toten Jungen.

In Deutschland kann man sich so eine Klage kaum vorstellen, in Kanada ist es möglich, aber selten. Nachdem die juristische Initiative der SUV-Piloten bekannt wurde, wurde Sharlene S. zur meistgehassten Frau in der Gegend von Toronto. Unbestritten ist nämlich, dass Frau S. deutlich zu schnell gefahren ist. Überdies besteht der Verdacht, dass sie unter Medikamenten stand und während des Unfalls telefonierte.

Dennoch nennt sie ihre Opfer "verantwortungslose Radfahrer", die ihre Bremsen nicht richtig gewartet hätten. Brandon M. starb bei dem Unfall, sein Freund Richard M. brach sich die Hüfte. Jake R. kam glimpflich davon: Er flog nur vom Fahrrad. Die drei beziehungsweise ihre Eltern sollen nun 1,35 Millionen kanadische Dollar für die seelischen Schmerzen, Depressionen und Angstzustände von Frau S. bezahlen. Überdies hat sie Klage gegen den Staat eingereicht, weil die Straße angeblich in einem schlechten Zustand gewesen sei.

Eltern geschockt

Besonders aufgebracht sind die Eltern von Brandon. Zur Trauer kommt jetzt die Wut auf die Fahrerin hinzu. "Ich stehe unter Schock", sagte die Mutter der Toronto Sun. "Erst tötete sie mein Kind, und nun will sie sich an dem Unfall bereichern? Diese Frau sollte mal in meinen Kopf schauen, dann lernt sie echte Panik, Angst und Alpträume kennen."

Brian Cameron, der Anwalt der Familie, war so fassungslos, dass er einen Kollegen bat, der Familie die Nachricht von der Klage zu überbringen. Er selbst wäre nicht ruhig genug gewesen: "Ich habe noch niemals gehört, dass jemand die Eltern eines Kindes verklagt, das er getötet hat. Dieses Verhalten überschreitet alle Grenzen."

Mahnmal an der Unfallstelle

Mahnmal an der Unfallstelle

Michael Ellis, der Anwalt der Fahrerin, verteidigt dagegen die Klage. "Frau S. tun die Familien der Jungen leid", sagte er Mail Online, erinnert aber auch an die "Verletzungen" seiner Mandantin. Seiner Meinung nach seien die Jungen schuld an dem Unfall, weil ihre Räder nachts nicht vorschriftsmäßig beleuchtet gewesen seien und weil sie nicht "vorsichtig und zurückhaltend" genug gefahren seien.

Der Vater von Bandon hat jedenfalls die Nase voll: "Diese Frau hat keine Scham, Geld mit unserem toten Jungen verdienen zu wollen. Und einen anderen Jungen zu verklagen, den sie fast verkrüppelt hätte", sagte er Toronto Sun. Die Eltern der drei Jungen haben nun ebenfalls Klage gegen Sharlene S. eingereicht.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.