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Mille Miglia 2015: Die Rallye der Eitelkeiten

Auf der Mille Miglia durchpflügen 450 Teilnehmer auf einer 1.700 Kilometer langen Strecke den Kurs Brescia - Rom - Brescia und versetzen Italien in Autolaune.

Ein Spektakel für Fans und Fahrer: die legendäre Oldtimer-Rallye Mille Miglia.

Ein Spektakel für Fans und Fahrer: die legendäre Oldtimer-Rallye Mille Miglia.

Die Mille Miglia ist eine Legende. Liedre hat der Oldtimerevent viel von seinem Charme verloren. Einst donnerten verwegene Kerle wie Huschke von Hanstein, Stirling Moss oder Rudolf Caracciola in ihren heißen Rennwagen durch den italienischen Alltagsverkehr, um die Strecke Bresia - Rom und zurück in Rekordzeiten von kaum mehr als zehn Stunden zurückzulegen. Sie riskierten bei Durchschnittstempi von über 150 km/h nicht selten ihr Leben und wurden so zu Rennfahrerlegenden - bis heute.

Längst ist die Mille Miglia zu einem Show-, Schein- und Oldtimerspektakel geworden. Wer in der Oldtimerszene etwas sein möchte, muss nicht nur einmal auf dem finalen Grün des Golfplatzes von Pebble Beach gestanden haben, um die exklusivsten Oldtimer der Welt zu ehren, sondern sollte auch die 1700 Kilometer durch das einst drei Tage lang verkehrsrechtsfreie Italien erfolgreich absolviert haben.

Mille Miglia 2015: Schaulaufen
Mille Miglia 2014

Mille Miglia 2014

Nicht jeder Gemeinde spielt mit

Doch die Mille Miglia Storica, 1977 neu aufgelegt, hat zu kämpfen. Da sind einige Kommunen, die sich über den Trubel, den die Mille Miglia für wenige Stunden in ihr beschauliches Dorf bringt, alles andere als freuen. Einst undenkbar - heute keine Ausnahme: Durchfahrten werden verweigert und seit zwei Jahren werfen eifrig Strafzettel geschrieben. 200, 500 oder bis zu 1.000 Euro sind bei Regelübertretungen keine Seltenheit und genau diese Regelbrüche waren es, die die Neuauflage der Mille Miglia in neben den automobilen Preziosen zur Legende werden ließ.

Autohersteller und Sponsoren, die der Mille Miglia seit Jahren finanzstark unter die lahmenden Flügel greifen, um sich stilecht in Szene zu setzen, sehen sich zunehmend um ihr Marketinginstrument gebracht. Wer sich bei der Mille Miglia angesichts von überfüllten Innenstädten in San Marino, kilometerlangen Staus in Rom oder engen Marktplatzüberquerungen wie in Siena an die erlaubten Geschwindigkeitsvorgaben hält, kann nicht nur seinen kurzen Abstecher in die Espresso-Bar an der Ecke vergessen - er kann die vorgegebenen Durchfahrtszeiten gleich streichen und das einstige Autorennen als lahmende Touristenfahrt genießen, um in der Po-Ebene Blumen zu pflücken.

Was ist schöner: die Landschaft oder der Oldtimer bei der Mille Miglia?

Was ist schöner: die Landschaft oder der Oldtimer bei der Mille Miglia?

Doch hierzu sind die Fahrzeuge nicht gemacht. Denn hier dürfen nur jene Modelle starten, die aufgrund von Baujahr und Eignung auch beim einstigen originalen Autorennen der Mille Miglia in den Jahren 1927 bis 1957 startberechtigt gewesen wären - von Ausnahmen abgesehen, Rennwagen die die Geschwindigkeit lieben und brauchen. Jedes Jahr gibt es ein Hauen und Stechen um die begehrten 450 Startplätze. Schließlich will der Veranstalter nicht immer die gleichen Teilnehmer sehen. Legendäre Rennfahrzeuge wie der Mercedes 300 SL Flügeltürer, ein Porsche 356 B oder eine Lancia Aurelia sind dabei im millionenschweren Teilnehmerfeld ebenso gesetzt wie die spektakulären Vorkriegsmodelle vom Typ Bentley Blower 4,5 Litre, BMW 328 oder Alfa Romeo 6C.

Offiziell ist die Mille Miglia seit ihrer Neuauflage im Jahre 1977 eine Gleichmäßigkeitsfahrt mit Oldtimern wie die Ennstal Classic oder die Silvretta Klassik. Die meisten Teilnehmer sehen das durchaus anders und verwandeln die mittlerweile auf vier Tage ausgeweitete Italienrundfahrt zu einem inoffiziellen Oldtimerrennen mit Freunden, Konkurrenten und der elitären Historienszene.

In Italien hat die Mille Miglia Storica in den meisten Ortschaften und Städten, die sie passiert, seit den 90er Jahren den Rang eines Nationalfeiertags mit Volksfestcharakter. Geschäfte haben Sonderöffnungszeiten, Schüler dürften der Schule fernbleiben und am Straßenrand steht vom Kleinkind bis zum hoch betagten Senior alles, was laufen kann, und winkt mit Fahnen und Händen den Teilnehmern zu, von denen sich einige wie Eroberer eines neuen Kontinents fühlen. Spannend, mitreißend und rasend schnell wird es auch in diesem Jahr - versprochen.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.