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Motor Bella statt NAIAS 2021 Im Außenbereich

Motor Bella 2021 in Pontiac
Motor Bella 2021 in Pontiac
© press-inform - das Pressebuero
Statt der North American International Autoshow (NAIAS) findet in diesem Jahr erstmals Motor Bella statt - ein Open-Air-Event in Pontiac, der den einstigen Jahresauftakt der Detroit Motorshow ersetzen soll. Ob die echte NAIAS noch einmal wiederkommt, steht in den amerikanischen Sternen.

Eine Publikumsmesse war die NAIAS, vielen besser unter der inoffiziellen Bezeichnung Detroit Motorshow bekannt, noch nie. Dafür war Detroit zu heruntergekommen und der Termin im eiskalten Winter zu schlecht. Doch Anfang des Jahres war ein guter Zeitpunkt, um die vermeintlich frohen Botschaften der vergangenen Saison zu präsentieren und gleich noch einen Ausblick auf das kommende Jahr zu geben. Audi, Volkswagen, BMW oder Daimler - hier haute man gerne auf die Pauke und drang in der inhaltsleeren Zeit Anfang Januar mit automobilen Botschaften um die halbe Welt. Die Lokalität in Detroit, im Herzen der amerikanischen Autowelt, an sich perfekt gewählt, weil die Firmenzentrale der Big Three Ford, General Motors und Chrysler nur wenige Meilen voneinander entfernt in Detroit oder in der näheren Umgebung (Auburn Hills und Dearborn) lagen. Als die amerikanischen Hersteller mehr denn je schwächelten, sprangen im neuen Jahrtausend gerne die europäischen Autohersteller ein und machten die Messe in der wenig schmucken Cobo Hall in Downtown Detroit zu einem Medienspektakel mit neuen Modellen, imposanten Messeauftritten und bunten Stars, die die Messe ins rechte Licht rückten.

Davon will heute kaum noch jemand etwas wissen und die Detroit Motorshow, wie man sie einst kannte, ist tot - zunächst einmal für dieses Jahr. An sich sollte die NAIAS 2020 erstmals in die wärmeren Sommermonate verlegt werden, doch die Corona Pandemie machte den ohnehin recht ambitionierten Planungen einen Strich durch die Rechnung. Statt NAIAS oder eben Detroit Motorshow macht nunmehr der September alles neu. Der Name klingt mit Motor Bella schon einmal vielversprechend und melodisch zugleich, doch eine Messe, wie man es einst kannte, ist der Event nicht mehr. Motor Bella findet nicht mehr in Downtown Detroit sondern eine gute halbe Stunde außerhalb in Pontiac statt. Dort, wo zur NAIAS einst nur die Firmenflieger der Autohersteller wegen einer vereinfachten Einreise landeten, soll die amerikanische Automesse wieder auferstehen. Dass das klappt, darf bezweifelt werden. Veranstaltungsort ist noch bis zum 26. September der M1 Concourse / Key-Bank-Track, eine 352.000 Quadratmeter große Eventfläche nebst 1,5 Meilen langer Rennstrecke im Nordwesten der Detroit Metroarea. Hier präsentieren sich die über 300 Fahrzeuge von in Aussicht gestellten 35 Marken. Abgesehen vom aufgefrischten Ford Expedition gibt es nicht viel neues zu sehen. "Motor Bella ist eine Mobilitätsveranstaltung der nächsten Generation, die große, aufregende Enthüllungen wie die von Ford mit interaktiven, unterhaltsamen Aktivitäten auf der Rennstrecke und im Gelände kombiniert, um der Öffentlichkeit, der Industrie und den Medien ein neues und unterhaltsames Messeerlebnis zu bieten", so Rod Alberts, Executive Director der Detroit Auto Dealers Association.

"Die Pandemie hat unsere Gesellschaft und unsere Welt in einer Weise verändert, die wir uns vorher nicht vorstellen konnten und wir alle sollten nach neuen und höchst kreativen Wegen suchen", so Rod Alberts weiter, "diese neue Veranstaltung fängt diesen kreativen Geist. Sie wird neue Mobilitätserfahrungen und zunehmend innovative Ansätze bieten, um die Branche und ihre Produkte zu erschließen." Für Spannung soll dabei insbesondere die Rennstrecke nebst entsprechender Atmosphäre sorgen, wo die Fahrzeuge dynamisch ihr Potenzial zeigen werden. Das Mitmachkonzept ist durchaus mit dem der Internationalen Automobilausstellung zu vergleichen, die bis vor zwei Wochen erstmals in München stattfand. Die meisten Hersteller hatten an der Isar keine großen Neuigkeiten im Gepäck und auf dem Messegelände in München-Riem herrschte zumeist tote Hose. Doch in der Münchner Innenstadt sah es ganz anders, denn hier erfand sich die IAA mit ihrem Mitmachkonzept tatsächlich neu. Vor morgens bis abends wurden die Messestände von den Münchnern ohne jeden Eintritt besucht. In Pontiac ist alles deutlich bodenständiger, während den Besuchern der kleine Rundkurs das Gelände des M1 Concourses die Möglichkeit geben, das aktuelle Portfolio der US-Hersteller selbst zu testen. Sogenannte Experience-Möglichkeiten gibt es zum Beispiel von Jeep, Dodge oder Ford.

Die Motor Bella 2021 setzt ebenfalls auf das eigene Erleben, denn große Neuigkeiten gibt es nicht zu berichten. Ausländische Hersteller haben den Event ohnehin nicht mehr nennenswert auf dem Kalender und so wirkt das Ganze wie ein lokaler Event, der auch keine mediale Bedeutung mehr erfahren wird. Und selbst als Verkaufsmesse dürfte die Veranstaltung in Pontiac kaum taugen, denn wenn schon eine Verkaufsmesse in den USA, dann sind das die Motorshows in Chicago und New York, deren Zukunft mittelfristig jedoch ebenfalls in den amerikanischen Sternen steht. Und auch um den Westküstenevent im November, die Los Angeles Autoshow, ist es seit Jahren nicht zum Besten bestellt. Sie wurde nicht zuletzt von den europäischen Herstellern getragen, die sich nunmehr jedoch ebenfalls auf andere Formate konzentrieren. Für Messen ist da kaum noch Platz - selbst nicht im Autoland Nummer zwei, den USA.

pressinform

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