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München Mann markiert sich seinen Behindertenparkplatz selbst – die Politik hat Verständnis

Markierung auf einem Behindertenparkplatz
Die Markierung auf dem Behindertenparkplatz war der Stadt zu teuer
© Connel_Design / Getty Images
Ein 76-jähriger Rentner in München bekam keinen Behindertenparkplatz – also griff er selbst zu Pinsel und Farbe, um die Parkfläche zu markieren. Die Behörde gibt ihm Recht.

In München hat sich eine Posse um einen Behindertenparkplatz entwickelt. Wie die "Abendzeitung" berichtet, hatte ein 76-Jähriger bei der Stadt einen gesonderten Parkplatz beantragt, da seine Frau wegen gesundheitlicher Probleme keine weiteren Strecken mehr gehen konnte. Der Parkplatz existierte bereits, nur die Markierung auf der Parkfläche fehlte noch. 

Das zuständige Kreisverwaltungsreferat (KVR) lehnte es aber ab, ein Rollstuhl-Symbol auf den Boden pinseln zu lassen – zu teuer. Also wurde der Rentner selbst aktiv. Mit Pinsel und Farbe markierte er den Behindertenparkplatz vor seiner Wohnung. Tatsächlich zeigte die eigenmächtige Maßnahme Wirkung: Der Parkplatz blieb frei, für das Ehepaar wurde das Leben deutlich leichter.

Rollstuhl-Symbol wird wieder aufgetragen

"Seit der Rollstuhl auf dem Boden eingezeichnet ist, wurde das Parkproblem deutlich kleiner", sagte der Münchner der "Abendzeitung". Sanktionen für sein Eingreifen muss er wohl nicht fürchten. Zwar hat die Stadt München seit 2016 aus Kostengründen darauf verzichtet, Behindertenparkplätze mit dem Rollstuhl-Piktogramm zu kennzeichnen – jeweils 1000 Euro hätte die Markierung gekostet. Mittlerweile aber ist die Stadt wieder umgeschwenkt. "Seit Ende 2018 wird das Rollstuhl-Symbol wieder auf dem Boden aufgetragen", sagte KVR-Sprecher Johannes Mayer der "Abendzeitung". Das soll sowohl für neue als auch für bereits bestehende Behindertenparkplätze gelten.

Gegenüber der Zeitung hatten auch Münchner Politiker wenig Verständnis für das Vorgehen des Kreisverwaltungsreferats geäußert. Die Grünen hatten im Stadtrat einen Antrag für die Rückkehr zu Rollstuhl-Markierungen eingereicht. Auch FDP-Politiker Jörg Hoffmann hatte sich dafür ausgesprochen: "Es grenzt an Hohn, wenn man hier Kostengründe anführt. Das sind absolut schützenswerte Interessen." 

Quelle:"Abendzeitung"

München: Mann markiert sich seinen Behindertenparkplatz selbst – die Politik hat Verständnis
epp

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