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Peugeot 308 e-HDI 115: Par-Putt

Peugeot unternimmt den nächsten Versuch, den übermächtigen VW Golf vom europäischen Thron zu stoßen. Der neue 308 ist ein überzeugendes Paket, doch der Wolfsburger bleibt eine Nummer zu groß.

Kleiner, leichter und sparsamer - die hohen Vorgaben an die PSA-Ingenieure waren klar. Und ihnen ist mit dem 308 ein gutes Paket gelungen. "Es ist der erste Peugeot, der die gleiche Bezeichnung wie sein Vorgänger behält", so Peugeot-Marken-Chef Maxime Picat, "doch so viel geändert wie diesmal haben wir noch nie." Das Design ist gefällig. Besonders die Front mit LED-Scheinwerfern für die Topmodelle und die skulptural ausgeformte Seitenlinie können sich sehen lassen. Das Heck wirkt deutlich kraftvoller und breiter als bisher, jedoch nicht aus einem Guss.

Bereits nach wenigen Kilometern macht sich die neue EMP2-Plattform angenehm bemerkbar. Der Franzose aus Sochaux hat mächtig abgespeckt und das spürt man in jeder Kurve, die der Peugeot 308 mit seinem Leergewicht von knapp 1,2 Tonnen durchzieht. Durch seine Weight-Watchers-Kur reduzierte sich das Gewicht des Peugeot 308 um 140 Kilogramm. Somit stieg der Fronttriebler zu einem der leichtesten Autos in der umkämpften Kompaktklasse auf. "Auf dem Asphalt wird der Fahrspaß durch die neue EMP2-Plattform maximiert", erläutert Projektleiter Laurent Declerck, "die ihr zu verdankende massive Gewichtsersparnis trägt zur Dynamik und Wendigkeit bei." Der Wendekreis: 10,40 Meter. Besonders ausgewogen präsentiert sich auch bei forscherer Gangart das Fahrwerk des Peugeot. Hier zahlen sich die 2,5 Millionen Testkilometer vor Serienstart aus. Die Lenkung könnte etwas direkter sein, ist jedoch alles andere als schwammig. Das gilt auch für das Fahrwerk, das ohne elektronische Dämpfereinstellung auskommen muss. Es bietet Dank des 2,62 Meter langen Radstandes einen guten Kompromiss aus Komfort und Dynamik. Unebenheiten jeglicher Art federt der Franzose zumeist lässig weg.

Gut motorisiert ist man mit dem 85 kW / 115 PS starken Diesel unterwegs. Der 1,6 Liter große Vierzylinder läuft leise und seelenruhig im Hintergrund; hat mit 270 Nm bei 1.750 U/min und über 190 km/h Spitze genug Kraft, um auch auf längeren Strecken nicht zu verhungern. 0 auf Tempo 100 schafft der 308er in 10,2 Sekunden. Allerdings dürfen bei langen Bergaufpassagen und Überholvorgängen oberhalb von 140 km/h keine Wunder als Elastizität erwartet werden. Hier heißt es zurückzuschalten, ehe man zum mobilen Hindernis wird. Im kommenden Jahr kommt ein 150 PS starken Top-Diesel, der mehr Druck machen dürfte. Der 115 PS starke Selbstzünder verbraucht mit 3,7 Litern Diesel nur 0,1 Liter mehr als die 92-PS-Version. Da fällt die Entscheidung leichter denn je, wo man lieber einsteigen möchte. Mehr Präzision würde man sich von der leichtgängigen Sechsgang-Handschaltung wünschen.

Nicht mehr wiederzuerkennen ist im Vergleich zum Vorgänger der Innenraum. Leider hat sich nicht alles zum Positiven gewandelt. Die größten Verbesserungen lassen sich bei den Materialien betrachten und ertasten. Weich unterschäumte Kunststoffe, wertige Schalter und Bedienelemente sind ein rechter Schritt in die rechte Richtung. Alles andere als überzeugend ist die Ergonomie. Das winzige Lenkrad ist viel zu tief montiert und die oberhalb positionierten Instrumente gehören dort einfach nicht hin. Zudem sind die Lenkstockhebel den restlichen Materialien unwürdig und der unveränderte Bediensatellit für den Tempomaten oberhalb des linken Knies lässt sich nur ertasten. Viel besser ist dagegen die Position des 9,7 Zoll großen Multifunktionsdisplays, auf dem sich per Touch-Funktion Navigation, Soundsystem, Apps, Internetzugang und Klimatisierung bedienen lassen. Die Mittelkonsole hat fast überhaupt keine Knöpfe außerhalb des Touch-Screens. Schlecht zu erreichen: die Verstellung der Sitze. Das Platzangebot des Peugeot 308 liegt auf klassenüblichem Niveau. Üppig dimensioniert ist der Laderaum, der sich von 470 auf bis zu 1.309 Liter erweitern lässt.

In Sachen Sicherheit bietet der 4,25 Meter lange Peugeot 308 gegen Aufpreis unter anderem Abstandstempomat, Totwinkelassistent, automatische Gefahrenbremsung / Kollisionswarner und eine Einparkhilfe mit Rückfahrkamera. Der Basispreis für den ab 19. September erhältlichen Peugeot 308 1.2 VTi mit dünnen 82 PS startet bei 16.450 Euro. Der 115 PS starke 308 e-HDI kostet mindestens 20.750 Euro. Serienmäßig bietet die Access-Variante Klimaanlage, sechs Airbags, Soundsystem und Bordcomputer. Besser ist man mit den höheren Ausstattungsvarianten Active und Allure bedient. Beim Topmodell ist ein Navigationssystem Serie; sonst kostet es 590 Euro extra.

Press-Inform / pressinform
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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.