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Elektromobilität Peugeot und das Streben nach einer Elektroauto-Marke in Europa

Ein Peugeot-Logo auf einem Auto
Peugeot will zu einer reinen Elektroauto-Marke in Europa werden
© Future Image / Imago Images
Peugeot will zu einer Elektroauto-Marke in Europa werden. Der Autobauer aus dem Stellantis-Konzern will bis 2030 vollständig auf die Elektromobilität umsteigen. Verbrenner-Autos soll es damit künftig nicht mehr geben.

Peugeot will den Verbrennungsmotor endgültig abschreiben. Bis zum Jahr 2030 will der Autohersteller ausschließlich reine Elektroautos in Europa verkaufen, wie die CEO von Peugeot, Linda Jackson gegenüber "Automotive News Europe" gesagt hat. Der Schritt komme fünf Jahre vor dem Vorschlag der EU, ab 2035 nur noch emissionsfreie Fahrzeuge zuzulassen.

Die gesamte Produktpalette werde bis 2024 elektrifiziert sein, so Jackson gegenüber der US-amerikanischen Automobilzeitschrift. Mit der nächsten Modellgeneration 3008 steht die nächste große Markteinführung bei Peugeot an. Zu anderen Antriebsarten hat sich der Autobauer bislang nicht geäußert.

Stellantis will Milliarden in Elektromobilität investieren

Innerhalb der Stellantis-Marken, zu denen unter anderem Opel, Fiat, Jeep und Citroën gehören, sind ebenfalls bereits Daten zum Ausstieg aus dem Verbrennermotor bekannt: DS Automobiles plant ein Ende des Verbrennermotors in 2026, Alfa Romeo in 2027 und Opel/Vauxhall in 2028. Bis zum Jahr 2025 will Stellantis 30 Milliarden Euro in die Elektrifizierung seiner Fahrzeugmodelle investieren. Geplant ist dabei auch eine eigene Batterieproduktion. Ende November gab der Autokonzern eine Einigung mit Vulcan Energy bekannt. Demnach soll Stellantis ab 2026 über einen Zeitraum von fünf Jahren zehntausende Tonnen Lithiumhydroxid erhalten. Der Autokonzern will daraus Batterien für Elektroautos in Europa herstellen. Bis 2030 wolle Stellantis schließlich über 70 Prozent der Verkäufe in Europa (aktuell etwa 14 Prozent) und über 40 Prozent in den USA emissionsarme Fahrzeuge mit Batterie- oder Hybridelektroantrieb erreichen, sagte Konzernchef Carlos Tavares. 

Gegen Mitte des Jahrzehnts will Stellantis alle Modelle auf vier Plattformen umstellen: STLA Small, Medium, Large und Frame (Lkw). Die Plattformen sollen auf die Elektromobilität ausgelegt sein, jedoch auf den Märkten noch Verbrennungsmotoren liefern, bei denen der Übergang zur Elektromobilität noch schleppend voranschreitet.

So sieht es auch Peugeot aus. Der französische Autobauer werde für den internationalen Markt künftig weiterhin Verbrennungsmotoren produzieren, so Jackson. Derzeit sind rund 70 Prozent der Modellpalette von Peugeot elektrifiziert – vollelektrisch oder Hybrid. Dazu zählen der kleine SUV 2008 und der Kleinwagen 208 (Elektrooption), der kompakte SUV 3008 und der neue Kleinwagen 308 (Plug-in-Hybrid, ein vollelektrischer 308 ist für 2023 geplant) sowie alle Nutzfahrzeuge und Transporter (Elektrooption).

Autohersteller streben vollständige Elektrifizierung in Europa an

Auch andere Hersteller haben das Ausstiegsziel von Peugeot bereits genannt. Ford etwa will ebenso ab 2030 nur noch rein elektrische Fahrzeuge in Europa auf den Markt bringen. General Motors plant, seine Produktion bis zum Jahr 2030 komplett auf Elektroautos umzustellen, Volkswagen gibt an, dass man in Europa "zwischen 2033 und 2035 aus dem Geschäft mit Verbrenner-Fahrzeugen" aussteigen werde. Auch Audi will die Produktion von Verbrenner-Fahrzeugen bis 2033 nach und nach auslaufen lassen. Jaguar hat sich dazu verpflichtet, bis 2030 jede Baureihe mit reinem Elektromotor anzubieten. Bis zum Jahr 2025 will das Unternehmen zu einem rein elektrischem Luxus-Automobilhersteller werden.

Weitere führende Autohersteller, wie BMW, Mercedes-Benz und Toyota, haben bisher kein konkretes Ausstiegsdatum mitgeteilt, wobei die Konzerne auch Elektroautos in ihren Flotten haben. Toyota gab vergangene Woche bekannt, bis 2035 nur noch CO2-freie Autos in Westeuropa verkaufen zu wollen, BMW-Vorstandsmitglied Pieter Nota rechnet damit, dass "im Jahr 2030 mindestens jedes zweite verkaufte Fahrzeug der BMW Group vollelektrisch fährt" und auch Mercedes-Benz strebt eine Elektrifizierung seines gesamten Portfolios bis zum kommenden Jahr an. Bis 2025 soll der Absatz der Elektro-Fahrzeuge auf 15 bis 25 Prozent des Gesamtabsatzes ansteigen.

Quellen:Automotive News Europe, Springer ProfessionalToyota Pressemitteilung, BMW Pressemitteilung, mit Material von dpa

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