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Vollendete Höflichkeit: Was man auf der Chauffeur-Schule von Rolls-Royce lernt

Was ist besser als eine Luxuslimousine? Eine mit Chauffeur. Was der können muss, vermittelt ein spezielles Training, das Rolls-Royce seiner Kundschaft anbietet.

Formvollendet, aber niemals unterwürfig: So öffnet Chauffeurstrainer Andi McCann die Tür eines Rolls-Royce Phantom

Formvollendet, aber niemals unterwürfig: So öffnet Chauffeurstrainer Andi McCann die Tür eines Rolls-Royce Phantom

Natürlich wusste ich vorher, wie sie reagieren würde. Mit Häme. Am liebsten hätte ich meiner Frau gar nicht erzählt, was ich in England machen wollte. "Ist ja suuuuper", sagte sie lächelnd. "Endlich darfst du mal nicht fluchen hinterm Steuer. Nicht drängeln. Nicht zu schnell fahren." Und als hätte ich sie überhört, schob sie noch ein "Weißt du das eigentlich?" hinterher. 

Natürlich wusste ich es. Ich hatte mich ja um die Teilnahme an dem Chauffeurstraining bemüht, das sie bei Rolls-Royce nur "White Gloves Programme" nennen. "Die weißen Handschuhe stehen für die penible Beachtung sämtlicher Details", sagt Andi McCann, der den Lehrplan für Rolls-Royce-Kunden und deren Personal nicht nur entwickelt hat, sondern geradezu verkörpert. Haltung, Kleidung, Schuhe, Haarschnitt – Andi ist der perfekte Trainer; ein Mann von vollendeter Höflichkeit.

Perfekte Umgangsformen: Andi McCann poliert die Kühlerfigur "Emily" 

Perfekte Umgangsformen: Andi McCann poliert die Kühlerfigur "Emily" 


Rennfahrer in Pension 

Was ich nicht wusste: Es würde bei diesem Training nicht darum gehen, aus mir einen fahrenden Butler zu machen. "Sei nicht unterwürfig", sagt Andi. "Du bist ein professioneller Fahrer." Ideale Kandidaten für eine zweite Karriere als Chauffeur seien übrigens ehemalige Rennfahrer, so McCann. Der Grund für diese überraschende Tatsache ist simpel: Bei Auto rennen geht es um einen möglichst flüssigen Fahrstil, beim Chauffieren ist es genauso. Was so einfach klingt, ist eine nur schwer zu erlernende Fähigkeit. "Es ist leichter, einem Rennfahrer das Binden eines doppelten Windsorknotens für die Krawatte beizubringen", sagt Andi, "als einem gewöhnlichen Autofahrer eine überdurchschnittliche Fahrzeugbeherrschung."

Watteweiche Steuerung

Andi bewegt den beinahe drei Tonnen schweren Rolls-Royce Phantom mit verlängertem Radstand zügig über die schmalen Landsträßchen rund um Goodwood in West Sussex, wo sich seit dem Jahr 2003 der Hauptsitz von Rolls-Royce befindet. "Es ist wirklich wichtig, nicht zu langsam zu fahren", sagt Andi. Zeit ist schließlich Geld, und die hochmögende Kundschaft weiß beides zu schätzen. Er lenkt wie ein Rennfahrer – stets mit beiden Händen, und zwar in der 3.45-Uhr-Position, weil so die Bewegungen in beide Richtungen besonders sanft ausfallen. Im Unterschied zu einem Rennfahrer, der meist beherzt zupackt und im Grenzbereich blitzschnelle Bewegungen macht, steuert Andi den dahinschwebenden Rolls-Royce allerdings watteweich mit den Fingerspitzen. Er schneidet die Kurven sachte und beschleunigt das mehr als sechs Meter lange Ungetüm unmerklich, aber zügig. Die ungewohnten Dimensionen einer Rolls-Royce- Limousine beschreibt er so: schmaler als ein Transporter, also kein Problem auf engen Straßen – wobei die Kühlerfigur als Peilmarke dient, um die Limousine in der Mitte der Straße zu halten.

stern-Redakteur Frank Janßen lernt, wie er einer Dame auf High Heels zum sicheren Auftritt verhilft 

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Vorauschauender Fahrstil

Das Wichtigste beim Fahren ist das Vorausschauen. Andi scannt alle anderen Verkehrsteilnehmer permanent, um hektische Manöver zu vermeiden. Den Lastwagen vorn auf der anderen Fahrspur hat er ebenso im Blick wie den Motorradfahrer, der plötzlich im Rückspiegel auftaucht. Um den Komfort möglichst nicht zu beeinträchtigen, bremst er bereits 300 Meter vor dem nächsten Kreisverkehr ganz leicht und kaum spürbar. "Zu spät und dann zu heftig zu bremsen ist nicht akzeptabel", sagt der Trainer streng. Kommt es im Verkehr zum Stillstand, hält Andi eine Wagenlänge Abstand zum Vordermann. "Damit nicht das Auto vor uns unser Fahren bestimmt." Ein paar Meter Luft zu lassen hat viele Vorteile: Man hält nicht direkt in einer Abgaswolke, und die Lücke wirkt beruhigend auf die Fahrgäste. Zudem lässt sie die Möglichkeit für einen Spurwechsel, sollte der nötig sein. Der gelingt nämlich nicht, wenn man am Heck des Vordermanns klebt. Bevor ich überhaupt ans Steuer darf, erhalte ich eine theoretische Einweisung. Natürlich muss der Chauffeur sämtliche technischen Details zu seinem Auto kennen. Wie peinlich, wenn er nach dem Hubraum des Zwölfzylinders gefragt werden würde, aber nur mit einem Schulterzucken antworten könnte.

Frank Janßen trainiert, wie er eine Dame mit dem Schirm vor den Kameras der Paparazzi schützt

Frank Janßen trainiert, wie er eine Dame mit dem Schirm vor den Kameras der Paparazzi schützt

Der Kunde darf nie warten

Ernst wird es bei der Begegnung mit dem Fahrgast. "Wenn du pünktlich bist, bist du zu spät", sagt Andi streng. "Der Kunde darf nicht auf dich warten, das wäre ein absolutes No-Go." Die Liste der No-Gos ist scheinbar endlos. Das Gepäck abzustellen, um dem Fahrgast die Tür zu öffnen? No-Go. Zu groß die Gefahr, dass die wertvollen Koffer und Taschen vom Gehsteig geklaut werden. Außerdem könnten sie von unten verschmutzen, und dann gelangt der Dreck später auf den Teppich, womöglich gar an die Bettwäsche. Also erst das Gepäck in den Kofferraum. Dem Fahrgast die Hand geben? "Nur, wenn er sie dir reicht", sagt Andi. Also abwarten. Den Fahrgast im Rückspiegel beobachten? No-Go. Sind die notwendigen Worte über die Route und die ungefähre Dauer der Fahrt gewechselt, dreht Andi den Innenspiegel leicht gen Dachhimmel, damit sich die Kundschaft nicht beobachtet fühlt.

Mein Freund: die Fusselrolle

Mein wichtigstes Utensil als Chauffeur ist die Fusselrolle. Das Auto muss sauber, vollgetankt und angenehm klimatisiert sein. Im Winter geheizt, im Sommer gekühlt. Es dürfen keine Gegenstände herumliegen, keine Landkarten und auch kein Ladekabel. Sitze parallel, Luftdüsen gerade. Das Mobiltelefon ist spätestens dann abzuschalten, wenn der Fahrgast kommt. "Immer parallel zur Umgebung parken", sagt Andi, also keinesfalls schräg zum Gebäude oder zum Bordstein. "Die Räder gerade." 

Und dann kommt die Übung mit der Tür, eine kleine Choreografie. Ich stehe hinten links am Wagen, um dem Fahrgast mit der rechten Hand den Schlag zu öffnen. Sobald ich am Griff ziehe, muss ich mit dem linken Bein einen Schritt zurück machen. Möglichst synchron. Doch mal ist der Schritt zu lang, mal ist der Arm zu sehr angewinkelt. Ich komme mir vor wie im Tanzkurs für den Abiball. Andi lächelt geduldig, denn es gibt noch zwei höhere Schwierigkeitsstufen. Die eine ist, einer Dame aus dem Wagen zu helfen, ohne dass sie über mich fällt wie über einen Holzklotz. Hat sie obendrein einen kurzen Rock an, muss ich den Schirm zu Hilfe nehmen, um sie vor den Paparazzi zu schützen.

Keine Fahrt im Royce ohne Picknickset

Keine Fahrt im Royce ohne Picknickset

Kunst der Champagnerbremse

Ein absolutes Kunststück ist die Champagnerbremse – so genannt, weil sie vermeiden soll, dass der Fahrgast seinen Schampus verschüttet, wenn das Auto mit einem Ruck zum Stillstand kommt. Anfänger wie ich schaffen zunächst nur die Whiskeybremse – weil das Glas dabei eben kaum halb voll ist.

Bei der Champagnerbremse, die absolut keinen Ruck kennt, beginnt der Fahrer früh, aber unmerklich das Tempo zu verzögern und reduziert den Druck auf das Pedal mit abnehmender Geschwindigkeit, sodass er die Bremse auf den letzten Zentimetern vor dem Halt fast vollständig löst. Das muss man üben, üben, üben, und Andi kann sich die Bemerkung nicht verkneifen, dass diese Art der Fahrkunst erstens mit Fahrzeugen seiner Marke am besten funktioniert und zweitens mit manch anderen Konkurrenzmodellen gar nicht.

Meine Frau findet die Champagnerbremse jedenfalls suuuper. Ich soll jetzt immer so fahren, sagt sie. Und ich finde, wir könnten uns einen Rolls-Royce kaufen. Einen gebrauchten vielleicht.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(