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Skoda Rapid: Solide Qualität zum Discountpreis

Mehr Auto braucht kein Mensch. Mit der familientaugllichen Stufenhecklimousine Rapid will Skoda den Billigmarken Paroli bieten. Unser Fahrbericht zeigt: Das dürfte durchaus gelingen.

Beim Ortsausgang von Pernek wird der erste Fehler entdeckt: Beim Herunterfahren des Beifahrerfensters surrt der Elektromotor einen Tick zu laut. Und mit dem Surren kommt die Einsicht: Wenn es mehr nicht zu meckern gibt, am neuen Billigauto von Skoda, dem Rapid, dann haben die tschechischen Autobauer gute Arbeit abgeliefert.

Der Rapid hat alles, was eine preiswerte Familienkutsche ausmacht: Viel Platz vorne und hinten, robuste Materialien im Innenraum, viel Kofferraum, der dank einer riesigen Heckklappe einfach zu beladen ist. Dazu gibt es Ablagen satt, ein genügsames Motorenangebot, Isofix-Halterungen hinten. Von der Größe her entspricht der 4.483 mm lange, 1.706 mm breite und 1.461 mm hohe Rapid in etwa den Maßen, die der Octavia früher einmal hatte. Beim Radstand allerdings ist er mit 2.602 mm besser aufgestellt und sorgt so für mehr Platz im Innenraum. Vorne haben auch größer gewachsene Passagiere keine Schwierigkeiten, zumal die Sitze vielfältig verstellbar sind uns auch das Lenkrad sich in Neigung und Tiefe gut anpassen lässt. Hinten wird es für drei Personen etwas eng - aber zwei finden dort bequem Platz: mit viel Knie- und ordentlich viel Kopffreiheit. Der Kofferraum schafft 550 Liter, wenn man die hinteren Sitzlehnen umlegt bis zu 1.490 Liter. Das ist üppig.

Durchdachte Ausstattung

Die Instrumentierung ist überschaubar, aber ausreichend. Die wichtigen Anzeigen liegen im Blickfeld des Fahrers, die Knöpfe und Tasten sind gut erreichbar. Viel Mühe hat sich Škoda bei der bedarfsgerechten Ausstattung mit Ablagen gegeben. Netze an den Seitenlehnen der Vordersitze nehmen Kleinkram auf, die Warnweste hat eine eigene Halterung unter dem Fahrersitz, in der Beifahrertür gibt es einen Abfallbehälter, ein Multimediahalter sorgt dafür, dass iPhone & Co. nicht in den Ablagen herum schliddern.

Ein paar Kritikpunkte gibt es trotzdem. Der ziemlich üppig dimensionierte Hebel der Handbremse ist unter der Armlehne versteckt und lässt sich nur umständlich bedienen. Das Hartplastik des Armaturenbretts wirkt vom Material her nicht hochwertig - eine weichere Oberfläche dürfte so viel teurer nicht sein. Die Gurtpeitschen auf der Rückbank lassen sich nicht versenken und drücken vor allem bei etwas breiter geratenen Heckpassagieren unangenehm.

Mustang-Fahrer blamiert sich - und rast in Zuschauer

Das Äußere des Rapid ist gut gelungen. Die scharfe Tornadolinie über die ganze Breite streckt ihn optisch etwas und sorgt für ein Spiel von Licht und Schatten. Alle Flächen sind klar modelliert. Dazu kommen neue Marken-Logos vorne und hinten.

Škoda liefert den Fronttriebler in Europa zunächst mit vier Benzin- und zwei Dieselmotoren zur Wahl aus. Einstiegsmotor ist ein 1,2-Liter-Dreizylindermotor mit 75 PS. Aufgrund seiner herkömmlichen Bauart ist er als kleinster und schwächster Motor mit einem Durchschnittsverbrauch von 6,1 Litern auf 100 Kilometern gleichzeitig auch der durstigste: Alle stärkeren Rapidmotoren sind genügsamer. Der 1,2-Liter-TSI-Motor mit 86 PS etwa verbraucht mit Handschaltung 5,1 Liter, die 105 PS starke Version des gleichen Aggregats kommt auf 5,4 Liter und den 1,4-Liter-TSI mit 122 PS gibt Škoda mit 5,8 Litern an. Der Diesel liefert wahlweise 90 PS oder 105 PS. Der Verbrauch liegt offiziell bei 4,2 beziehungsweise 4,4 Litern auf 100 Kilometern.

105 PS reichen aus

Wer auch mal auf der Landstraße überholen möchte, sollte zum stärkeren Diesel greifen. Der Motor läuft rund, vibrationsarm und auch bei höheren Geschwindigkeiten ausgesprochen leise. Dabei zieht er schon aus niederen Drehzahlen gut hoch: Sein maximales Drehmoment von 250 Nm liegt bereits bei 1500 U/min. an. 10,6 Sekunden braucht der Rapid dann von 0 auf 100 km/h, bei 190 km/h ist Schluss. Das ist nicht unbedingt motorsporttauglich - aber für die Kunden, die Škoda mit dem Rapid im Visier hat, geht das völlig in Ordnung.

Die Handschaltungen - je nach Motorisierung fünf oder sechs Gänge - lassen sich präzise und mit kurzen Wegen bedienen. Und die Federung hat Škoda straff, aber durchaus komfortabel eingestellt: Auch ziemlich löchrige und raue Fahrbahnen machen dem rapid keine Mühe. Wankbewegungen halten sich bei Lastwechseln sehr in Grenzen und selbst in flott gefahrenen Kurven gibt es mit der Stabilität keine Probleme.

Der Kombi kommt

Für Škoda ist der Rapid so eine Art kleines Weltauto. Irgendwie ist er Stufenheck - und damit gut nachgefragt zum Beispiel in Osteuropa. Dann aber erinnert er dank der Heckklappe wieder mehr an ein Modell mit Fließheck - deutlich beliebter in Mitteleuropa. Und ab dem Jahr 2013 will Škoda den Rapid auch in China produzieren und verkaufen. In Deutschland soll er ab Ende Oktober auf dem Markt sein. Zu welchem Preis, da macht Škoda derzeit noch ein Geheimnis drum. Immerhin lässt man die grobe Richtung schon mal durchsickern: Der Basispreis dürfte knapp unter 14.000 Euro liegen. Richtig spannend wird es, wenn auf die Limousine der Kombi folgt, der bei Škoda entwickelt wird.

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