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Rallye Dakar: Jutta Kleinschmidt kämpft sich nach vorne

Nach der vierten Etappe liegt die deutsche Rallye-Hoffnung beim Wüsten-Klassiker Dakar bereits auf Platz drei. Kleinschmidts Teamkollege Carlos Sainz ging nach der zwischenzeitlichen Mitsubishi-Führung wieder an die Spitze.

Von Christian Gebhardt

Auf der ersten Afrika-Etappe von Nador nach Er Rachidia hatte zunächst das Mitsubishi-Team die Führung bei der Rallye Dakar übernommen. Nani Roma, Dakar-Sieger auf dem Motorrad 2004, markierte auf der dritten Etappe die sechstbeste Zeit in der Tageswertung. Der Spanier belegte damit in der Gesamtwertung die Spitzenposition. Nach seinem zweiten Platz auf der dritten Prüfung lag Mitsubishi-Teamkollege und Ex-Dakar Sieger Hiroshi Masuoka mit nur sechs Sekunden Rückstand auf Rang zwei im Gesamtklassement.

Die Doppelführung von Mitsubishi hielt jedoch nur einen Tag. Die vierte Tagesetappe von Er Rachidia nach Ouarzazate dominierte das Volkswagen-Werksteam. Gleich drei Race Touareg 2 liegen damit an der Spitze der Rallye Dakar. Wüsten-Neuling Carlos Sainz gelang dabei, wie schon auf den ersten beiden Prüfungen in Portugal, die Bestzeit. "Ich bin überrascht, wieder vorne zu sein. Ich hatte nicht den Eindruck, extrem schnell zu sein", freute sich der Spanier, der damit auch die Gesamtwertung anführt. Schnellster Verfolger im Gesamtklassement hinter Sainz ist sein Teamkollege Bruno Saby. Der Marathon-Weltcup-Sieger von 2005 fuhr trotz kleinerer Probleme in der Tageswertung auf Rang fünf. "Gesamt-Zweiter ist ein schönes Ergebnis nach einem anspruchsvollen Tag. Zur Mitte der Prüfung mussten wir sogar einen Reifen vorne rechts wechseln."

Viel Pech für Mitsubishi

Auch Jutta Kleinschmidt hatte mit Problemen an ihrem Race Touareg 2 zu kämpfen. "Vor der ersten Zeitkontrolle mussten wir Schrauben am Lenkrad nachziehen, die sich losvibriert hatten. Ein Reifenschaden kostete zusätzlich Zeit. Wir dachten schon, der Tag wäre gelaufen", erklärte die Deutsche nach der vierten Etappe. Trotz des Zeitverlustes wurde die Dakar-Siegerin von 2001 in der Tageswertung Sechste. Mit einem Rückstand von 5,09 Minuten liegt sie damit auf Gesamtposition drei.

Viel Pech auf der Prüfung vier hatte das Mitsubishi-Werksteam. Nach einem heftigen Überschlag kann Hiroshi Masuoka die Rallye nicht mehr fortsetzen. "An einer Kreuzung, an der einige Zuschauer standen, haben wir ein Hindernis zu spät gesehen", berichtete der zweifache Dakar-Gewinner enttäuscht. Der Japaner erreichte zwar das Etappenziel im marokkanischen Ouarzazate, eine Weiterfahrt wurde von den Mitsubishi-Technikern jedoch wegen des starken Schadens ausgeschlossen. Unglücklich verlief die Etappe auch für Vorjahressieger Stéphane Peterhansel. Durch einen Navigationsfehler verlor der Franzose über 17 Minuten auf die Spitze. "Ein Abzweig war im Roadbook nicht deutlich beschrieben. Es hat sieben Kilometer gedauert, bis wir merkten, dass wir falsch waren", ärgerte sich Peterhansel, der nun Gesamt-Elfter ist. Durch einen Navigationsfehler und einen Reifenschaden verlor auch Nani Roma viel Zeit und seine Führungsposition bei der Dakar. Mit 10,24 Minuten Rückstand liegt der Spanier nur noch auf Rang neun. Bester Mitsubishi Pilot ist Luc Alphand. Das ehemalige Ski-Ass ist Vierter, knapp 6 Minuten hinter der Spitze.

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"So kann es weitergehen"

Eine starke Leistung zeigt bisher auch Matthias Kahle. Der sechsfache Deutsche Rallye-Meister hat sich in seinem Honda-Buggy bis auf Platz 18 nach vorne gekämpft. Auch für Ellen Lohr geht es weiter aufwärts. Mit Position 29 in der Tageswertung rutscht die ehemalige Tourenwagen-Pilotin vom Kwikpower Mercedes-Benz Team in der Gesamtwertung auf Rang 39. "So kann es weitergehen. Wir haben uns nicht verfahren, nur ein Reifenschaden hat uns etwas Zeit gekostet", freute sich Lohr.

Auf der fünften Tagesetappe von Ouarzazate nach Tan Tan wartet eine extrem bucklige Strecke auf die Teilnehmer der 28. Dakar. Mit insgesamt 819 Kilometern zählt die ebenfalls in Marokko ausgetragene Etappe zu einer der längsten der Rallye.

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