SCHNEECHAOS Alptraum für Autofahrer

Hunderttausende verbrachten ihre erste Urlaubsnacht auf der Autobahn. Bei Schnee und Eis steckten sie im Stau fest und mussten entweder im Auto oder in eilends eingerichtete Notunterkünften schlafen.

Der Traum von einer weißen Weihnacht wurde für Hunderttausende Autofahrer zum Albtraum: Bei Schnee und Eis steckten sie im Stau fest oder mussten in eilends eingerichteten Notunterkünften schlafen. Auf den Straßen Bayerns und in vielen anderen Regionen herrschte Chaos. Kaum hatten die Schneepflüge eine schmale Gasse in den weißen Massen geschaffen, war sie von ungeduldigen Autofahrern auch schon wieder verstopft. Vielfach steckten die Helfer selbst in den bis zu 40 Zentimeter hohen Schneewehen fest.

Besonders schlimm traf es auch Reisende im Raum Siegen/Freudenberg in Nordrhein-Westfalen, wo rund 15 Stunden Stillstand herrschte. Tausende wurden in der Nacht vom Roten Kreuz und der Feuerwehr mit Tee, Decken und Würstchen versorgt, bis es morgens allmählich wieder voran ging. Die Helfer hatten mehrere Kinder mit Unterkühlungen ins Krankenhaus gebracht. Ähnliche Bilder gab es auch auf der A 9 Nürnberg-Berlin.

Die Autofahrer reagierten auf das Schneechaos frustriert und verängstigt. Einige nahmen die unfreiwilligen Stopps auch gelassen und veranstalteten auf den rutschigen Straßen Schneeballschlachten oder bauten Schneemänner.

Schlimm erwischte es den 24-jährigen Christian Kiebak und seine Arbeitskollegen auf der A 9: Ihr Auto blieb bereits am Freitagabend gegen 18.00 Uhr kurz vor Bayreuth im Schnee stecken. Nach einer kalten Nacht mussten sich die Männer selbst Samstagmittag noch in Geduld üben - es ging nur meterweise voran. »Das ist unzumutbar«, berichtete Kiebak aus Saalfeld in Thüringen. Sein Glück: Der Wagen war vollgetankt. »Wir lassen das Auto oft laufen, um die Heizung anzustellen.«

Den 27-jährigen Heiko Paulick stoppte das Schneechaos auf der A 72 bei Zwickau (Sachsen). »Wir standen fünf Stunden im Stau. Das war schon etwas beängstigend, keiner wusste, was los war. Wir waren gar nicht darauf eingerichtet, so lange in eisiger Kälte auf der Straße zu stehen. Wir haben immer wieder den Motor einschalten müssen, wenn es gar zu kalt wurde.« Wie Paulick weiter schilderte, mussten auch zahlreiche Frauen mit kleinen Kindern in Fahrzeugen übernachten.

»Bei den chaotischen Verhältnissen auf den Autobahnen sollten die Autofahrer den Urlaubsantritt auf Montag verschieben«, sagte ADAC- Sprecher Klaus Reindl am Samstag. Ob sich die Straßenverhältnisse in den nächsten Tagen wesentlich bessern, sei ungewiss. Wer sich bei Schnee und Eis auf den Weg macht, sollte am Auto unbedingt Winterreifen haben, den Wagen voll tanken, sowie warme Kleidung, Decken und Tee einpacken.


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