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Benzinpreise: Selbst die Amis fahren Bus und Bahn

Der hohe Bezinpreis hat auch sein Gutes: Sogar die PS-verliebten Amerikaner lassen ihr Auto immer häufiger in der Garage und nutzen öffentliche Verkehrsmittel. Bus und Bahn erleben in den USA derzeit einen Boom wie schon seit 50 Jahren nicht mehr.

Von Helmut Werb

Kommt ein Ami in die U-Bahn... - so könnte ein eher skurriler Witz beginnen. Viele Bewohner großer US-Städte, vor allem jenen an der Westküste, hatten bislang eine unterbewusste, aber tiefe Abneigung gegen öffentliche Verkehrsmittel. Das liegt nicht nur am Image von Bussen und U-Bahnen, die vor allem in Kalifornien als reines Arme-Leute-Transportmittel gelten, sondern auch daran, dass der öffentliche Nahverkehr bisher ein Stiefkind auf dem Weg von und zur Arbeit war. Dabei sind die Verbindungen meist besser als ihr Ruf.

Mehr und mehr Amerikaner sehen sich aufgrund der gestiegenen Benzinpreise offensichtlich gezwungen, auf das eigene Fahrzeug zu verzichten. Im Sommer letzten Jahres, als die Benzinpreise zum ersten Mal die Drei-Dollar-Marke für eine Gallone Normalbenzin überschritten (umgerechnet etwa 0,85 Euro), stieg in Los Angeles der Anteil jener, die ihr Auto in der Garage liessen und mit Bus oder Bahn zur Arbeit fuhren, um rund 17 Prozent. Der letzte Preisanstieg veranlasste zusätzlich fast jeden sechsten Bewohner der 13-Millionen Metropole, auf das Auto zu verzichten. "Der Anstieg ist phänomenal", sagte ein Sprecher der Los Angeles Verkehrsbetriebe, die neben einer neuen U-Bahn die grösste Busflotte der Welt betreibt.

Amis steigen um

Der prozentuale Anstieg erzählt aber nur die halbe Geschichte: Im Erhebungszeitraum im Mai 2007 benutzten über 1,3 Millionen Menschen täglich die öffentlichen Verkehrsmittel. Verglichen mit den rund 4,3 Millionen Pendlern, die mit ihren Autos zur Arbeit fahren (plus 700.000 Car Pools täglich), ist der Anteil der Bus- und Metrobenutzer immer noch bescheiden, aber der Trend weg vom Auto wird immer deutlicher. In New York, einer Stadt, in der die U-Bahn schon seit langem zum tägliche Leben gehört, stiegen die Passagierzahlen bei Bus und Bahn allein im letzten um fast 5 Prozent, in Denver um 8 Prozent. "Wir sehen eine deutliche Abkehr vom individuellen Nahverkehr", staunte Clarence Marsella vom Denver Regional Transportation District.

Im Süden der USA sind die Zahlen sogar noch höher: 20-prozentige Zuwachsraten verzeichneten die Verkehrsbetriebe in Süd-Florida, fast unglaubliche 34 Prozent mehr Passagiere lösten ihr Ticket für Busse in South Carolina. "Niemand hätte je geglaubt, dass Leute vom Auto auf die Nahverkehrsmittel umsteigen würde", sagte Joseph Giuletti, der Sprecher der South Florida Regional Transportation Authority der New York Times in einem Interview, "aber genau das passiert." Auch das ist mit Zahlen belegbar. Das US-Verkehrsministerium schätzt, dass die Amerikaner zum ersten Mal seit sehr langer Zeit weniger Autofahren - insgesamt drei Prozent weniger.

Straßen in New York deutlich leerer

Eine solche Entwicklung geht auch den den ansonsten tendenziell immer optimistisch veranlagten Amerikanern nicht ohne Meckern: In San Francisco, dessen BART-System allein in den letzten drei Monaten fast 10 Prozent mehr Nutzer verzeichnen konnte und deshalb die Sitze aus den Bahnen nimmt, um mehr Platz zu schaffen, wird laut darüber gemeckert, dass die zunehmenden Zahl der BART-Benutzer ein Loch ins Budget der sonst so umweltbewussten Stadt reissen könnte. "Wir verlieren eine Menge Geld bei den Autofahrern", klagte ein BART-Manager, der ungenannt bleiben will. Da Autofahrer, die die Brücken der Stadt benutzen müssen, um zur Arbeit zu kommen, vier Dollar Brückenzoll bezahlen, fehlt der Stadt nun Geld, das bisher dem öffentlichen Nahverkehr zugute kam. Außerdem würden die hohen Benzinpreise auch das BART-Budget stark belasten.

New Yorks Bürgermeister Bloomberg hingegen ist froh, dass die Innenstadt von Manhattan nun nicht mehr mit einer Stadt-Maut wie in London belegt werden muss - die gestiegenen Benzinpreise erzielten den gleichen Effekt. Ganz ohne die umstrittene Manhattan-Maut sind die Strassen von New York nun deutlich leerer. Durch die zunehmende Abkehr vom Auto sehen sich auch die US-Gesetzgeber gezwungen, mehr Geld in öffentliche Nahverkehrsmittel zu investieren. Im Juni verabschiedete das amerikanische Repräsentantenhaus ein Gesetz, durch das 1,7 Milliarden Dollar für die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs bereitgestellt werden soll.

Konservative Republikaner sträuben sich

"Amerikaner strömen in die Nahverkehrsmittel in einer Zahl, wie wir sie in fünfzig Jahren nicht gesehen haben", sagte der demokratische Abgeordnete Peter DeFazio aus Oregon. Nur die konservativen Republikaner sträuben sich noch: "Wir subventionieren die großen Städte auf Kosten der kleinen, die keine Busse haben", moserte Frank Lucas, ein republikanischer Abgeordneter, woraufhin sich auch das Weisse Haus einschaltete: Das Hilfspaket sei eine schlechte Idee, verlautete ein Sprecher von George W. Bush. "Wir machen die Nahverkehrsbetriebe zu sehr abhängig von Subventionen."

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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