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Audi Die Roboter-Menschen kommen – so helfen Exoskelette bei Montagearbeiten

Audi testet Exoskelette für Tätigkeiten im Überkopfbereich.
Audi testet Exoskelette für Tätigkeiten im Überkopfbereich.
© Audi / PR
Ein Exoskelett muss den Menschen nicht in einen Cyborg verwandeln. Audi erprobt Modelle, die ohne Motoren und Akkus auskommen und doch Arbeiten über Kopf erleichtern.

In der Autoindustrie werden bei der Montage viele Roboter eingesetzt. Parallel erprobt man, wie Mensch und Maschine zusammengebracht werden können, damit der menschliche Körper leistungsfähiger wird und es zu keinen Schäden durch schwere Arbeit kommt.

Die Lösung sind meist Exoskelette, die die Bewegungen des Menschen unterstützen und verstärken. Etwa 60 Mitarbeiter im Audi-Werk Ingolstadt sollen nun zwei verschiedene Exoskelette der Firmen Ottobock und Skelex in der Praxis erproben. Die Besonderheit bei dieser Lösung: Die Abstützung erfolgt rein mechanisch. Dadurch kommt das System ohne Batterien, Motoren und Sensoren aus. Dadurch ist es leichter und wird weniger als störender Fremdkörper wahrgenommen.

Abstützung der Arme

Die Hilfen sollen vor allem Arbeiten über Kopf erleichtern und werden bei der Verlegung von Bremsleitungen, der Befestigung von Abdeckungen unter dem Fahrzeugboden sowie bei der Anwendung von Korrosions- und Abdichtungsschutz verwendet. "Unsere Mitarbeiter sind unser wichtigstes Kapital", so Produktionsvorstand Peter Kössler. "Durch die ständige Entlastung der Arbeitsplätze können wir deren Gesundheit und Wohlbefinden verbessern. Dazu tragen auch neue Technologien wie Exoskelette bei, mit denen wir die Produktion immer fortschrittlicher gestalten."

Diese Geräte dürfen die natürlichen Bewegungen  nicht behindern.
Diese Geräte dürfen die natürlichen Bewegungen  nicht behindern.
© Audi / PR

Das Paexo von Ottobock wie auch das Skelex 360 müssen sich die Facharbeiter auf den Rücken schnallen, zusätzlich wird das Gewicht wie bei einem Tourenrucksack durch einen Gürtel auf der Hüfte abgestützt. Diese Modelle übertragen bei Überkopfarbeiten einen Teil des Gewichts der Arme auf die Hüften. So sollen die Schultergelenke geschont werden und eine schnelle Ermüdung der Muskulatur verhindert werden. Es handelt sich also um eine kleine Hilfe und nicht um ein Modell aus einem Science-Fiction-Film, das dem Menschen Titanenkräfte verleiht. 

Herausforderungen für das Militär

In der Industrie wird seit Langem mit Exoskeletten gearbeitet. Als Vorreiter gilt Japan, dort sollen mechanische Hilfen eine immer älter werdende Bevölkerung arbeitsfähig halten. Neben der Industrie kündigte auch das Militär in den letzten Jahren große Investitionen für Exoskelette an. Vereinzelt sind sie auch schon bei Übungen zu sehen gewesen. Das Militär steht aber vor besonders großen Herausforderungen. Die Unterstützungsleistung der künstlichen Muskulatur soll sehr hoch sein, das erfordert eine Vielzahl an Motoren. Da sich der Soldat im Einsatz jedoch nicht in der Nähe einer Steckdose aufhält, gilt hier die Akkuleistung als kritische Größe. Bei einem Einsatz in der Fabrikhalle oder als Rehamittel für Menschen mit Handicaps ist die Akkufrage nicht so wichtig, da die Packs gelegentlich gewechselt werden können.

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