Diesel-Rußfilter Lieferprobleme bremsen Ausrüstung mit Rußfiltern


Deutsche Hersteller beklagen Lieferengpässe bei den Rußfiltern. "Es gibt zu wenig Filter", sagte ein Sprecher der Volkswagen-Tochter Audi. Das Problem sei die Verfügbarkeit. Weltweit gebe es drei Zulieferer, die am Anschlag arbeiteten.

Audi bietet die Filter gegen einen Aufpreis bisher nur für teurere Modelle an. "Irgendwann wird der Filter bei Audi sicher serienmäßig werden", sagte der Sprecher. Auch ein Sprecher von BMW sagte, aus Gründen der Verfügbarkeit biete der bayerische Hersteller die Filter nur für zwei höhere Baureihen als Serienausstattung an. Für die anderen sei er gegen Aufpreis zu haben. Die Filter gebe es für jene Modellen serienmäßig, die ihn zur Erfüllung der Abgasnorm Euro 4 brauchten.

Wie andere Autohersteller wandte sich auch BMW gegen die Darstellung, die Konzerne beeilten sich nun angesichts der Feinstaub-Debatte, mit den Filtern nachzuziehen. Die Ausrüstung der Modelle mit Rußpartikelfiltern plane BMW schon seit einiger Zeit, sagte der Sprecher. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte unter Berufung auf eine Umfrage der "Automobilwoche" berichtet, angesichts der hohen Feinstaub-Werte in vielen Städten wollten die deutschen Hersteller schneller als geplant Rußpartikelfilter für Dieselfahrzeuge anbieten.

Immer mehr Fahrzeuge werden mit Filter ausgeliefert

Der Branchenverband VDA erklärte, das Angebot von Autos mit Rußfiltern entwickele sich nach Plan. "Die weltweit einzigartige Zusage deutscher Hersteller, bis 2008/2009 alle in Deutschland neu zugelassenen Diesel-Pkw mit Partikelfilter auszustatten, wird schon jetzt zügig umgesetzt", erklärte der VDA. 2005 würden die deutschen Hersteller ihr Angebot deutlich aufstocken und dann knapp 80 Modellvarianten mit Filter anbieten. Der VDA hatte sich im vergangenen Jahr mit Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) darauf verständigt, bis Ende 2006 ein Viertel und bis 2009 alle Neuwagen mit den Filtern auszurüsten.

Die Luftverschmutzung mit dem vermutlich Krebs erregenden Feinstaub hatte am Wochenende den Streit über die Verantwortung dafür und über Gegenmaßnahmen wie Fahrverbote angeheizt. München und Stuttgart hatten als erste deutsche Städte schon im März die seit Januar geltende EU-Obergrenze für die Feinstaubbelastung verletzt. Umweltverbände sehen in Fahrverboten für Diesel-Autos ohne Partikelfilter die einzig wirksame Sofortmaßnahme gegen den Staub. Die Bundesregierung will mit Steuernachlässen Anreize zum Kauf von Autos mit Dieselfilter schaffen.

Alle Mercedes-Pkw ab Sommer serienmäßig mit Rußfilter

Der schwäbische Autokonzern DaimlerChrysler wird vom Sommer an alle Mercedes-Pkw mit Dieselmotoren serienmäßig mit einem Rußfilter ausstatten, wie zu Jahresbeginn angekündigt. "Wir sehen keine Probleme, was die Verfügbarkeit der Filter oder deren Technik angeht. Sonst würden wir nicht den serienmäßigen Einbau versprechen", sagte ein Sprecher. Die Nachfrage nach dem Partikelfilter sei hoch. DaimlerChrysler bezieht die Filter vom japanischen Hersteller Ibiden, der sich auf Karbon- und Keramik-Technologien spezialisiert hat. Rußfilter nutzen einen Keramik-Körper, um die schädlichen Partikel zu filtern.

Im vergangenen Jahr hatte sich auch der Automobilzulieferer Bosch entschlossen, mit einer verfeinerten Technik ins Rußpartikel-Filter-Geschäft einzusteigen. Die derzeit erprobten Filter hätten noch keine Serienreife, sagte ein Bosch-Sprecher. Die Serienproduktion solle 2006 aufgenommen werden. Pläne, sie angesichts der starken Nachfrage schneller voranzutreiben, gebe es nicht.

Die französischen Hersteller Renault und Peugeot hatten bei der serienmäßigen Ausrüstung ihrer gesamten Modellpalette mit den Partikel-Filtern den Vorreiter gespielt und die deutschen Autobauer unter Druck gesetzt. Opel bietet bisher zwei Modellreihen mit Filter an.

Reuters


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