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Stiftung Warentest prüft Fahrradhelme: Echte Schützer und falsche Versprechen

Stiftung Warentest hat Fahrradhelme für Kinder und Erwachsene getestet. Das Ergebnis überzeugt: Mehr als die Hälfte erreicht ein "Gut". Aber ausgerechnet bei den Kinderhelmen gibt es zwei Versager.

Von Gernot Kramper

Im Frühling werden die Fahrräder wieder flottgemacht. Ob für den Schulweg oder für einen Ausflug – fast jeder zweite Deutsche schwingt sich mehrmals in der Woche aufs Rad. Auf einen Helm verzichten immer noch viele, obwohl er Leben retten kann. Die Stiftung Warentest hat Fahrradhelme für die Stadt getestet. 34 Stück insgesamt, davon 18 für Kinder und 16 für Erwachsene. Von der Kinderhelmen erreichten elf die Note "Gut", aber zwei fielen mit "Mangelhaft" durch, ein weiterer "ausreichender" Helm ist auch nicht empfehlenswert. Bei den Fahrradhelmen für Erwachsene reichte es neunmal zu einem "Gut", jeweils ein Helm erhielt ein "Ausreichend" und ein "Mangelhaft".

Radfahrer sind einem enormen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Während Autofahrer durch Stahlhülle, der schieren Masse des Fahrzeugs und einem umfangreichen Sicherheitspaket geschützt sind, haben Radler nur den Helm. Zudem erreichen sie im vergleich zu Fußgängern hohe Geschwindigkeiten. Kuriere und sportliche Radler sind häufig mit über 30 km/h unterwegs. Obendrein fährt der Radler "Kopf voran", das Risiko, einen ungebremsten Aufschlag an der empfindlichsten Körperstelle zu erleiden, ist also groß. Stößt ein Radfahrer auf ein starres Hindernis kann bereits Tempo 15 tödlich sein.

Hohe Anforderungen beim Test

Wichtige Gründe also, einen Helm zu tragen. Und ein gute Schutz muss laut Stiftung Warentest nicht teuer sein. Bei den Helmen für Erwachsene kostet der Testsieger "Casco-Activ-C" 60 Euro, genauso viel wie der der mangelhafte "MET Cameleonte Executive". Bei den Kinderhelmen das gleiche Bild: 40 Euro kosten sowohl der Testsieger "Limar 515" als auch das Schlusslicht "Cratoni C-Kid" ("Mangelhaft"). Der "Prophete TX-07" schneidet genauso gut ab wie der "Limar 515" und kostet nur 20 Euro.

Bei der Sicherheit legt die Stiftung Warentest höhere Kriterien an als der Gesetzgeber. Wie viel Belastung die Helmschale aushält, bevor sie bricht, ist nicht so wichtig wie die Dämpfung. Dabei wird gemessen, mit welcher Kraft ein abrupter Stoss vom Helm auf den Schädel übertragen wird. Immerhin bei vier Helmen ist die Belastung im Versuchsaufbau größer als beim Ko-Schlag eines Boxers. Andere Kriterien beim Test sind die Belastung mit Chemikalien, Hitzebeständigkeit und der Tragekomfort. Bei den getesteten Cityfahrradhelmen legen die Tester viel Wert auf eine gute Durchlüftung. Geschlossene Helme in BMX-Optik werden daher abgewertet. Zerklüftete Konstruktionen im typischen Rennfahrer-Look transportieren die Luft besser.

Umstrittene Helmpflicht

Eine Helmpflicht gibt es in Deutschland nicht - trotz gelegentlicher Vorstöße in diese Richtung wie zuletzt von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) empfiehlt, einen Helm zu tragen, lehnt eine Verpflichtung allerdings ab. Je höher die Schwelle vom Gesetzgeber gelegt wird, umso weniger alltäglich wird das Radfahren, argumentiert der Club. Was zum Training dazugehört, wird bei der Fahrt zur Eisdiele oder zur S-Bahnstation als lästig empfunden.

Schutzwirkung eines Radhelmes

"Niemand kann wissenschaftlich nachweisen, wie viele Verkehrstote durch einen Radhelm verhindert werden können", erklärt Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer (UDV). Die Unfallforscher wissen aber, dass etwa ein Viertel aller Verletzungen von Radfahrern den Kopf betreffen. Und sie wissen auch, dass Kopfverletzungen am schwersten wiegen. Bei einer Studie in Zusammenarbeit mit den Kliniken in Münster kam heraus, dass keine Kopfverletzungen von Helmträgern behandelt wurden. "Also wenn es Kopfverletzungen gab, war kein Helm auf dem Kopf", erklärt Brockmann. Er empfiehlt den Helm nachdrücklich, weil das Risiko einer schweren oder gar tödlichen Verletzung mit ihm sinkt. Auch Stefan Grabmeier, Helmexperte vom ADAC, ist sich sicher, ein Helm kann Leben retten: "Wissenschaftlich ist das schwer zu beweisen, aber wenn man sich mit der Praxis beschäftigt, weiß man, es gibt gerade bei Kindern sehr viele Fälle, wo ein Helm geholfen hätte." 

Welcher Helm wird getragen

Damit der Helm hilft, ist es wichtig, dass er nicht nur gekauft, sondern auch benutzt wird. Und zwar im Alltag und nicht nur bei Fahrradtouren. Kinder akzeptieren die Vorgaben der Eltern noch klaglos, spätestens in der Pubertät muss der Helm aber zum sonstigen Style passen. Neben den typischen Rennhelmen gibt es inzwischen viele Kopfbedecklungen mit modischen Dekor deren Form sich an BMX-, Skateboard oder Baseballhelme anlehnen. Mit frischer Optik und guten Testnoten von der Stiftung Warentest konnten bei den Erwachsenen der "Arbus Urbanaut", der martialische "Bell Faction", der extravagante "Casco E. Motion Cruiser" und der verspielte "Nutcase" überzeugen. Bei den getesteten guten Kinderhelmen unterscheiden sich "Casco Fun-Generation", "Decathlon / b'Twin" und "Abus Scraper Kid" vom typischen Rennradlerlook.

Alle Ergebnisse des Fahrradhelm-Tests gibt es auf test.de

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.