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London: Doppeldecker kommen wieder

Die Londoner lieben ihre ausgedienten Routemaster-Busse heiß und innig. 2011 soll die Neuauflage der Roten Riesen kommen. Ein Designwettbewerb hat von der Kinderzeichnung bis zum Profi-Entwurf faszinierende Ideen hervorgebracht.

Londons Innenstadt platzt aus allen Nähten. Selbst die City-Maut hat nach Ansicht vieler Bürger keine spürbare Verbesserung gebracht. Auch als Bus-Passagier muss man im täglichen Verkehrschaos britische Gelassenheit mitbringen. In wenigen Jahren soll der öffentliche Personennahverkehr wenigstens wieder mehr Seele bekommen: Die Stadt plant einen völlig neuen Bus im Retro-Design, der an die legendären Routemaster-Doppeldecker erinnert. Im Juli hatte Londons Bürgermeister Boris Johnson den Gestaltungswettbewerb "A New Bus for London" ins Leben gerufen. Mehr als 700 Teilnehmer vom Design-Profi bis zum Schulkind machten sich an die Arbeit. Nun wurden die Entwürfe der Gewinner veröffentlicht.

Den ersten Platz teilen sich das Unternehmen Capoco Design Ltd. und das renommierte Designbüro Foster und Partner, das seinen Entwurf zusammen mit dem Autohersteller Aston Martin entwickelt hat. Der Capoco-Bus zeigt mit der rundlichen Front samt Maschengrill und vier Scheinwerfern deutliche Anleihen am alten Routemaster. Statt einer separaten Fahrerkabine wie beim Original gibt es allerdings eine Front mit großer gewölbter Panoramascheibe, was in Internetforen bereits für Enttäuschung bei eingefleischten Routemaster-Fans sorgt.

Hop on - hop off

Der Aston Martin-Entwurf präsentiert sich mutiger und würde glatt als Requisit für den Film "Metropolis" durchgehen. Die nüchtern-elegante Karosserie mit den halbkreisförmigen Enden erlaubt eine optimale Raumausnutzung. Große Panorama-Fenster ziehen sich durch das Oberdeck. Die Passagiere sollen auf der Fahrt zur Arbeit dank des Holzbodens im Innenraum und der gemütlichen Kunstleder-Sitze ein wenig Club-Atmosphäre genießen. An der linken Seite erleichtert eine niedrig angebrachte Tür samt breiter ausfahrbarer Rampe Rollstuhlfahrern den Zugang. Der Bus soll als Zero Emission-Fahrzeug ausgelegt sein und durch ins Dach integrierte Solarzellen zusätzliche Energie tanken - falls es in London mal nicht regnet.

Zwei Details dürften Routemaster-Fans besonders freuen: Der Fahrer sitzt in einer separaten Kabine, und am Heck befindet sich wie beim Original eine offene Plattform. Ob diese Idee umgesetzt wird, ist allerdings fraglich: Die "Hop on - hop off"-Plattform der alten Routemaster führte zu vielen Unfällen, wenn Passagiere während der Fahrt den Bus betreten oder verlassen wollten. Das war einer der Gründe für die Ausmusterung der alten Doppeldecker, die seit 2005 nicht mehr im Liniendienst eingesetzt werden.

"Die Resonanz war phänomenal"

Ganz sind die Roten Riesen aber nicht aus Londons Straßenbild verschwunden. Einige fahren auf "Heritage Routes" für Touristen, und als besonderes Transportmittel für Veranstaltungen werden die Busse gern gebucht. Mittlerweile wurden die ehrwürdigen Vehikel mit umweltfreundlicheren Dieselmotoren ausgerüstet. Bürgermeister Boris Johnson hat sich übrigens auch beim neuen Bus für das Hop-on-Hop-off-Konzept ausgesprochen: "Ich denke, die Leute liebten dieses Feature und wollen es wieder haben. Es gibt unseren Bussen ein Gefühl der Offenheit", zitiert die "Times" den Bürgermeister.

"Die Resonanz auf den Wettbewerb war phänomenal", freut sich Johnson. "Aus der ganzen Welt hat man uns Ideen zugeschickt. Jetzt haben wir zwei umwerfende Designs und können eine echte Bus-Ikone bauen, die fit ist für das 21. Jahrhundert", verspricht Johnson auf der Webseite der Verkehrsgesellschaft Transport for London (TfL). 2011 sollen die Retro-Doppeldecker auf Londons Straßen rollen. Man wolle den Bus-Herstellern die Entwürfe nun für das "finale Design" vorlegen, heißt es bei TfL - bleibt zu hoffen, das darin noch die mutigen Entwürfe von Aston Martin und Co. zu erkennen sind.

Recycle-Bus

Eine überwiegend männliche Jury, die meisten davon Manager von TfL, wählte in verschiedenen Kategorien die Gewinner des Wettbewerbs aus. Dass sie sich einen umweltfreundlichen Bus wünschen, haben auch die jüngsten Teilnehmer bewiesen. Ein zehnjähriger Junge aus London zum Beispiel hat seine Zeichnung mit klaren Hinweisen beschriftet: Der Bus müsse Energiesparreifen haben, Solarzellen auf dem Dach sowie einen Hybridantrieb für Biokraftstoff - und die Karosserie solle man doch bitte aus recycelten Dosen herstellen.

Sebastian Viehmann, press-inform / press-inform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.