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Mobile Metering: Laden wo man will

Drei Millionen Ladepunkte für Elektrofahrzeuge bis 2020? Für Ubitricity ist das kein Wunschtraum. Das Berliner Start-Up Unternehmen will die Stromer-Infrastruktur revolutionieren. Simple "Systemsteckdosen" könnten zu Stromtankstellen werden. Das nötige Zählwerk hat das Auto selbst an Bord.

Elektroautos surren durch eine tiefe Sinnkrise. Das von der Bundesregierung erklärte Ziel, bis zum Jahr 2020 eine Million Stromer auf den Straßen zu haben, erscheint angesichts schlechter Verkaufszahlen unrealistisch. An den Lademöglichkeiten müsste das aber in Zukunft nicht liegen, meinen Knut Hechtfischer und Frank Pawlitschek vom Berliner Start-Up Ubitricity: Mit ihrem Konzept könne man selbst einer Million Stromer leicht drei Millionen passender Ladepunkte zur Seite stellen. Die Unternehmer denken vor allem an Arbeitsstätten, Behörden und Einkaufszentren.

Das Funktionsprinzip ist einfach. Eine normierte und schaltbare Systemsteckdose kommuniziert mit der Elektronik des Autos oder des Ladekabels und identifiziert sich. Per Mobilfunkverbindung nimmt das Auto Kontakt zum Stromanbieter auf. Dort wird die Identität von Fahrzeug und Ladestation überprüft und dann die Dose freigeschaltet. Der Fahrer erhält ebenso wie der Stromanbieter eine genaue Auflistung, wann und wo wieviel Strom zu welchem Preis getankt wurde – ähnlich wie eine Handyrechnung mit Einzelverbindungsnachweis.

Die Zähltechnik und die Ladeintelligenz werden damit von der Stromzapfstelle ins Auto beziehungsweise ins Kabel verlagert. Das würde die Kosten für die Infrastruktur erheblich reduzieren, weil weder klassische Ladesäulen noch der damit verbundene Service nötig sind. "Ubitricity will eine kosteneffiziente Systemsteckdosen-Infrastruktur zur Verfügung stellen", sagt Geschäftsführer Knut Hechtfischer. Mit diesem Service will das Unternehmen natürlich Geld verdienen. Ubitricity hat zudem ein eigenes Ökostrom-Produkt im Programm. Grundsätzlich seien als Lieferanten für "Tankstrom" aber alle Anbieter denkbar, so dass es genau wie bei verschiedenen Stromlieferanten einen Wettbewerb gebe.

Ubitricity will noch in diesem Jahr mit 200 Systemsteckdosen testweise an den Start gehen, unter anderem in Berlin und München. Ende 2013 soll es bis zu 1.000 Ladepunkte geben. "Geplant ist eine Auswahl an Tarifen mit unterschiedlicher Grundgebühr, die für jeweils typisches Nutzerverhalten passen. Die Grundgebühr wird voraussichtlich zwischen 5 und 10 Euro liegen", so Knut Hechtfischer. Flatrates werde es allerdings nicht geben.

Die Lade-Pioniere sind überzeugt davon, dass ihre Idee die Kosten der Elektromobilität auch insgesamt senken würde. "Elektroautos verkaufen sich unter anderem deshalb so schlecht, weil sie so teuer sind. Was sie oft teuer macht, ist die Größe der vermeintlich benötigten Akkus. Diese Größe wird aber vergleichsweise irrelevant, wenn der Nutzer sowieso überall laden kann", glaubt Hechtfischer – dann reichen schließlich Akkus mit geringerer Kapazität im Alltag aus.

Das Ubitricity-Konzept würde die Zahl der Ladepunkte geradezu explodieren lassen, denn bislang gibt es nur einen Bruchteil davon. Der Energieversorger RWE zum Beispiel betreibt zurzeit knapp 1200 Ladepunkte ein Deutschland und 400 weitere im europäischen Ausland. Den Systemsteckdosen und der Verlagerung von Zähltechnik ins Auto kann RWE allerdings nichts abgewinnen: "Das Messsystem - im Auto oder im Kabel - muss für die Abrechnung im Sinne des Eichrechts geeicht werden und damit in der Lage sein, die Messdaten so aufzubereiten, dass sie eichrechtlich betrachtet verwendet werden können", sagt Eva Wagner von der RWE Effizienz GmbH.

RWE verweist stattdessen auf das Projekt Hubject. Damit wollen BMW, Bosch, Daimler sowie EnBW, RWE und Siemens eine Datenplattform aufbauen, um die verschiedenen Anbieter im Bereich der Ladeinfrastruktur zu vernetzen. Im Spätsommer soll der Testbetrieb der neuen Plattform beginnen. Die bereitgestellte Infrastruktur bleibt freilich teuer, eine Ladesäule kostet zwischen 3500 und 5000 Euro. Das Ubitricity-Konzept hätte also einen klaren Kostenvorteil, denn eine Systemsteckdose soll weniger als 100 Euro kosten.Ein Problem wäre allerdings auch mit drei Millionen Ladepunkten nicht gelöst: Nicht jede existierende Stromleitung eignet sich gleich gut für den Tankvorgang, der zudem viele Stunden dauern kann. "Da geht so viel Energie verloren, als würde man beim Tanken Benzin verschütten", sagt Christian Buric vom ADAC. Insgesamt muss man mit Ladeverlusten von mindestens 25 bis 30 Prozent rechnen.

Bei Ubitricity geht man davon aus, dass man die Ladeverluste je nach Qualität des benötigten Gleichrichters im Fahrzeug – er wandelt den Wechselstrom aus der Dose in Gleichstrom für die Batterien um - auf fünf Prozent oder weniger begrenzen könne. "Die Systemsteckdosen sind außerdem speziell zum Laden entwickelt worden und werden ohnehin neu installiert. Verluste entstehen deswegen an diesen Dosen nicht", sagt Knut Hechtfischer.

Press-Inform / pressinform

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.