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Saab: Nordwind in der Flaute

Saab, ehemals Szenemarke des gelebten Understatements, hat schwere Jahre hinter sich. In Deutschland ist man zur nach wie vor beliebten, aber kaum gekauften Exotenmarke verkommen. stern.de sprach mit Willi Fey, Geschäftsführer von Saab Deutschland über die Zukunft, neue Technologien und das betagte Topmodell Saab 9-5.

Saab hat in Deutschland im vergangenen Jahr gerade einmal 4.200 Fahrzeuge verkaufen können. Zu wenig für die Premiummarke im Hause General Motors. Was kann man mittelfristig von Saab erwarten?

Dieses Jahr ist für uns noch ein Übergangsjahr, aber auf der Detroit Motorshow haben wir mit der Studie des SUV Saab 9-4X bereits gezeigt, wohin die Reise bei uns gehen wird. In den nächsten Wochen bringen wir mit unserem neuen Allradsystem XWD als erster Hersteller auf dem Markt eine variable Drehmomentverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse, sowie zwischen den hinteren Antriebsrädern. So bringen wir die Kraft bestmöglich auf die Straße und können es beim Slalom sogar mit hoch motorisierten Sportwagen wie einem Porsche 911 aufnehmen.

Anders als andere viel beachtete Saab-Studien in den vergangenen Jahren sah der 9-4X überaus realitätsnah aus. Nachdem der große 9-7X als Derivat des Chevrolet Trailblazer nur in den USA auf dem Markt und das japanische US-Modell 9-2X der Vergangenheit ist angehört, wartet der europäische Markt auf einen Saab-SUV. Wann kommt das Serienmodell?

Der neue Saab 9-4X wird im kommenden Jahr vorgestellt. 2008 wird für uns noch ein weiteres Übergangsjahr, doch 2009 wird ein sehr wichtiges Jahr für Saab – insbesondere in Deutschland und Europa. Wir bringen nicht nur den SUV, sondern auch den Nachfolger des Saab 9-5. Doch hier haben wir auf die neue GM-Fahrzeug-Architektur für die Obere-Mittelklasse gewartet. Diese wird auch für den neuen Opel Insignia, der im Herbst dieses Jahres kommt, verwendet.

Können Sie einen Ausblick auf den neuen Saab 9-5 geben?

Der Wagen wird in seinen Dimensionen wachsen und sich auch deutlich größer und anders präsentieren als der Opel Insignia. Unser 9-5 sieht innen wie außen völlig anders aus, wird deutlich größer und bekommt stärkere Motoren als der Opel. Ein Badge-Engineering nur mit einem Saab-Logo wird es nicht geben. Wir setzen dabei nicht nur auf die umweltfreundlichen BioPower-Motoren, sondern insbesondere auf unsere neuen Turbodiesel, der Vierzylinder-Doppelturbo mit rund 180 PS. Zudem warten wir auf den derzeit in der Entwicklung befindlichen 2,9 Liter Commonrail-Diesel mit sechs Zylindern und 250 PS. Darüber hinaus sind auch weitere PS-Varianten denkbar. Der Allradantrieb entspricht weitgehend dem, wie wir ihn gerade im neuen 9-3 XWD vorstellen.

Was können wir neben 9-5 und 9-4X noch von Saab erwarten?

Man darf nicht vergessen - wir haben ja erst im letzten Sommer unser Volumenmodell Saab 9-3 überarbeitet. Insgesamt gab es Veränderungen an fast 2.000 Teilen und neue Motoren. Im kommenden Frühjahr planen wir eine weitere Crossvariante des 9-3, die die Kunden bereits auf den neuen 9-4X einstimmen soll. Auch die Architektur des 9-4X ist komplett neu. Er wird sich eine Plattform mit dem Cadiliac Provogue teilen, der ebenfalls auf der diesjährigen Detroit Motor Show vorgestellt wurde. Wir könnten uns zudem einen kleinen Saab im Kompaktsegment vorstellen. Eine Konzeptstudie hierzu wird man bereits auf dem Genfer Salon Anfang März sehen können.

Wie sehen die Absatzerwartungen für die nächsten Jahre aus?

In Deutschland sind wir mit den 4.200 verkauften Fahrzeugen natürlich nicht zufrieden. Doch in den letzten 25 Jahren lagen wir meist zwischen 3.000 und 8.000 Zulassungen. Das passt daher noch. Mittelfristig soll es jedoch deutlich mehr werden. Wir denken mit den neuen Modellen an 8.000 bis 10.000 Fahrzeuge pro Jahr in Deutschland. Weltweit hat Saab im letzten Jahr 125.000 Fahrzeuge verkaufen können. Wir planen zwischen 180.000 und 200.000 Fahrzeuge für die nächsten Jahre.

Interview: Stefan Grundhoff

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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