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Spritsparserie, Teil 2: Ab in die Kilometerdiät

Steigenden Benzinpreisen begegnet man am wirkungsvollsten, indem man weniger fährt. Also: Weg mit den überflüssigen Kilometern! Hier finden Sie Ideen, wie Sie auch ohne Auto ans Ziel kommen können.

Von Gernot Kramper

Weil es lange Zeit einfach und relativ günstig war, haben wir es uns angewöhnt, mit dem Wagen herumzufahren, ohne lange nachzudenken. Ergebnis des sorglosen Lebensstils sind unnötige und überflüssige Autokilometer. Im "weniger Fahren" steckt meist mehr Sparpotenzial als im "sparsam Fahren". Weniger Fahren rechnet sich besonders, weil nicht nur Benzin gespart wird, sondern auch die Kosten für Abnutzung geringer ausfallen. Zusätzlich kann man auf den reduzierten Strecken immer noch besonders verbrauchsarm fahren.

1. Führen Sie ein Fahrtenbuch

Es gibt Personen, die ihr Auto nur dann benutzen, wenn es notwendig ist. Auf die meisten Fahrer treffen aber Beispiele wie diese zu: "Ich bin schon von der Arbeit zu Hause angekommen und dann noch mal losgefahren, um einzukaufen."- "Die Kinder werden schon mal zur Schule/zu Freunden/zum Sport gefahren, auch wenn sie mit dem Rad oder der Bahn auch hinkommen würden." - "Brötchen- oder Zeitungsholen am Wochenende mache ich schon mal mit dem Auto."

Um Ihre Gewohnheiten zu studieren, sollten Sie zunächst nichts ändern, aber ein Fahrtenbuch über Zeit, Entfernung, Ziel und Reisegrund führen. Bei einem regelmäßigen Tagesablauf reichen 14 typische Tage – also nicht den Urlaub oder die Ferien. Bei einem unregelmäßigen Lebensstil ein Monat. Danach wissen Sie in etwa, wo Sie sich herumtreiben, und können optimieren und streichen.

2. Erledigen sie mehrere Aufgaben bei einer Fahrt

Wenn Sie verschiedene Vorhaben auf einer Tour erledigen können, sollten Sie nicht zwei oder dreimal fahren. Zeitlich flexible Aufgaben wie Einkaufen sollten konsequent mit einem Pflichttermin kombiniert werden. Erledigen Sie Ihre Besorgungen immer nach der Arbeit oder nachdem die Kinder im Hort abgegeben worden sind. Prüfen Sie, ob Sie nicht einzelne Fahrten zusammenlegen können. Wer viermal in der Woche in den Supermarkt fährt, gibt meistens mehr Geld aus als nötig - mit Sicherheit fährt er aber mehr als notwendig.

3. Überdenken Sie den Lebensstil

Nicht das Auto produziert die Fahrstrecken, sondern der Lebensstil. Viele Menschen fahren an einen angenehmen Ort, um zu joggen, spazieren zu gehen oder um den Hund auszuführen. Ähnlich sieht es mit Hobbys aus. Wer sich ein Pferd am Stadtrand leistet, hat nur die Kosten für Stall und Streu im Blick. Wie viele Pkw-Kilometer im Monat durch das Ross verursacht werden, machen sich die wenigsten klar.

4. Fahren Sie weniger Kurzstrecken

Es wird häufig geraten, Strecken unter fünf Kilometern Länge grundsätzlich nicht mit dem Auto zurückzulegen. Aber Vorsicht: Manche Umweltstatistiken zählen die einzelnen Fahrtabschnitte als eigene Fahrten, ebenso Hin- und Rückweg. Zehn Kilometer, um zum Supermarkt hin und zurück zu kommen, sind ein ganz schönes Stückchen. Zu Fuß benötigt man 2,5 Stunden. Für fünf Kilometer sind es immer noch über eine Stunde. Wer nicht beliebig viel Zeit hat, benötigt ein Hilfsmittel wie ein Fahrrad oder einem Motorroller. Dann ist der Zeitverlust minimal.

5. Fahren Sie billig und praktisch mit dem Rad

Ein Fahrrad ist eine unentbehrliche Mobilitätshilfe. Auf Strecken unter sieben Kilometern ist nichts schneller, nichts billiger. Ein Fahrrad "funktioniert" immer und überall, unabhängig vom Streckennetz und der Taktung des öffentlichen Nahverkehrs. Das Radfahren muss man nicht dogmatisch sehen. Bei gutem Wetter fährt man Rad, bei schlechtem Wetter eben nicht.

6. Benutzen Sie Moped, Roller oder Elektrorad

Wer nicht sportlich ist, längere Strecken zurücklegen muss und keine Bus- und Bahnverbindung nutzen kann, sollte sich nach einem Roller oder einem Moped umschauen. Attraktiv sind Modelle mit Stromantrieb. Eine Alternative wäre auch ein Fahrrad mit Elektromotor. Bei Zweirädern mit Elektromotor liegen die Betriebskosten fast bei Null. Selbst wenn man nur die Schönwettertage mit dem Roller zurücklegt, kann man massiv sparen. Sie sollten aber daran denken, dass Sparen nie von Luxus kommt. Wenn Sie ein funkelndes Edelmodell kaufen und dann damit nur am Wochenende zum Bäcker fahren, wird sich die Ausgabe nicht rechnen.

7. Steigen Sie in Bus oder Bahn

Gerade in Städten muss man den Arbeitsweg nicht zwingend mit dem Auto zurücklegen, meist kann man auch öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Machen Sie sich klar, warum Sie bislang Bus und Bahn gemieden haben. Weil es nicht möglich ist? Weil es sehr viel länger dauert? Oder sind Gewohnheit und Bequemlichkeit daran schuld sind? Unakzeptable Fahrzeiten lassen sich durch eine Kombination verschiedener Verkehrsmittel verkürzen. Stichwort: Park and Ride. Sie fahren mit einem individuellen Verkehrsmittel - ideal wäre das Rad – zum Bahnhof und steigen dort um. Überzeugte Automobilisten sollten dem öffentlichen Nahverkehr eine Gewöhnungsphase zubilligen. Lesestoff, Musik oder Hörbücher sorgen für Ablenkung.

8. Seien Sie flexibel

Wählen Sie für jeden Tag das passende Verkehrsmittel. Bei gutem Wetter nutzen Sie das Rad bei Regen die Bahn oder das Auto. An einem Tag, an dem Sie nur ins Büro fahren, nehmen Sie öffentliche Verkehrsmittel. Wenn es danach ins Kino geht, darf es der Wagen sein. So bleiben Sie flexibel und klönnen den Wagen meist stehen lassen. Nachteil: Einzelfahrkarten für den öffentliche Nahverkehr sind teuer. Die günstigeren Monats- und Jahreskarten lohnen sich für gelegentliche Fahrten nicht.

9. Bilden Sie Fahrgemeinschaften

Wo Nahverkehr und Fahrrad nicht weiterhelfen, kann eine Fahrgemeinschaft funktionieren. Für Pendler mit langen Fahrwegen ist dieses Modell besonders interessant. In Großbetrieben existieren meist schon Fahrgemeinschaften, hier ist es am leichtesten möglich, potenzielle Mitfahrer zu finden. Wer im eigenen Kleinbetrieb keine Interessenten findet, muss mehr Initiative entfalten. Aushänge in benachbarten Betrieben helfen weiter, mit etwas Glück gibt es schon eine einschlägige Webseite zum Thema.

Auch im privaten Bereich reduziert "gemeinsames Fahren" die individuellen Kilometer. Fahren Sie nicht allein zum Sport oder zum Elternabend, nehmen Sie jemand mit, beim nächsten Mal lassen Sie sich mitnehmen. Beim Thema "Kindertransport" lohnt es sich besonders, Mitfahrgelegenheiten zu organisieren. Denn dort wird häufig die vierfache Strecke gefahren (Kind hin zum Sportplatz, Eltern nach Haus, Eltern zum Sportplatz, Kind zurück nach Haus) entsprechend spart man Kilometer ein. Obendrein geht weniger Zeit verloren.

10. Nehmen Sie Reisende von Mitfahrzentralen an Bord

Mitfahrzentralen existieren nicht nur für Studenten. Wenn Sie regelmäßig längere Strecken zurücklegen, können Sie so einen Gutteil der Spritkosten einsparen. Um die Nerven zu schonen, sollte man die Sache nicht überreizen. Denken Sie daran, dass Passagiere Gepäck dabei haben. In einem Golf sind zwei Mitreisende genug, in einem großen Kombi können es auch drei zusätzliche Personen sein.

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Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.