HOME

US-Abwrackprämie: "Die Verbraucher haben ausgeshoppt"

Die Abwrackmilliarden der US-Regierung wurden in Rekordzeit aufgebraucht. Nach dem Kaufrausch fürchten Experten jetzt den Absturz-Kater.

Auf der Zielgeraden drückte die Autofahrer-Nation Nummer Eins noch einmal kräftig aufs Gas. Das Ende der Abwrackprämie nach deutschem Vorbild am Montag vor Augen, ließen die Amerikaner am Wochenende zwischen Maui und Manhattan noch einmal die Kassen der Autohändler klingeln. "In den 27 Jahren, die ich hier bin, habe ich den Verkaufsraum noch nie so voll gesehen", sagte Brian Benstock, Chef einer Honda-Filiale in New York, dem US-Sender CBS. Kein Zweifel: Die staatliche Geldspritze fürs komatöse Autogeschäft wirkte auch in den USA Wunder - zumindest auf den ersten Blick. Denn nicht wenige fürchten, dass dem Kaufrausch nun der Kater folgt.

Schätzungsweise 700 000 Wagen konnten durch "Cash for Clunkers" (Bares für Rostlauben) laut "New York Times" binnen nur fünf Wochen an den Käufer gebracht werden - allerdings vermuten Experten, dass 500 000 davon auch ohne die Prämie zwischen 3500 und 4500 Dollar (etwa 2440 bis 3140 Euro) gekauft worden wären. Viele Käufe seien durch das Programm lediglich vorgezogen worden - in den Statistiken der kommenden Jahre fehlen sie dann. "Das war ein netter kleiner Verkaufsschub", sagte Rebecca Lindland vom Wirtschaftsforschungs- Institut IHS Global Insight der Zeitung. "Aber es ist schwer vorstellbar, dass dies irgendeine dauerhafte Wirkung haben wird."

Toyota setzt sich im Rennen durch

Immerhin: Wer sich durch das Programm und weitere finanzielle Anreize der Hersteller zu einem Kauf locken ließ, griff meist zu spritsparenden Modellen, wie von der Regierung beabsichtigt. Besonders beliebt: Ford Focus, Honda Civic und der Toyota Prius. Dabei dürfte es schmerzhaft für die krisengeschüttelten US-Hersteller sein, nach vorläufigen Daten nur als zweiter ins Ziel gekommen zu sein: Den größten Anteil der Verkäufe heimste Toyota mit 19 Prozent ein, knapp gefolgt von General Motors mit 18 Prozent. "Die Lager der US-Hersteller waren nicht ausreichend mit spritsparenden Modellen bestückt", analysiert die Zeitung "The Detroit News".

Auch die US-Regierung war von der Reaktion der Amerikaner auf das Programm überrascht. Zunächst nur mit einer Milliarde Dollar ausgestattet, war das Geld schon nach wenigen Tage aufgebraucht. Rasend schnell legte der Kongress noch einmal zwei Milliarden drauf. Aber auch diese Mittel waren schneller weg als gedacht, weshalb Washington "Cash for Clunkers" Wochen früher als geplant einstellt. "Es gibt keine Chance, an zusätzliches Geld zu kommen, weil der Kongress in der Sommerpause ist", stellte Regierungssprecher Robert Gibbs klar. Verkehrsminister Ray LaHood nannte das Programm "die beste Wirtschaftsstory in Amerika", Präsident Barack Obama sprach von einem "Erfolg, der alle Erwartungen übertroffen hat".

"Die Verbraucher haben ausgeshoppt"

Die Händler indes klagen über einen Papierkrieg, der wiederum ihre Erwartungen übersteigt. Manche stellten von sich aus das Programm bereits am Wochenende oder Montagmorgen ein, um genug Zeit zu haben, die Erstattung der Prämien zu beantragen. Laut CBS überwies Washington nur in vier von zehn Fällen bereits Geld. "Wir haben 5,5 Millionen Dollar da draußen", sagte Tammy Darvish, Vize-Chefin der Händlerkette Darcars, dem Sender. "Sicher wird die Regierung über kurz oder lang ihr Versprechen einlösen. Aber nicht zu wissen wann, macht die Sache nicht eben behaglich", bemängelt sie.

Mit höchst gemischten Gefühlen blicken Amerikas Autohäuser nur gen Herbst und Winter, wenn die Verkäufe traditionell nachlassen und nun, durch den staatlich geförderten Ansturm im Sommer, wahrscheinlich noch einmal magerer ausfallen. Denn unterm Strich wird es von der Gesundheit der größten Volkswirtschaft der Welt und der Kauflaune ihrer Verbraucher abhängen, ob auch das Geschäft mit den Autos wieder ins Rollen kommt. "Ich sehe nicht viel Wachstum vor uns", meinte Nouriel Roubini, Wirtschaftsprofessor von der Universität New York und einer der wenigen frühen Warner vor der dramatischen Wirtschafts- und Finanzkrise unlängst in einem Fernsehinterview. "Die Verbraucher haben ausgeshoppt", lautet sein düsterer Befund.

Frank Brandmaier/DPA / DPA

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.