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US-Wahlkampf: Des Kandidaten neuer Karren

Auf alles wird geachtet im amerikanischen Präsidentschafts-Wahlkampf - auch auf die politisch korrekte Wahl des eigenen Autos. PS-Monster sind out, wer etwas auf sich hält, fährt Hybrid. Aber nur ganz Schlaue wie Hillary Clinton wissen, wie man gar nicht aneckt.

Von Helmut Werb

Nichts fürchten die Kandidaten für das Amt des US-Präsidenten so sehr, wie dem umworbenen Wahlvolk ideologisch auf die Zehen zu treten. Das gilt in der heutigen Zeit und im momentanen US-Wahlkampf auch für die bevorzugten Fortbewegungsmittel des Bewerbers, weshalb in den Lagern der Herren Obama und McCain die passende Autoauswahl ein wichtiges Politikum ist. Immerhin: das Land leidet, die Preise, besonders für Benzin, sind hoch – und es ist halt Wahljahr in Amerika, weshalb der gute Mann, der im November zum "Potus" gewählt werden will (zum "President of the United States"), gut daran tut, sein Fähnlein auch im automobilen Eigenbedarf nach dem energiepolitisch korrekten Wind zu richten. Soll sich also der Kandidat vor der Wählerschaft ein forsch-dynamisches Image geben und mit was Sportlichem vorfahren (vielleicht eher was für längst vergangene Zeiten), oder doch besser das eigene umweltpolitisches Bewusstsein beweisen, indem man sich in einen Kleinstwagen quetscht, möglichst einen, der mit allem möglichen, nur nicht mit Benzin angetrieben ist, und somit Benzinpreis-affine Solidarität beweist?

Würden Sie einen SUV mit einem Verbrauch von über 20 Litern Super fahren, wenn Sie es sich leisten können?

Vor allem aber muss es ein amerikanisches Auto sein, politisches Hickhack mit Detroit hin oder her, denn die "mudslinger" und "muckraker" des jeweiligen Gegenkandidaten, die Spezialisten fürs Grobe also, warten nur auf die Gelegenheit, dem politischen Gegner fehlenden Patriotismus vorzuwerfen.

Der amerikanische Car-Blog Ridelust.com behauptete kürzlich, dass Barack Obama bis vor kurzem privat einen Chrysler 300C fuhr, lobte den Kandidaten für die Wahl eines uramerikanischen V8s. Ein wenig unbedarft, da der "uramerikanische" Chrysler auf der alten Plattform der Mercedes E-Klasse daher kommt. Kurz darauf stellt er erschreckt fest, dass Obama, nach einer feurigen Rede gegen das phlegmatische Denken und Planen von Detroits Autobauern prompt die Automarke wechselte und sich gleich danach einen Ford Escape Hybrid zulegte. Eine Fahrzeugwahl, wie der stark Oktan-lastige Blogger süffisant feststellte, die auch Umwelt-Meister Al Gore und der kürzlich über eine Sexaffäre gestrauchelte John Edwards teilen. Das sei, so hieß es auf Ridelust weiter, durchaus gut fürs Image, denn ein amerikanischer SUV profiliere den Fahrer trotz Hybrid-Antrieb als starke Persönlichkeit. Einem Ford Escape Hybrid-Piloten könne man so Ridelust zutrauen, dass er in Irak nicht feige die Segel streiche.

Ebenfalls vollkommen artgerecht bewegt sich der konservative Gegner John McCain vorwärts. Der "schrumpelige alte Mann", wie ihn Paris Hilton in ihrem Video betitelte, fährt standesgemäß einen Cadillac CTS, allerdings nicht in der richtig heißen "V"-Ausführung, sehr zum Bedauern des bloggenden McCain-Fans, ein Vergnügen, das dem Republikaner McCain wahrscheinlich die eigene Parteiführung verboten hatte – die atemberaubende Beschleunigungswerte der Cadillacs in V-Ausführung könnte zuviel sein für das Herz des 72jährigen.

Lobende Worte auch für den unterlegenen republikanischen Kandidaten Ron Paul – der Abgeordnete aus Texas fährt (ebenfalls standesgemäß) einen Buick in Washington und einen Lincoln und einen Ford-Pickup zuhause. Außerdem habe er eine alte 70er Chevette in der Scheune stehen, "aus sentimentalen Gründen" wie Ron Paul sagt. Andere Gründe gab es eh nie für eine Chevette. Einen Wagen, den man ohne Übertreibung als "most unsexiest car" aller Zeiten bezeichnen kann.

Eine ganz Schlaue wie Senatorin Hilary Clinton hingegen fährt laut einer Mitarbeiterin meistens Hertz oder Enterprise. Raffiniert, wer keinen eigenen Wagen benutzt, kann auch nichts falschen machen.

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.