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Fahrrad Warentest prüft Kinderanhänger – hohe Preise und viele Versager

Mit einem Anhänger kann man die Kleinen sogar mit auf eine Tour nehmen.
Mit einem Anhänger kann man die Kleinen sogar mit auf eine Tour nehmen.
© Getty Images
Zwölf Anhänger für Kinder hat die Stiftung Warentest geprüft. Trotz hoher Preise erreichten nur drei Radanhänger die Note "Gut" – acht dagegen fuhren ein "Ausreichend" oder "Mangelhaft" ein. Von ihnen sollte man die Finger lassen.

Kinderanhänger fürs Fahrrad sind eine gute Alternative zum Eltern-Taxi mit dem Pkw. Mit dem Rad sind die Eltern im Wohnumfeld gut unterwegs, die Reichweite ist deutlich größer als zu Fuß. Die Anhänger lassen sich an die meisten herkömmlichen Räder anschließen und dank einer Kupplung auch leicht wieder abkoppeln. Das Rad kann daher auch solo weiter benutzt werden.

Ein Problem der Anhänger: Sie sind relativ teuer. Bis auf wenige Ausnahmen starten die Preise bei etwa 700 Euro. Die Investition will also gut überlegt sein, zumal auch Modelle für 900 Euro bei Stiftung Warentest ein "Mangelhaft" eingefahren haben.

Vier Problemzonen

Der Test hat gleich vier kritische Zonen. Das eine sind Schadstoffe. In einem Anhänger sind die Kinder relativ lange Zeit komplett von dem Material des Modells umgeben, Schadstoffe haben da nichts zu suchen. Hinzu kommt das Crashverhalten, ein Modell mit reißenden Befestigungsgurten wurde bereits aus dem Handel genommen. Und viele Modelle schützen und stützen den empfindlichen Kinderrücken nicht genug – auch das ist ein K.O.-Kriterium.

Nur drei mal eine gute Note

Die Warentester beurteilten zudem nicht allein den Betrieb als Anhänger, sondern auch den Einsatz als Buggy - die getesteten Modelle lassen sich allesamt schieben.

Die Note "Gut" erreichten schließlich nur drei Modelle – zwei davon von Thule. Sie nennen die Warentester schlicht die "Besten". Der Chariot Cross von Thule überzeugte die Tester als Ein- und Zweisitzer in fast allen Disziplinen. Bei den Fahreigenschaften ist der leichte Einsitzer erwartungsgemäß besser als der Cross 2 für zwei Passagiere. Beide Modelle meisterten die Sicherheitsprüfungen am besten. Die Preise: Der Cross 1 kostet 815 Euro und der Cross 2 900 Euro. Auch der Hamax Outback überzeugte beim Fahr- und Bremsverhalten. Selbst Fünfjährige haben darin noch Platz. Der Outback kostet 900 Euro und erwies sich im Test als robust – im Buggy- und im Anhänger-Modus. Der Leggero Vento R Sail Family für 700 Euro kommt nur auf die Note Befriedigend. Schwächen leistete er sich nur im Buggy-Modus, als Anhänger ist er ebenfalls zu empfehlen.

Beim Fahren nicht ganz einfach

Wer seine Kinder im Anhänger transportieren will, muss sich auf Anstrengungen gefasst machen. Mit zwei Kindern an Bord hat man bis zu 60 Kilogramm am Haken. Das ist beim Anfahren und am Hang deutlich zu spüren. Elektroräder wurden von der Zeitschrift nicht erwähnt, aber ein E-Rad macht den Hängerbetrieb deutlich komfortabler – vor allem dann, wenn Steigungen zu bewältigen sind.

Eltern sollte bewusst sein, dass die Hänger keine eigene Bremse besitzen. Sie werden vom Rad mit runtergebremst. Entscheidend ist also, dass das Fahrrad über gute Bremsen verfügt. Es sollten schon hydraulische Scheibenbremsen sein. Ebenso wichtig ist, dass die Reifen die Bremsenergie auch auf die Straße bringen können und das Rad vom Typ eher auf Beherrschung und nicht Bequemlichkeit ausgelegt ist. Aber selbst dann, wenn alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen sind, ist eine Notbremsung mit einem 60 Kilogramm schweren Anhänger bei Gefälle ein riskantes Manöver.

Hoher Preise für gebrauchte Hänger

Deutlich billiger als die teuren Anhänger sind übrigens Kindersitze fürs Fahrrad, die die Stiftung Warentest 2018 geprüft hat. Hier bekommt man schon für 56 Euro einen guten Sitz. Kindersitze haben allerdings zwei Nachteile: In einem Anhänger kann man zwei Kinder mit etwas "Zubehör" unterbringen, mit einem Sitz lässt sich nur ein Kind transportieren. Außerdem lässt sich die menschliche Fracht sehr viel einfacher und sicherer in einem Anhänger unterbringen als auf einem Kindersitz, während das Rad auf dem Ständer steht.

Kleiner Trost bei den Preisen: Gute Anhänger sind auch gebraucht sehr teuer. Trennt man sich nach ein paar Jahren wieder von ihnen, kann man bei Ebay und Co erstaunlich hohe Preise erzielen.

Den kompletten Test können Sie hier gegen eine Gebühr einsehen

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