HOME

Toyota-Unfallserie: US-Verkehrsbehörde will "Blackbox"-Pflicht

Notwendig für die Verkehrssicherheit oder der nächste Schritt zur totalen Überwachung? Nach den Bremsproblemen bei Toyota-Fahrzeugen erwägt die US-Verkehrssicherheitsbehörde, eine "Blackbox" für Pkw vorzuschreiben.

Derzeit vergeht kaum ein Tag ohne Toyota-Unfallmeldung aus den USA. Nach den Bremsproblemen bei den Fahrzeugen des japanischen Herstellers wird nun darüber diskutiert, den Einbau von Fahrdatenspeichern in Neuwagen vorzuschreiben. Die Geräte sollten unter anderem Geschwindigkeit und Bremsversuche erfassen, sagte der Chef der Verkehrssicherheitsbehörde, David Strickland bei einer Anhörung vor einem Kongressausschuss. Zudem werde in Betracht gezogen, bestimmte Bremstechnologien für Neuwagen vorzuschreiben. Damit soll sichergestellt werden, dass der Motor in den Leerlauf schaltet, wenn die Bremsen betätigt werden.

Zuvor hatte es die nächste Unfallmeldung mit einem Toyota gegeben: In einem Vorort von New York hat eine Frau die Kontrolle über ihren Prius verloren, ist über eine Straße geschossen und vor einer Mauer geendet. Die 56-Jährige sagte, das Auto habe von selbst beschleunigt. Sie kam bei dem Unfall am Dienstag mit leichten Verletzungen davon. Es ist der zweite Prius binnen kürzester Zeit, der in den USA für öffentliche Aufmerksamkeit sorgt. Erst am Sonntag war eines der Hybridautos unkontrolliert über eine Schnellstraße gerast. Der Fahrer sagte, sein Gaspedal habe sich verklemmt.

Verkehrsbehörde unter Druck

Drei von vier Autos, die Toyota weltweit zurückruft, rollen in den USA, die der mit Abstand wichtigste Auslandsmarkt für den japanischen Hersteller sind. Zur Zeit werden die gemeldeten Unfälle von Stricklands Verkehrssicherheitsbehörde untersucht. Der politische Druck auf die Behörde ist groß: In der Vergangenheit war ihr vorgeworfen worden, zu lasch mit Toyota umgegangen zu sein. Bereits vor Jahren hatten sich die Beschwerden von Fahrern gehäuft, der große Rückruf mit inzwischen 8,5 Millionen Autos begann indes erst Ende vergangenen Jahres und setzte sich Anfang dieses Jahres fort.

Der Prius der Modelljahre 2004 bis 2009 gehört zu den Fahrzeugen, die Toyota wegen rutschender Fußmatten zurückgerufen hat, der neuere Prius des Modelljahrs 2010 muss wegen Fehlern im Bremssystem in die Werkstätten. Die diversen Fehler betreffen aber insgesamt ein Dutzend Modelle. Für die meiste Aufmerksamkeit hatten die Gaspedale gesorgt, die von sich aus klemmen. Hier bietet Toyota seit einigen Wochen Abhilfe an. Mehr als eine Millionen Autos sind bereits repariert. US-Politiker hegen jedoch Zweifel daran, dass der Fehler damit beseitigt ist. Sie vermuten die wahren Gründe für das ungewollte Beschleunigen in der Elektronik. Toyota hat dies wiederholt zurückgewiesen.

Pkw-"Blackbox" auch in Europa?

Wie in den USA wird auch in Europa über den verpflichtenden Einbau einer Blackbox in Pkw diskutiert. Im vergangenen Jahr kam ein EU-Bericht (VERONICA II - Vehicle Event Recording based on Intelligent Crash Assessment) zu der Empfehlung, einen "Event Data Recorder" europaweit verpflichtend einzuführen. Dieses Gerät solle mit der Datenaufzeichnung beginnen, wenn etwa eine Vollbremsung auf einen Unfall hindeutet. In diesem Fall sollen unter anderem die Geschwindigkeit vor dem Unfall, die Urzeit und die Aktionen des Fahrers (Lenkung, Gaspedal) aufgezeichnet werden. Eine Zustimmung des Fahrers zur Auslesung der Daten sieht der Bericht nicht vor.

In Deutschland werden derartige Unfalldatenspeicher derzeit nur auf freiwilliger Basis in Pkw und Lkw eingebaut, um Daten wie Geschwindigkeit, Beschleunigung sowie Beleuchtungs-, Blinker- und Bremstätigkeit aufzuzeichnen. Vor allem Polizei-, Feuerwehr- und Krankenwagen werden mit der Technik ausgestattet. In Privatwagen kommt diese aufgrund der Mehrkosten nur selten zum Einsatz, auch Datenschützer melden hinsichtlich der zahlreichen gesammelten Informationen Bedenken an.

Reuters/be / Reuters

Wissenscommunity

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.