VERKEHR Seitenstreifen als Stau-Ventil


Der schnelle Schwenk auf den Seitenstreifen wird legal. Speziell ausgeschilderte Standstreifen werden zeitweise für den fließenden Verkehr freigegeben.

Der schnelle Schwenk auf den Seitenstreifen. Die meisten Autofahrer wären schon einmal zu gerne auf den freien Fahrbahnrand ausgewichen, um einem zähen Stau zu entgehen. Bisher verbietet die Straßenverkehrsordnung eine Nutzung des Seitenstreifens, Verstöße sind teuer: Mindestens 250 Mark und vier Punkte in

Flensburg werden fällig, wird man auf dem Standstreifen erwischt.

Stau-Not lindern

Ab dem kommenden Jahr wird manches anders. So werden speziell ausgeschilderte Standstreifen zeitweise für den fließenden Verkehr frei gegeben. Damit sollen Stau-Schwerpunkte entschärft werden. Der längst fällige Ausbau der überlasteten Autobahnen wird dadurch zwar nicht überflüssig, die akute Stau-Not aber gelindert.

Voraussetzungen

Der Allgemeine Deutsche Automobil Club (ADAC)weist jedoch darauf hin, dass erst die nötigen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um Seitenstreifen als zusätzliche Fahrbahn nutzen zu können. Heikel ist dabei vor allem die jeweilige Verkehrsführung vor und nach Anschluss-Stellen. Auch muss der jahrelang geschonte Standstreifen die plötzliche Belastung, vor allem durch den Schwerverkehr, verkraften. Nothaltebuchten müssen angelegt und die Markierungen entsprechend geändert werden. Ebenso muss die Spur mit Videokameras überwacht werden, um Pannenfahrzeuge oder Hindernisse rechtzeitig zu bemerken und um die Freigabe dann rückgängig machen zu können. Auch ein Tempolimit von maximal 100 km/h empfiehlt der ADAC.

Staus entschärfen

»Man kann mit Hilfe dieser Mitbenutzung Stau-Schwerpunkte entschärfen. Voraussetzung ist natürlich, dass der Verkehr, den man jetzt über diesen Standstreifen führt, irgendwo die Autobahn verlässt. Nur dann hilft dieses System«, erläutert ADAC-Experte Eckart Dyckerhoff.


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