"Harvest Moon: Magical Melody" Bauer sucht Frau


Farming-Fieber oder Bauern-Fänger? "Harvest Moon: Magical Melody" ist die aufgewärmte Wii-Version eines alten GameCube-Titels, der hierzulande nie erschien.

Die Bauernhofsimulation hat durchaus Tradition: Auf nahezu jeder Konsole ließ Nintendo bislang geneigte Spieler die Felder bestellen und Frauenherzen erobern. Nun also dürfen auch Wii-Besitzer kräftig ackern, um am Ende nicht nur die schönste Farm im Vergissmeinnicht-Tal zu haben und den grimmigen Konkurrenten Jamie in die Schranken zu weisen, sondern auch um eine zu Stein erstarrte Erntegöttin mithilfe eingesammelter Musiknoten zurück ins Leben zu holen und bei alldem bloß nicht die Übersicht zu verlieren.

Letzteres fällt besonders schwer, da der Terminkalender des niedlichen Anime-Helden im späteren Spielverlauf prall gefüllt ist und er trotz vereinfachter Abläufe nur über eine arg begrenzte Ausdauer verfügt. Wer es mit der Feldarbeit übertreibt, klappt irgendwann zusammen und landet in der Dorfklinik. Eine deftige Mahlzeit - am besten in der umgebauten Küche zubereitet - wirkt dem Burnout jedoch zuverlässig entgegen.

Von dem waren die Entwickler allerdings meilenweit entfernt. "Harvest Moon: Magical Melody" ist im Grunde die aufgewärmte Wii-Version eines alten GameCube-Titels, der hierzulande nie erschienen ist. Ein Bauernfänger also? Nicht unbedingt. Denn trotz der völlig unspektakulären Grafik, des Minimal-Sounds und der mangelnden Sprachausgabe packt einen irgendwann das Farming-Fieber.

So kindlich die Aufmachung auch sein mag, so komplex sind mitunter die Zusammenhänge. Boden- und Wetterverhältnisse wollen ebenso berücksichtigt werden wie die Jahreszeiten und die frühzeitige Erweiterung der eigenen Farm. Und dann gilt noch das Bio-Hof-Prinzip: Je glücklicher die gezüchteten Kühe und Hühner sind, desto produktiver sind sie. Streicheleinheiten, nette Konversation ("Du bist ein schönes Huhn") und sogenannte Wundertränke sind letztlich echtes Gold wert.

Harvest Moon: Magical Melody

Hersteller/Vertrieb

Rising Star Games/Nintendo

Genre

Management

Plattform

Wii

Preis

ca. 40 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Anderseits: Diese herrlich harmlose Idee muss auf fruchtbaren Boden fallen, um aufzugehen. Manch einer soll auch schon bei "Harvest Moon" eingeschlafen sein ...

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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