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"MySims": Winke Winke!

Häusle-Baue im MySpace-Zeitalter: "MySims" ist ein quietschbunter, flacher und chilliger Ableger von EAs erfolgreicher Sozial-Simulation "Die Sims".

"MySims" wirkt wie ein knuffiges Paralleluniversum der bekannten "Sims"-Spiele. Während Electronic Arts bis dato versuchte, das echte Leben so nah wie möglich zu simulieren, ist das neu erschienene Wii- und DS-Game eine verniedlichte, qietschbunte Zeichentrickversion, in der dauergrinsende, kulleräugige Zwitter aus Playmobil- und Manga-Figuren durch eine heile Comic-Welt hüpfen und Teletubbies-artig winken - bis zum Abwinken.

Zu Beginn schon darf der Spieler als Stadtgründer tätig werden und dem zukünftigen virtuellen Wohnort einen Namen geben. In einer kleinen Einführung erzählt die Bürgermeisterin von der glorreichen Geschichte dieser Stadt - allerdings in einer fiktiven Brabbelsprache. "Achaua wududidip ella ora" ist weder lateinisch noch japanisch, es kann einem höchstens spanisch vorkommen. Früher, so erfährt man, war die Stadt voller Leben, bevölkert von fröhlichen Sims aller Couleur. Bergab ging es, als der Baumeister, der mit Hilfe von Essenzen Bauwerke erstehen lassen konnte, auf mysteriöse Weise verschwand. Bald zogen viele Sims weg und der Ort droht nun, zur Geisterstadt zu verkommen.

Hier kommt der Protagonist ins Spiel: Auch er kann mit den sagenumwobenen Essenzen umgehen. Die Hoffnung der Bürgermeisterin: Er möge der Stadt erneut zu Glanz verhelfen. Vorher allerdings gilt es, den eigenen Sim nach Gusto zu gestalten. Hautfarbe, Gesichtsmerkmale, Brille und anderes lassen sich auswählen. Sogar die Stimmlage kann individualisiert werden. Allerdings spricht auch das eigene Alter Ego nur Kauderwelsch aus dem Gaga-Land.

Beim Vorstellungstermin bei der Bürgermeisterin will diese erst einmal den Einwohnermeldeschein sehen - so viel Ordnung muss sein. Das war dann aber auch die einzige Hommage an die harte Realität, denn von nun an erlebt der Spieler die Welt wieder durch die rosa Brille der Cyberspaß-Gesellschaft. Als Erstes darf sich der Spieler als Bauherr versuchen und sein eigenes, zweistöckiges Haus bauen. Mit Nunchuck in der linken und Wii-Fernbedienung in der rechten Hand geschieht dies, wie man sich eine Architekten-Software der nahen Zukunft vorstellt. Als Dirigent der beiden Controller kann der Spieler Mauern hochziehen, Fenster einsetzen, Schornsteine aufs Dach setzen oder Heinzelmännchen aufstellen wie ein manischer Designer im Legoland. Nicht die Tür vergessen, mahnt das Programm - ein toller Tipp!

Auch bei anderen Aktionen kommt die spezielle Steuerung der Wii zum Einsatz. Beispielsweise kann man mit der virtuellen Hand Bäume greifen und die Fernbedienung schütteln, um Äpfel zu Fall zu bringen. Stehen mehrere Interaktionen zur Wahl, lässt sich mit der Wiimote eine auswählen. Überall in der Stadt liegen Essenzen, mit denen man die Sims-Stadt wieder aufbauen kann. Außerdem lohnt es sich, die anderen Bewohner näher kennenzulernen und ihnen auszuhelfen, wenn Not am Sim ist. Je besser die Infrastruktur wird, desto mehr Sims zieht es in die aufblühende Stadt.

MySims

Hersteller/Vertrieb

EA/EA

Genre

Sonstiges / Besonderes

Plattform

Nintendo DS, Wii

Preis

ca. 50 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Fans von "Animal Crossing" werden den Titel dank des hohen Kuschelfaktors lieben. Wer sich eine Adaption der Erwachsenenversion von EAs Sozial-Simulation erhofft, bekommt von den süßen Sims eher Sodbrennen.

Michael Eichhammer/Teleschau / TELESCHAU
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