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"Sven kommt!": Das poppende Schaf ist zurück

Einmal gepoppt, nie mehr gestoppt: Das schwarze Schaf Sven ist wieder da. In seinem neuen Spiel macht Sven Liebesurlaub fernab seiner bekannten Koppel.

Die Phenomedia-Leute haben eine rabenschwarze Seele. Seit vielen Jahren drücken sie den eigentlich pazifistischen PC-Anwendern bereits die virtuelle Flinte in die Hand, damit sie völlig harm- und wehrlose Moorhühner vom Bildschirmhimmel ballern. So mancher eigentlich völlig friedfertige Bürolangweiler hat dabei überhaupt erst seinen Killerinstinkt entdeckt - und kann nun ohne Moorhuhn-Ballerei überhaupt nicht mehr existieren.

Aber es kommt ja noch viel schlimmer: Die Entwickler von Phenomedia haben auch eine anrüchige Seite. Manchmal denken sie an Sex und an Erotik - und programmieren dann im stillen Kämmerlein ein neues Sven-Spiel. Diese im Jahresturnus veröffentlichten Spiele erzählen von den sexuellen Eskapaden des schwarzen Schafs Sven, der alle weißen Schäfchen einer Herde beglücken möchte, bis sie vor Liebesglück einfach zerplatzen. In den bereits veröffentlichten vier Spielen um Sven wurde der Anwender immer wieder dazu gezwungen, selbst aktiv beim frivolen Treiben mitzumischen. Er musste den Bock mit den Richtungstasten auf die Schafe zwingen, um von dieser Position aus mit der im Stakkato betätigen Leertaste die Hüfte kreisen zu lassen.

Sven kommt! - zum Spiel

System

ab Windows 98

Anbieter

Phenomedia

Web

Sven kommt!

Preis

10 Euro

Erweitertes Spielkonzept

Das altbewährte Konzept der Schafspopperei geriet in den letzten vier Spielen allerdings zur bekannten Routine. Und so sinnierten die Fans bereits darüber nach, ob es den Phenomedia-Entwicklern wohl noch ein fünftes Mal gelingen würde, die Sven-Manie neu anzustacheln. Die Herrscher des ewig lüsternen Schafbocks nahmen die Herausforderung kalt lächelnd an. Das neue Spiel "Sven kommt!" präsentiert sich deswegen in völlig neuer Optik. Herausgekommen ist nämlich das allererste Jump&Run-Spiel des Hauses. Da machen luftige Schafsprünge doch endlich einmal Sinn.

"Sven kommt" bietet eine bonbonbunte 3D-Grafik, wenn es darum geht, das Schafs-Urlaubsparadies Happyland unsicher zu machen. Vor einem blauen Himmel hängen mit grünem Gras bewachsene Plattformen frei schwebend in der Luft. Mit den Richtungstasten läuft Sven durch das Gelände, springt aber auch gerne einmal bockig in die Luft. Erreicht das Schaf dabei den Bildschirmrand, so scrollt der Sichtbereich sofort butterweich in die entsprechende Richtung.

Das bedeutet, dass die einzelnen Levels im Jump&Run-Spektakel ziemlich groß sind und sich Teile der Szenerie gar nicht einsehen lassen, bevor sich Sven nicht hüpfend zu ihnen vorgearbeitet hat. Es nützt allerdings gar nichts, wenn sich Sven sofort hopsend auf den Weg macht, um nach dem Levelausgang zu suchen. Der aktuelle Level gilt nämlich erst dann als geknackt, wenn Sven eine vorgegebene Mindestanzahl an Punkten erwirtschaftet hat. Eine Balkengrafik am oberen Bildschirmrand zeigt passend dazu auf, wie weit Sven im aktuellen Parcours bereits gekommen ist.

Goldmünzen und holde Schafsdamen

Es gibt für Sven viele Möglichkeiten, um im Spiel zu punkten. So kann er hüpfend zahlreiche Bonbons einsammeln, die frei in der Luft schweben und die er mit einem gewagten Sprung seiner dünnen Beinchen ganz einfach erreichen kann. Ab und zu stößt Sven auch auf eine Holzkiste, die sich mit einem gezielten Tritt zerlegen lässt. Da purzeln viele Goldmünzen heraus, die sich ebenfalls einsammeln lassen und die weitere Punkte spendieren.

Natürlich gibt es auch im neuen Spiel auch noch die holden Schafsdamen. Sie sind auf vielen Plattformen zu finden. Sie alle sehen zwar nicht aus wie Schäfinnen, die besonders leicht zu haben sind. Trotzdem verdrießt es sie ungemein, wenn sich Sven nicht ganz schnell um sie kümmert. Dann verwandelt sich das Stimmungsbarometer über ihren Köpfen ziemlich fix von einer strahlenden Sonne zu einer düsteren Gewitterwolke. Je stürmischer das Gemüt der Paarhufer ausfällt, umso mehr muss sich Sven anstrengen, um sie wieder in Stimmung zu bringen.

Denn steht er erst einmal direkt neben seiner neuesten Flamme, so reicht ein Druck auf die Leertaste aus, um eine wüste Liebesorgie auf dem Bildschirm zu entfachen. Dabei muss Sven so lange durchhalten, bis seine Liebsten vor Glück zerplatzen.

Das ist gar nicht so einfach. Denn wo Schafe sind, da sind auch Schäferhunde. Jede Berührung mit den bissigen Gesellen endet sofort tödlich - und Sven verliert eins seiner drei Leben. Da ist es auf jeden Fall angeraten, das Vorspiel ausfallen zu lassen und gleich einen schnellen Quickie zu landen. Leider funktioniert das mit einem ganz bestimmten Schaf nicht. Frigida braucht deutlich länger, um auf "Gleich-platz-ich-Niveau zu gelangen. Das ist an dem dampfenden Teekessel über ihrem Kopf leicht zu erkennen.

Sven - Spring und Renn

Über diese bewährten Elemente hinaus gibt es allerdings wenige Gemeinsamkeiten mit den alten Sven-Spielen. Dafür lässt sich viel Neues entdecken. Trampoline helfen Sven etwa dabei, noch höher zu springen, als dies normalerweise möglich wäre. Allerdings ist zu viel Höhe auch nicht gerade gut. Klatscht Sven nach einem zu mutigen Sprung auf eine Plattform, so ist er sofort futsch. Auch der Sprung ins Wasser wird in "Sven kommt" mit dem Tod bestraft - in den alten Spielen war das stets der große Lebensretter.

Schafft es der Spieler, vor dem Ablauf der vorgegebenen Zeit alle benötigten Punkte zu machen und lebend den Ausgang zu erreichen, so wird er gleich in den nächsten Level gebeamt. 30 dieser Spielzonen gibt es in der Vollversion, zwei - ein leichter und ein schwieriger - stehen auch schon in der spielbaren Demo zur Verfügung, die sich aus dem Internet herunterladen lässt. Die Vollversion wird wie immer von ak tronic in den Handel gebracht.

Carsten Scheibe
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