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"Wetten dass": Mit der Fernbedienung zum Wettkönig

Seit Jahrzehnten ist "Wetten dass" eine der erfolgreichsten Fernsehshows in Deutschland. Nun versucht ein Computerspiel, an den Erfolg anzuknüpfen. Doch der Unterhaltungswert bleibt deutlich hinter dem der Sendung zurück.

Wenn Thomas Gottschalk am Samstag wieder Prominente wie Maria Furtwängler, Peter Maffay und Take That bei "Wetten dass" begrüßt, dann rücken die Wetten wie so häufig in den Hintergrund. Das DVD-Spiel zur Show will das ändern und lässt die Fans der Sendung mit Hilfe der Fernbedienung um den Titel des Wettkönigs ringen. Der Anspruch des Videospiels auf "Familien- und Partyunterhaltung" wird aber nur ansatzweise erfüllt.

Einzeln oder im Team müssen die Spieler ihr Können zunächst in kleinen Wettspielen beweisen und gegeneinander antreten. So soll der Kandidat Länder anhand ihres Umrisses erkennen, rückwärts gesprochene Wörter erraten oder aus vorgegebenen Buchstaben möglichst viele Wörter bilden. Am interessantesten ist die Baggerwette, bei der mit Hilfe des Greifers eines Baggers ein Dart-Pfeil ins Ziel geworfen werden muss. Die neun Minigames bieten allerdings zu wenig Spannung und wiederholen sich zudem schon nach kurzer Zeit.

Wer richtig tippt wird Wettkönig

Wer in den Spielrunden am besten abschneidet, wird zum Wettpaten und darf auf eine Wette aus der Fernsehshow tippen. Dann taucht auch endlich Moderator Thomas Gottschalk das erste Mal auf, der die Wette erläutert. Der Spieler muss raten, ob der Wettkandidat gewinnt oder verliert. Wer richtig liegt, gewinnt Wettkönigpunkte und ist auf dem Weg zum Sieg einen Schritt weiter gekommen. Die Spieler können sich die Wetten in voller Länge anschauen oder per Knopfdruck einfach überspringen und gleich zum Ergebnis weitergehen. Am Ende gewinnt derjenige Spieler, der am Ende die meisten Wettkönigpunkte auf seinem Konto verbuchen kann.

Das Spiel lässt sich sowohl am Fernsehbildschirm mit angeschlossenem DVD-Player als auch auf dem PC erleben. Dabei schnitt der PC im Test deutlich besser ab. Der DVD-Player nahm die Eingabe oft mit Verzögerung an, was bei der Baggerwette über Sieg oder Niederlage entscheiden kann. Insgesamt aber bietet das DVD-Spiel einfach zu wenig Variationen, um auch nur für die Dauer einer Sendung interessant zu sein. Aber den Zuschauern bleibt ja noch das Original am Samstagabend.

Nina Gödeker/AP / AP