"Wii Fit" "Bitte stelle dich auf mich!"


Mit "Sonnengruß" und "Herabschauender Hund" auf Kundenfang: Das interaktive Trainingsprogramm "Wii Fit" richtet sich - trotz der mitgelieferten Waage - überdeutlich an die weibliche Zielgruppe. Die dürfen zusammen mit Schweinchen Fit nun gegen den inneren Schweinehund spielerisch vorgehen.

"Von nun an bin ich dein Fitness-Freund", stellt sich das sprechende Plastikbrett in der Einführung vor. Und verspricht: "Ich liege dir zu Füßen." Für den ersten Fitness-Check werden Größe, Alter und Geburtstag eingegeben. Der Köpertest misst Schwerpunkt, Body Mass Index und erste, (grob)motorische Fähigkeiten. Dann geht es ans Eingemachte. "Bitte stelle dich auf mich", säuselt der rechteckige Plastik-Fitnesstrainer devot. Wie beim "Gehirnjogging" wird nun das "Wii Fit"-Alter errechnet. Dieses ist, der Abschreckung und Motivation wegen, deutlich höher als das reale.

Unter der Anleitung eines wahlweise männlichen oder weiblichen Personal Trainers hat der User die Wahl zwischen über 40 Yoga-, Aerobic-, Balance- und Muskelaufbauübungen. Man braucht, so unsere offenbar psychologisch geschulte Waage, ein Ziel, um am Ball (beziehungsweise Brett) zu bleiben. Das Programm macht Vorschläge, man kann sich allerdings auch ein eigenes Ziel setzen - beispielsweise die allgemeine Fitness stärken oder innerhalb einer bestimmten Zeit einen konkreten BMI-Wert erreichen. Sprich: Abnehmen!

Die Präzision des sportmedizinischen Feedbacks nach absolvierten Trainingseinheiten sorgt für die ersten Wow-Effekte: Diverse Sensoren in der High-Tech-Waage analysieren die Bewegungen des Spielers überraschend genau. "Du wackelst leicht mit dem linken Fuß" ist da zu hören. Oder - etwas unverschämter: "Neigst du dazu, oft zu stolpern?" Diese Beobachtungen und Kommentare sorgen dafür, dass man sich wesentlich besser beraten fühlt als in einem überlaufenen DVD-Yoga-Kurs. Neben dem virtuellen Trainer geben auch Symbole direktes Feedback, ob die Übungen korrekt ausgeführt werden: So gilt bei "Baum", "Sonnengruß" und "Heraubschauender Hund" etwa, im Rhythmus eines sich ausdehnenden blauen Kreises zu atmen und die Balance so zu halten, dass der rote Punkt, der den eigenen Schwerpunkt darstellt, innerhalb eines kleinen gelben Kreises bleibt.

Während die Yoga- und Muskelübungen von einer Cyber-Sportskanone mit der Ernsthaftigkeit eines echten Personal Trainers begleitet werden, haben die beiden anderen Bereiche von "Wii Fit" deutlich mehr Spiel-Charakter. Sowohl in der Rubrik Aerobic als auch bei den Balance-Übungen wird der eigene Mii-Avatar optisch in die Kulisse eingebaut. Hula-Hoop, Jogging, Kopfball, Schanzenspringen, Slalom-Ski, Seiltanz und viele andere Mini-Herausforderungen sorgen für spaßige Sportlichkeit. Da der Mii direkt auf die Aktionen des Spielers auf dem Brett reagiert, entsteht eine intensive Mischung aus virtueller Realität und echter Bewegung, wie man sie von der Konkurrenz "EyeToy" kennt.

Als Pendant zum inneren Schweinehund gibt es "Schweinchen Fit". Frei nach dem Motto "Ohne Schweiß kein Preis" sammelt man in diesem Sparschwein Zeit, die man mit "Wii Fit"-Trainingseinheiten verbracht hat. Die Beträge auf dem Zeitkonto kann man einlösen, um neue Übungen und Spiele frei zu schalten. Denn, wie das schlaue Brett schon sagte: Man braucht ein Ziel, um anhaltend motiviert zu bleiben ...

Wii Fit

Hersteller/Vertrieb

Nintendo/Nintendo

Genre

Geschicklichkeit

Plattform

Wii

Preis

ca. 90 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Mit "Wii Fit" hat Nintendo einmal mehr sein Gespür für Marktlücken bewiesen. Das virtuelle Sportstudio ist zweifelsohne eine der interessantesten Konsolen-Ideen dieses Jahres und wird die Konsolenverkäufe auch hierzulande drastisch ankurbeln. Während "Wii Fit" vor allem das weibliche Publikum begeistert, freuen sich männliche Wii-deospieler auf zukünftige Spiele fernab des Fitnessbereichs, die das Brett als gigantisches Joypad nutzen.

Michael Eichhammer/Teleschau TELESCHAU

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