"Wintersport Pro Saison 2006" Zeitmaschine auf der Piste


No more sports, please. Mit "Wintersport Pro" veröffentlicht Crimson Cow ein weiteres Spiel zu den Spielen - leider ein ziemlich mittelmäßiges.

Dabei haben sich die Macher von Cyanide, die auch für das Tour-de-France-Begleit-Game "Radsport Manager Pro" verantwortlich zeichnen, mächtig ins Zeug gelegt. 21 Disziplinen, 110 Strecken, Austragungsorte auf der ganzen Welt, über 900 (frei erfundene) Sportler aus 34 Ländern - Zahlen, die zunächst beeindrucken. Doch die Ernüchterung folgt prompt: Fast ein Dutzend Wettbewerbe verbringt der Spieler als Langläufer, Biathlet oder als nordischer Kombinierer in der Loipe - trotz aller taktischen Finessen wie Windschattenfahren, Ausdauer-Management und Tempowechsel eindeutig zu viel des Guten.

Was bleibt, ist spärlich: Bobfahren, Skispringen und die vier Ski-Alpin-Disziplinen Abfahrt, Super-G, Riesenslalom und Slalom. Das Übliche eben. Doch auch hier warten selbst bei höheren Schwierigkeitsgraden keine Herausforderungen. Neben der meist simplen Spielmechanik macht einem das Back-in-Time-System das Leben leicht. Eine im Grunde unnötige Schummelei: Wer patzt, darf das Geschehen dreimal bis zu fünf Sekunden zurückspulen, um einen Schnitzer auszubügeln oder eine Kurve besser zu nehmen. Wie unsportlich.

Was "Wintersport Pro" schließlich doch noch von der Konkurrenz abhebt, ist die Tatsache, dass trotz des Namenszusatzes "Saison 2006" die nächsten fünf Olympiaden nach Turin bestritten werden dürfen - wenngleich die Austragungsorte bis auf Kanada 2010 offiziell noch gar nicht feststehen. Ebenfalls längerfristig motivierend: die Option Laufbahn. Hier darf ein eigener Athlet erschaffen und peu à peu zur Weltspitze geführt werden. Wie das funktioniert? Gute Weiten beim Skispringen etwa führen dazu, dass die entsprechenden Attribute (Absprung, Gleiten) ein wenig gesteigert und neue Skier mit besseren Eigenschaften freigespielt werden. Kleiner Tipp: Vorher unbedingt einen Blick ins Handbuch werfen, denn je nach gewählter Nationalität gibt es unterschiedliche Boni bei den Sportarten. Oder anders formuliert: Deutsche sind keine sonderlich guten Abfahrer. Traurig, aber wahr ...

Etwas weniger realistisch ist dagegen die Präsentation ausgefallen: Undetaillierte Sportler agieren bei jedem Wetter hüftsteif vor kargen Landschaften, werden von Bitmap-Zuschauern bejubelt und verziehen dabei nicht eine Miene.

Wintersport Pro Saison 2006

Hersteller/Vertrieb

Cyanide/Crimson Cow

Genre

Sport

Plattform

PC

Preis

ca. 30 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Fazit: Besser als "Winterspiele", vielfältiger als "Biathlon" und "Curling" und weniger abwechslungsreich als "Torino" versinkt "Wintersport Pro" als gut gemeintes Game im Mittelmaß.

Gerd Hilber/Teleschau TELESCHAU

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