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"World Tour Soccer 2": Klinsmann würde dieses Spiel mögen!

Ein Fußballspiel, das Klinsmann gefallen würde. Denn hier geht es nicht alleine um Toreschießen. "World Tour Soccer 2" setzt dazu auch noch andere Prioritäten.

"World Tour Soccer 2", das rund ein Jahr nach seinem Vorgänger exklusiv für die PSP erscheint, passt demnach bestens in die Zeit. Es ist Fußball-WM, Deutschland ist im Fieber und übertrifft sich in Lobeshymnen auf das risikovolle Spiel der eigenen Mannschaft. Da kommt die Sache mit der Viertelminute Angriffszeit gerade recht. Doch es ist nicht die einzige Herausforderung, die der Spieler auf seiner Reise durch die Kontinente zu erledigen hat:

"Welttournee" heißt dieser Kernmodus des Games, der von Afrika über Asien nach Amerika und schließlich nach Europa führt. Dort steuert man jeweils eine frei zu wählende Nationalmannschaft gegen unterschiedliche Hausherren. Wer neue Aufgaben freispielen will, darf sich dabei nicht allein mit dem Toreschießen begnügen. Denn es gibt bei jeder Partie zudem eine andere Herausforderung zu bewältigen. Spielen in Unterzahl oder bevorzugte Platzbelegung in einer vorgegebenen Zone (zum Beispiel kein Flügelspiel) gehören dazu. Ebenso die so genannte "11 Freunde"-Aufgabe: Hier muss jeder Akteur der eigenen Mannschaft mindestens einmal am Ball gewesen sein, ehe ein Tor erzielt werden kann. Bei "Pass-Spiel" darf jeder nur kurz in Ballbesitz bleiben, sonst folgt ein Freistoß für den Gegner. Auch das würde vermutlich Klinsi gefallen. Für all das gibt es, wie auch für jeden gelungenen Pass (wenige), jeden Zweikampf (wenige) und jedes Tor (viele) Punkte, die am Ende darüber entscheiden, ob die Herausforderung bestanden wurde.

Nichts für Fußball-Puristen also, mag man meinen. Dennoch fördert diese Form eines Karrieremodus den Spielspaß und kompensiert all jene fehlenden Menüpunkte, die "World Tour Soccer 2" von der großen Konkurrenz, "PES" zum Beispiel, unterscheiden. Keine Transfers, keine Pokale, keine Ligen, keine Meisterschaften, kein eigenes Team, das es zu betreuen gilt. Stattdessen eine amüsante Weltreise.

Der Zopf von Herrn Camonaresi ist deutlich kürzer, Gattusos Bart etwas dünner. Dennoch wurde recht fleißig gearbeitet, was die Teams und deren Optik angeht. Die meisten Mannschaften treten samt Auswechselspielern in Originalbesetzung an. Bei Deutschland jagen leider Freud, Himmel und Nehlinger dem Ball nach.

Spielerisch präsentiert sich das Sony-Produkt, das auf der PS2-Reihe "This is Football" beruht, sehr flüssig. Dennoch bleibt das Handicap, dass sich auf dem kleinen PSP-Bildschirm eine authentische Atmosphäre nicht so recht einstellen mag. Deutlich verbessert wurde die KI der Kontrahenten, die sich zwar zu Beginn des Spiels noch etwas zu leicht vom Platz fegen lassen, die aber in der Folge stärker werden und erstaunliche Offensivfähigkeiten offenbaren.

Während sich im Abwehrverbund kaum Probleme einstellen, erlaubt "World Tour Soccer 2" im Spiel nach vorne kaum Fehler. Vor allem das Flügelspiel, sonst an den Konsolen stets ein probates Mittel, ist nicht gerade Erfolg versprechend, da ein anschließender Volleyschuss oder ein Kopfball im Strafraum eines exzellenten Timings bedarf. Meist gehen da die Duelle in der Luft verloren. Gleiches gilt übrigens auch nach dem Abschlag des gegnerischen Torwarts.

Zu bemäkeln sind zudem ein paar Unreinheiten. So kann es schon mal vorkommen, dass der gegnerische Verteidiger nach gewonnenem Zweikampf den Ball einfach mal einige Sekunden frei vor sich liegen lässt. Ronaldinho muss ihn nur noch aufnehmen und ins Dreieck zimmern. Möglich sind freilich noch eine Reihe von Tricks, Heber, Doppelpässe, Schwalben. Die eingängige und präzise Steuerung sorgt dafür, dass die eine oder andere Kombination leicht von der Hand geht.

World Tour Soccer 2

Hersteller/Vertrieb

Sony/Sony

Genre

Sport

Plattform

PSP

Preis

ca. 45 Euro

Altersfreigabe

o.A.

Das perfekte Spiel für zwischendurch also, passend zur Halbzeitpause. Zudem verdient sich der Kommentator an dieser Stelle ein Lob. Die perfekte Mischung Sachlichkeit und Euphorie, aus Ernst Huberty und Fritz von Thurn und Taxis gewissermaßen.

Christopher Zallmann/Teleschau / TELESCHAU
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