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"X-Blades": Viel nackte Haut, wenig Abwechslung

"X-Blades" ist ein einziges Hauen und Stechen. Wer es schafft seinen Blick vom halbnackten Hintern der Manga-Heldin loszueisen, erkennt, wie stumpfsinnig die Monsterklopperei zuweilen ist.

Um beide zu sehen, sollten PC-, PS3- und Xbox-360-Gamer jedoch über eine gewisse Ausdauer und Monotonieresistenz verfügen. "X-Blades", das Publisher Zuxxex vom russischen Entwickler Gaijin Entertainment fertig programmieren ließ und an den Mann bringen will, ist ein reinrassiges Hack&Slay, bei dem Dämonen, Geister, beißwütige Schildkröten, riesige Spinnen und andere missgelaunte Viecher im Akkord gemeuchelt werden wollen. Fortlaufen geht nicht: Magische Barrieren verschwinden erst dann wieder, wenn auch das letzte Ungetüm über den Jordan geschickt wurde ...

Um der Monsterplage Herr zu werden, greift die Manga-Dame nicht nur auf ihre Pistolenklingen zurück, sondern zuweilen auch tief in die Zaubertrickkiste. Über 20 Spezialfähigkeiten lassen sich im Lauf des Abenteuers durch fleißiges Sammeln von Erfahrungspunkten freischalten. Blöd nur, wenn man sich für die falschen entscheidet, sich deshalb die Zähne an einem bestimmten Gegnertyp ausbeißt und im schlimmsten Fall das vorangegangene Level noch einmal in Angriff nehmen muss, um die richtigen Talente und Waffen-Upgrades auszubauen. Deren Wahl nimmt auch entscheidenden Einfluss auf den Ausgang der absehbaren Geschichte.

Aufgelockert wird der Daumen-strapazierende Action-Alltag immer wieder durch - nun ja - ausladende Zwischensequenzen, gelegentliche Sprungpassagen, der Suche nach versteckten Extras und ellenlangen Bossfights, die ein wenig mehr Fingerspitzengefühl und Taktik erfordern. Erst wenn die Schwachstellen von Spinnenkönigin und Co. ausgemacht sind, hat man eine reale Chance, das Duell heil zu überleben.

Nichtsdestotrotz mangelt es "X-Blades" gewaltig an Abwechslung. Immer nur dreschen kickt auf Dauer nicht wirklich - zumal die Grafik zwar mit einigen schönen Effekten aufwartet, der ähnlich gestrickten "Devil May Cry"-Reihe aber nicht mal ansatzweise das Wasser reichen kann. Auch die Kamera fängt das hektische Geschehen nicht immer optimal ein und muss ständig nachjustiert werden. Gänzlich misslungen: die deutsche Synchronstimme der halbnackten Schatzsucherin.

X-Blades

Hersteller/Vertrieb

Gaijin Entertainment/Zuxxez

Genre

Action

Plattform

PC, PlayStation3, Xbox 360

Preis

ca. 60 Euro

Altersfreigabe

ab 12 Jahren

Fazit: Viel nackte Haut und wenig Abwechslung im ewig währenden Kampf Gut gegen Böse. "X-Blades" ist gewiss kein schlechtes Spiel. Aber auch kein sonderlich gutes. Oder langes. Nach etwa zehn Stunden flimmert einer der beiden Abspänne über den Bildschirm - und die Daumen dürfen sich endlich erholen.

Bernd Fetsch/Teleschau / TELESCHAU
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