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30 Jahre Macintosh: 1984 war Apple noch einer von den Guten

Vor 30 Jahren lief der erste Werbespot für Apples Macintosh. Er zeigt die Firma als Kämpfer gegen Gleichmacherei und Überwachung à la Orwells "1984". Heute klingt das ziemlich ironisch.

Von Timo Brücken

Mit Mut und Einsatz gegen die Unterdrücker - in dieser Rolle gefiel sich Apple 1984 ganz gut.

Mit Mut und Einsatz gegen die Unterdrücker - in dieser Rolle gefiel sich Apple 1984 ganz gut.

Da muss sich die NSA wirklich diebisch gefreut haben: "Wer hätte 1984 gedacht, dass das einmal der 'Große Bruder' sein würde?", steht auf der ersten Folie. Darunter ein Bild von Apple-Gründer Steve Jobs. Und auf der nächsten Seite über Schnappschüssen glücklicher iPhone-Käufer: "Und die Zombies sind zahlende Kunden!" In der Präsentation, die der "Spiegel" im September veröffentlichte, rühmen sich die Geheimdienstler damit, wie spielend leicht sie die Smartphones von Millionen Nutzern anzapfen können. Dass sie dabei ausgerechnet auf Apple herumhackten, hat einen Grund. Und der wird heute 30 Jahre alt.

Am 22. Januar 1984 spielten die LA Raiders gegen die Washington Redskins, es war der 18. Super Bowl, das Finale der US-Football-Liga. In einer Werbepause im dritten Viertel sahen 96 Millionen Fernsehzuschauer einen einminütigen Film, den die Zeitschrift "Advertising Age" elf Jahre später zum "Besten Werbespot aller Zeiten" wählen würde. Es war die Werbung für Apples ersten Macintosh, der zwei Tage später auf den Markt kommen sollte. Jenen Rechner, der eine Revolution der Heimcomputer einläuten würde. Wie erfolgreich sie wirklich sein würden, konnten Jobs und Co. damals unmöglich schon wissen, aber sie trugen trotzdem sehr dick auf.

Bei Orwell geklaut

Der Spot beginnt mit kahlgeschorenen, grauen Gestalten, die durch trostlose Korridore schlurfen und sich in einer Art Kino versammeln. Dort spricht von einem riesigen Monitor das Gesicht eines alten Mannes zu ihnen, über die "Informations-Reinigungs-Direktive", den "Garten purer Ideologie" und die "Vereinigung der Gedanken". Ein klarer Abklatsch des "Großen Bruders" aus "1984", George Orwells düsterer Zukunftsvision eines totalen Überwachungsstaates.

Doch etwas ist anders als bei Orwell: Zwischen die Bilder apathischer Glatzköpfe ist immer wieder eine blonde Frau geschnitten. Im rot-weißen Läuferdress rennt sie durch die Korridore, mit beiden Händen hält sie einen Vorschlaghammer vor sich. Polizisten in Kampfmontur verfolgen sie, können sie jedoch nicht schnell genug einholen. Im Kinosaal angekommen packt die Frau den Hammer am Ende des Stiels, beginnt sich um ihre eigene Achse zu drehen und schleudert das kiloschwere Werkzeug in den Bildschirm. Das Glas birst, der "Große Bruder" verschwindet und weißes Licht flutet den Raum. Die Glatzköpfe erwachen aus ihrer Apathie. Dann fliegt Text ins Bild und eine Stimme liest vor: "Am 24. Januar wird Apple den Macintosh veröffentlichen. Und Sie werden sehen, warum 1984 nicht wie '1984' sein wird."

Eine Diskuswerferin bekam die Hauptrolle

Gedreht hat die heroische Ansage kein Geringerer als Ridley Scott, Regisseur von Filmklassikern wie "Alien" oder "Blade Runner". Ihm gab die Werbeagentur Chiat/Day ein Produktionsbudget von 900.000 Dollar. Für den Werbeslot beim Super Bowl soll sie noch einmal fast genauso viel gezahlt haben. Scott brauchte nur sieben Tage in einem Londoner Filmstudio, dann war der Spot im Kasten. "Nicht wenige englische Skinheads sollen sich unter den kahlköpfigen Arbeitern des Videos befunden haben", schreibt die Zeitschrift "Macwelt". Die Hauptrolle ging hingegen an die Schauspielerin und Diskuswerferin Anya Major. Im Casting hatte sie es als einzige Bewerberin geschafft, den Hammer tatsächlich zu werfen und durfte deswegen diejenige sein, die das Abbild des "Großen Bruders" zerstört.

Aber Apple als großer Vorkämpfer gegen Gleichmacherei und Überwachung? In Zeiten, in denen gefühlt jeder mit einem iPhone herumläuft, das massenweise Daten sammelt, an denen sich die Geheimdienste munter bedienen, klingt das einigermaßen ironisch. Doch vor 30 Jahren meinten Steve Jobs und seine Mitstreiter das durchaus ernst. Der "Große Bruder" in Apples "1984" sollte wahrscheinlich die Konkurrenz von IBM darstellen. Die Macher des Werbespots stritten das zwar immer ab, aber Jobs hatte schon 1983 in einer Rede gesagt, IBM wolle die Computerindustrie beherrschen. Apple hingegen sei für die Kunden "die einzige Kraft, um ihre Freiheit zu sichern".

Der Aufsichtsrat hasste den Spot

Dementsprechend soll der Apple-Gründer den Spot geliebt haben, genauso wie viele seiner Angestellten. Doch die Mitglieder des Aufsichtsrats hassten den Film. "Die meisten hielten ihn für den schlechtesten Werbespot, den sie je gesehen hatten", sagte der ehemalige Apple-Vorstandschef John Sculley. Fast wäre er nie gezeigt worden, doch von den schon gebuchten 90 Sekunden Super-Bowl-Werbezeit konnte Apple nur 30 wieder verkaufen. So entstand die bekannte einminütige Version des Spots.

Und die gilt heute als Meilenstein der Werbegeschichte. Ein Löwe in Cannes, ein Platz in der Hall of Fame der Clio Awards, bester Super-Bowl-Spot - die Preisjurys waren offenbar anderer Meinung als der Apple-Aufsichtsrat. Zum 20-jährigen Jubiläum ließ der Konzern den Spot digital überarbeiten und verpasste der Hammerwerferin einen iPod. Das passte zwar gut zu deren Sportklamotten, wirkte im Gesamtzusammenhang aber eher absurd. Denn mittlerweile spielt Apple dem "Großen Bruder" eher in die Hände.

Kann ich mich auf Geschwindigkeitsanzeige FritzBox verlassen?
Hallo zusammen, erstmal herzlichen Dank für die Leute, die sich Zeit nehmen Fragen zu beantworten oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist oft hlifreich, wenn man sich nicht so auskennt. Ich hoffe, dass mir jemand weiterhelfen kann. Die Telekom hat hier nach langer und ersehnter Zeit schnelle Leitungen verlegt. Mitarbeiter waren auch zu Besuch da und auch nett:-) Sie wollten ja auch, dass ich von 1und1 wieder zurück wechsel. Das ist für mich in Ordnung und gehört zum Wettbewerb. Da jedoch die Mitarbeiter mir sagten, dass die Telekom für paar Jahre das Vorrecht hätte, könnte ich schnelles Internet nur über Telekom beziehen. Sprich entweder Telekom und schnelles Internet oder langsames Internet. Da habe ich im Internet recherchiert und rausgefunden, dass das so nicht mehr stimmt. Das war der Grund, warum ich dann bei 1und1 DSL100 abgeschlossen habe, da man mir am Telefon gesagt, dass es ohne Probleme möglich wäre. Nun ist es jedoch so, dass wir gar nicht so merken, dass unser Internet schneller ist. Gerade in der oberen Etage kann man nicht ohne Router surfen oder Sky über Internet Fernsehen. Nun meine Frage: Bei der Fritzbox wird es jedoch angezeigt. Kann ich mich drauf verlassen? Oder wie macht ihr eure Messungen? Ich weiss, dass es Software gibt, aber der feste Rechner ist bereits alt und hat einen alten Internet Explorer drauf. Wenn ich mit einem Laptop im Wlan mich reinhänge, wird sicher die Geschwindigkeit sowieso niedriger und nicht verwertbar sein, oder? Vielen Dank für die Antworten.